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Patrick Fischer verriet Fake-Covid-Zertifikat: SRF erklärt Hintergrund

Patrick Fischer, head coach of the Swiss national ice hockey team, speaks to the media, during a press conference of Switzerland’s ice hockey team at the House of Switzerland, during the 2026 Olympic  ...
Patrick Fischer wurde am Mittwochabend entlassen.Bild: keystone

SRF-Redaktor erklärt, wie Patrick Fischer seine Straftat selbst verriet

16.04.2026, 07:1616.04.2026, 08:17

In der Hockey-Schweiz dreht sich in diesen Tagen alles um ein Thema: das gefälschte Covid-Zertifikat von Nati-Trainer Patrick Fischer. Kurz vor der Heim-WM machte der Coach öffentlich, mit einem solchen an die Olympischen Spiele 2022 in Peking gereist zu sein. Nach öffentlichem Druck wurde Fischer am Mittwochabend vom Verband abgesetzt und von Jan Cadieux ersetzt.

Fischer und der Verband gingen mit den Informationen an die Öffentlichkeit, weil das SRF dabei war, die Geschichte zu veröffentlichen. Wie Eismeister Zaugg schon wusste, hatte der Trainer selbst seine Straftat verraten – wohl im Glauben, die Sache sei verjährt.

Am Mittwochabend wurden nun weitere Details klar, wie das fatale Geständnis Fischers ablief. So erklärte SRF-Redaktor Pascal Schmitz die Hintergründe: Er war es, dem Fischer die Informationen zum gefälschten Zertifikat verriet. So hätten er und der damalige Nati-Trainer sich eigentlich getroffen, um ein Porträt über den Coach zu drehen. «Fischer war und ist unkonventionell in seinem Privatleben und in seinem Dasein als Sportler und als Trainer», so Schmitz gegenüber SRF. Auch Rituale und Spiritualität seien für Fischer wichtig gewesen. All dies habe man in einem Beitrag zeigen wollen.

Patrick Fischer, Eishockey, erhaelt den Preis als Trainer des Jahres 2025 an der Verleihung der Sports Awards 2025 am Sonntag, 29. Maerz 2026 in den Studios des SRF in Zuerich. Die Show wurde aufgrund ...
Patrick Fischer wurde kürzlich zum Trainer des Jahres gekürt.Bild: keystone

Im Rahmen des Drehs habe Fischer ihm dann vom gefälschten Zertifikat erzählt – ungefragt und beim Mittagessen. Neben den beiden Gesprächspartnern seien auch der Medienchef des Schweizer Eishockeyverbands und ein SRF-Kollege anwesend gewesen.

In der Folge habe man gemäss Schmitz einen Grundsatzentscheid treffen müssen, wie man mit dieser Information umgehen soll. Dabei habe man sich entschieden, seiner Aufgabe nachzugehen und die Angelegenheit weiterzuverfolgen. Es handle sich um einen Fall mit überwiegendem öffentlichen Interesse. Somit hätte SRF bei der Staatsanwaltschaft Luzern den Strafbefehl eingefordert und Fischer mit den Fakten konfrontiert. Kurz darauf seien der Verband und der Trainer damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Bei der Bekanntgabe hielt der Verband zunächst an Fischer fest. «Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen», so Urs Kessler, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, am Montagabend. Die Kehrtwende am Mittwoch erfolgte nach einer öffentlichen Diskussion über die letzten Tage. Nicht nur bei vielen Fans, sondern auch bei einigen Sponsoren sorgte der Fall gemäss SRF für Unverständnis. «Ford etwa hat Stellung genommen und das Vorgehen als ‹inakzeptabel› bezeichnet», so Schmitz. Auch der Weltverband IIHF leitete eine Untersuchung ein.

Mit der Trennung ist nun klar, dass Jan Cadieux die Nati bei der kommenden Heim-WM trainieren wird. Schon seit Monaten war klar, dass der vormalige Assistent Fischer nach dem Turnier in Zürich und Freiburg beerben wird. Durch die neusten Entwicklungen erfolgt der Wechsel nun früher als geplant. (dab)

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Commander Salamander
16.04.2026 07:28registriert September 2018
Für Patrick Fischer schien das ganze wohl eher ein Kavaliersdelikt gewesen zu sein, für das er in Kreisen, in denen er sich impftechnisch offenbar bewegt, wohl noch gefeiert wurde... Der hat wohl nicht gedacht, dass er mit diesem unkollegialen Verhalten, das sein ganzes Team in Gefahr gebracht hat, den Rest der Schweiz gegen sich aufbringt.
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tiki
16.04.2026 07:26registriert Mai 2014
Schade, dass Fischer nicht selbst zurückgetreten ist. Dann wäre ihm noch ein kleiner Rest Ehre geblieben. Aber so zeigte er weder Einsicht noch Reue. Vermutlich ist er noch stolz darauf, dass er die Geschichte von sich aus erzählte.
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Lai
16.04.2026 07:41registriert Oktober 2024
Konsequenter Weise muss Kessler ebenso seinen Hut nehmen. Er wusste von der Sache und wollte diese Lügengeschichte unter den Teppich kehren. Auch wenn er ebenso vom Sponsoring und öffentlichen Geldern profitiert. Wow, wie scheinheilig!
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Jetzt kommt noch eine Lüge von Patrick Fischer ans Tageslicht
Patrick Fischer wurde im Juli 2023 wegen Urkundenfälschung verurteilt und musste eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 38'910 Franken bezahlen. Dies gab der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer am Montagabend zu. Fischer hatte sich ein gefälschtes Covid-Zertifikat bestellt, um zu den Olympischen Spielen 2022 zu reisen. «Bis auf diesen Vorfall habe ich mich immer ans geltende Recht gehalten», wurde Fischer in der Medienmitteilung des Schweizer Eishockeyverbands zitiert.
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