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«Dass es in der Schweiz solche Zustände gibt, ist nicht akzeptabel»

GC-Anhänger sorgen mit Pyrowürfen in Sion für einen Spielabbruch. Ein Tweet bringt das Unverständnis perfekt auf den Punkt. Und ein Schweizer Spieler nimmt kein Blatt vor den Mund.
16.03.2019, 21:3116.03.2019, 22:47

GC-Chaoten provozieren Spielabbruch

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GC-Chaoten provozieren Spielabbruch in Sion
quelle: keystone / salvatore di nolfi
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TV-Moderator Roman Kilchsperger, prominenter GC-Fan, twittert nach den wüsten Szenen in Sion:

«Jetzt hat der schlechte Stil die Fankurve erreicht. Das Hoffen weicht der Scham. Grauenvoll.»
Roman Kilchsperger
quelle: twitter

Zu Beginn hatte es noch ganz anders ausgesehen auf den Rängen, aber dann ...

Liga-Präsident Claudius Schäfer sagte anschliessend im Interview mit Teleclub, der Schiedsrichter habe richtig entschieden, als er den endgültigen Spielabbruch verfügte. «Wenn Pyros geworfen werden, dann gefährdet man Spieler.» Der Fall müsse nun sehr schnell behandelt werden.

Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League.
Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League.
screenshot: teleclub
Der FC Sion bedauert das Ergebnis des heutigen Spiels und dankt seinen Unterstützern für ihre Unterstützung. In den kommenden Tagen wird die Swiss Football League das Follow-up zu dieser Unterbrechung mitteilen.

Pajtim Kasami, Schweizer Fussballspieler, der beim FC Sion unter Vertrag steht, fand nach dem Spielabbruch deutliche Worte:

«Ich finde es schade, was passiert ist. Ich habe schon in vielen Ligen Fussball gespielt. Dass es in der Schweiz solche Zustände gibt, ist nicht akzeptabel. Es tut mir vor allem leid für die Fans, die viel Geld ausgeben, um im Stadion guten Fussball zu sehen. Schade, dass es so enden musste.»
Pajtim Kasami, 26.
Pajtim Kasami, 26.
screenshot: teleclub
«Die gegnerischen Fans verbieten, ich sehe keine anderen Massnahmen.»
Sion-Präsident Christian Constatin zur Frage, wie man Spielabbrüche im Tourbillon verhindern könne.

GC-Präsident Stefan Anliker:

«Was hier passiert, ist fast nicht zu glauben. Das kann man sich nicht vorstellen. Das ist unentschuldbar. Hier muss endlich mal was passieren. Man muss richtig durchgreifen, das muss Konsequenzen haben. Ich weiss nicht, was in den Köpfen solcher Menschen vorgeht. Die Fans waren so aufgegeilt, es war absolut sinnlos, mit ihnen zu diskutieren. Die waren wie wilde Tiere. Deshalb habe ich die Mannschaft zurückgerufen. Wir sollten miteinander arbeiten. So nehmen die Fans uns alle Chancen, den Abstieg sportlich zu verhindern.»
Stefan Anliker, GC-Präsident.
Stefan Anliker, GC-Präsident.
bild: screenshot teleclub

Anliker nahm alle in die Pflicht, auch den Schweizerischen Fussballverband. «Es ist unentschuldbar und für den Schweizer Fussball und nicht nur für GC eine Katastrophe. Nun muss einfach endlich etwas gehen», so Anliker. Die Zeit des einfachen «Herumfabulierens» müsse endlich aufhören. «Es muss endlich einmal Konsequenzen haben.»

Was war passiert?

Man kann den Grasshoppers vielleicht vorwerfen, im Schicksalsspiel gegen Sion, das beim Stand von 2:0 für die Walliser abgebrochen werden musste, nicht von Beginn weg auf Touren gekommen zu sein. Man kann ihnen aber nicht vorwerfen, dass sie nicht alles dafür getan hätten, das Spiel in Sitten nicht doch noch in anständiger Manier beenden zu können. Ein kleiner Teil der mitgereisten Fans liess dies aber nicht zu.

Chaoten werfen weitere Fackeln

Als Schiedsrichter Lionel Tschudi die Mannschaften kurz nach Start der zweiten Halbzeit und erneutem Abbrennen pyrotechnischen Materials im GC-Block zurück in die Kabine schickte, unternahm GC angeführt von Präsident Stephan Anliker und CEO Manuel Huber einen Beschwichtigungsversuch bei den Fans. Gemeinsam mit Spielern und Trainer Tomislav Stipic traten Anliker und Huber den Gang aus der sicheren Garderobe und vor den wütenden Mob an.

Der Versuch, mit dem enervierten Block, den Anliker später im Interview mit Teleclub als «dermassen aufgegeilt» bezeichnete, in Dialog zu treten, scheiterte jäh. «Es war sinnlos, die haben uns nicht mal zugehört. Die waren wie wilde Tiere», gab Anliker als Grund an, wieso er die Mannschaft nach wenigen Sekunden vor der Kurve wieder zusammentrommelte und zurück in die Katakomben führte.

Der SRF-Bericht

Anliker nahm alle in die Pflicht, auch den Schweizerischen Fussballverband. «Es ist unentschuldbar und für den Schweizer Fussball und nicht nur für GC eine Katastrophe. Nun muss einfach endlich etwas gehen», so Anliker. Die Zeit des einfachen «Herumfabulierens» müsse endlich aufhören. «Es muss endlich einmal Konsequenzen haben.»

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

(dsc)

Betrunken zu Fuss unterwegs – das gibt hier eine Busse

Video: srf
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