Er wurde von Fischer suspendiert – jetzt sagt Bichsel, was er von der Impf-Lüge hält
Weil Lian Bichsel zwei Aufgeboten der U20-Nati nicht Folge leistete und seinen Fokus auf seine persönliche Entwicklung legte, wurde der Verteidiger für über zwei Jahre aus der Eishockey-Nati verbannt. Dadurch verpasste der 21-Jährige zuletzt auch die Olympischen Spiele und würde ebenso bei einem vorzeitigen Scheitern in den Stanley-Cup-Playoffs an der Heim-WM nicht auf dem Eis stehen.
Auch in der NHL ein Thema
Der Akteur der Dallas Stars erklärt: «Es ist schmerzhaft, nicht im Line-up für das Schweizer Team stehen zu können. Viele Leute denken gar nicht daran, dass es auch persönlich eine sehr grosse Sache ist, nicht an den Olympischen Spielen oder der Heim-WM teilnehmen zu können.»
Es sei nicht nur hierzulande ein grosses Thema gewesen, sondern auch in Übersee sei er immer wieder darauf angesprochen worden. «Es kam in der NHL zu sehr vielen Gesprächen, auch mit meinen Teamkollegen. Die Leute fragten mich jeweils, was genau los sei.»
Bichsel versteht den Entscheid von Fischer nicht
Hinter der langen Suspendierung steckt unter anderem Noch-Nati-Trainer Patrick Fischer. Der 50-Jährige stellte immer klar, dass bei einem Nichtbefolgen der Aufgebote eine Nulltoleranz gilt, weil so die Teamwerte nicht eingehalten werden.
Am Montagabend nun gestand Fischer, dass er vor den Olympischen Spielen 2022 ein Corona-Zertifikat gefälscht hatte, um in Peking einreisen zu können. Für diese Straftat wurde er verurteilt, viele werfen ihm in Bezug auf den Fall Bichsel nun Doppelmoral vor.
Bichsel selbst findet hingegen, dass die beiden Fälle nicht miteinander verbunden werden können, erklärt aber auch: «Die Covid-Zeit war für jeden schwierig. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man so ein Zertifikat fälscht. Alle mussten da durch und wenn du es nicht machen wolltest, bist du zu Hause geblieben. Es war seine persönliche Entscheidung. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, ist ihm und dem Verband überlassen.» Auch für den Verteidiger war die Meldung über das gefälschte Zertifikat ein grosser Schock.
Noch kein Gespräch mit Cadieux
Nach der Weltmeisterschaft wird Jan Cadieux der neue Nati-Trainer sein. Bichsel, der sich freut, wenn er dann wieder das Schweizer Trikot tragen darf, unterhielt sich bisher aber noch nicht mit dem künftigen Coach der «Eisgenossen». «Der Fokus liegt aktuell voll auf den kommenden Playoffs mit Dallas. Ich habe aktuell keine Zeit für Freundschaftsgespräche», stellte Bichsel klar.
Die Playoffs starten für Bichsel in der Nacht auf Sonntag mit dem Duell gegen die Minnesota Wild. Die Vorfreude bei Bichsel ist bereits riesig: «Die Abläufe und Routinen stimmen. Jedes Spiel wird sehr wichtig und auch die Nerven werden höher sein.»
Playoffs oder halt einfach: essen, schlafen, spielen
Für Bichsel selbst sind es die zweiten Playoffs seiner Karriere. In der letzten Saison erreichten die Stars das Conference-Finale, bevor sie an den Edmonton Oilers scheiterten. Vorausschauend auf die entscheidende Phase der Saison sagt der über zwei Meter grosse Verteidiger: «Man muss gut auf seinen Körper achten, es ist eine lange Zeit mit vielen harten Partien.» Der Ablauf ist für Bichsel klar: «Es ist wirklich: essen, schlafen, spielen und dann wieder erholen.»
Seine Regular Season beschreibt Bichsel selbst als eine Art Achterbahnfahrt. Dies auch, weil er mehrere Wochen aufgrund einer Fraktur in seinem Fuss verletzungsbedingt fehlte. «Es war nicht einfach und ich konnte meinen Fuss fast vier Wochen nicht belasten. Dadurch war es schwierig, dass die Muskeln erhalten bleiben», erzählte Bichsel über seinen Ausfall.
Profitiert von der Olympia-Pause
Ein Vorteil für ihn war dann aber ausgerechnet die Olympia-Pause. Dadurch kam er besser wieder in den gleichen Rhythmus wie die anderen Spieler und profitierte von einem kleinen Trainingslager der Stars: «Es war nicht einfach, während der Saison zurückzukehren. Ich habe noch nicht so viel Erfahrung, aber es half definitiv, dass alle Teams eine kleine Pause hatten.»
Zu kämpfen hatte Bichsel jeweils damit, wenn das ganze Team mehrere Auswärtsspiele nacheinander hatte und so für lange Zeit unterwegs war und er zu Hause bleiben musste. «Man fühlte sich dadurch manchmal einsam», gestand der Verteidiger, der in der Nähe von mehreren Mitspielern lebt.
Bevor am Wochenende die Playoffs starten, steht in der Nacht auf Donnerstag bei den Buffalo Sabres noch das letzte Spiel der Regular Season an.
