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Schüsse in Moscheen in Neuseeland - Berichte über mehrere Tote



Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es mehrere Tote gegeben. Dies bestätigte die neuseeländische Polizei am Freitag, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood. Die Lage war auch Stunden nach den ersten Schüssen noch unklar.

Neuseeländische Medien berichteten von mindestens neun Toten und Dutzenden Verletzten. Es gab aber auch Berichte über deutlich mehr Todesopfer. Ein Polizeisprecher berichtete zunächst von einer Festnahme. Später gaben die Sicherheitskräfte bekannt, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien. Es handele sich um drei Männer und eine Frau. An den Fahrzeugen der Angreifer seien zudem Sprengsätze gefunden worden, die von der Armee entschärft worden seien. Die Polizei liess offen, ob sie die Angriffe als terroristische Tat einstuft.

Weisser Mann mit Helm

Die Stadt Christchurch hat rund 350'000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In der Moschee waren demnach mehr als 300 Gläubige. Den Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weissen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben.

Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von einem der Täter stammen. Zuverlässig überprüfen liess sich das zunächst nicht. Auf dem Video sind zahlreiche Verletzte und am Boden liegende Personen zu sehen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der «dunkelsten Tage» in der Geschichte ihres Landes. Für so etwas gebe es «keinen Platz in Neuseeland». Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Sie kündigte an, noch am Freitag selbst nach Christchurch zu fliegen.

Innenstadt komplett abgeriegelt

Die Polizei sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer «sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen». Zugleich appellierte sie an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. «Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.» Menschen in Christchurch wurden aufgerufen, generell nicht auf die Strasse zu gehen.

Die Stadt riegelte wegen der unklaren Lage alle staatlichen Gebäude ab. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen. Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die Einwohner, die Innenstadt zu meiden. Sie sagte: «Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.» (sda/dpa/reu/afp)

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