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Forscher haben letztes US-Sklavenschiff gefunden – «Clotilda» sank 1860

Forscher haben das letzte US-Sklavenschiff gefunden – «Clotilda» sank 1860

23.05.2019, 11:3223.05.2019, 11:32
This aerial photo taken Tuesday, Jan. 2, 2018, in Mobile County, Ala., shows the remains of a ship that could be the Clotilda, the last slave ship documented to have delivered captive Africans to the  ...
Die Fundstelle.Bild: AP/AL.com

Das Wrack des letzten bekannten Sklavenschiffs der USA ist nach Angaben von Forschern in Alabama gefunden worden. Taucher hätten die Überreste des vor 159 Jahren gesunkenen Schoners «Clotilda» nach langer Suche im Fluss Mobile entdeckt und nun identifizieren können, teilte die Denkmalschutzbehörde des US-Bundesstaates am Mittwoch (Ortszeit) mit.

An Bord des Segelschiffes hatten Plantagenbesitzer 1860 auf damals bereits illegale Weise 110 Frauen, Männer und Kinder aus dem heutigen Benin in Westafrika als Sklaven nach Mobile/Alabama gebracht. Dort mussten sie etwa auf Baumwollfeldern arbeiten, wie die an der Suche beteiligte Smithsonian Institution mitteilte. Das bereits 2018 geortete Wrack habe unter anderem anhand von Baumaterialien identifiziert werden können, erklärten Unterwasserarchäologen.

Seit 1808 war es verboten, Menschen als Sklaven ins Land zu bringen. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe Kapitän William Foster die «Clotilda» in dem Fluss in Brand stecken und versenken lassen.

Old Plateau Cemetery, the final resting place for many who spent their lives in Africatown, stands in need of upkeep near Mobile, Ala., on Tuesday, Jan. 29, 2019. Many of the survivors of the Clotilda ...
Bild: AP/FR170675 AP

Der Fund habe grossen historischen Wert, denn er beweise, dass der Sklavenhandel trotz des Verbotes weiterging, betonten die Forscher. «Dies war eine Suche nach unserer Geschichte, nach unserer Identität, und es war auch eine Suche nach Gerechtigkeit», sagte der stellvertretende Projektleiter Paul Gardullo.

Lorna Gail Woods, a direct descendant of Clotilda survivor Charlie Lewis, explains her family tree in Africatown in Mobile, Ala., on Tuesday, Jan. 29, 2019. Woods grew up in Africatown and now keeps a ...
Bild: AP/FR170675 AP

Die meisten Sklaven der «Clotilda» waren den Berichten zufolge nach ihrer Befreiung zum Ende des Bürgerkrieges 1865 in dem Ort Mobile geblieben und hatten die noch heute existierende Gemeinde Africatown gegründet. Ihr Versuch, nach Afrika zurückzukehren, scheiterte am Geld. «Nun können wir ihren Teil der Geschichte erzählen», sagte eine der Nachkommen, Lorna Gail Woods, dem Magazin der Smithsonian Institution. Der Fund sei ein Tribut an ihre Vorfahren. Viele Menschen hätten die Geschehnisse rund um die «Clotilda» bislang nämlich mangels Beweisen in Zweifel gezogen. (aeg/sda/dpa)

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