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Global Wealth Report 2026: Schweiz profitiert von Iran-Krieg

Ausländische Vermögen: Schweiz verliert Spitzenplatz

Im globalen Rennen um die Vermögen der Superreichen wurde der Schweizer Finanzplatz erstmals von der Konkurrenz aus Hongkong abgelöst. Dennoch: Vom Iran-Krieg profitiert kein Land so stark wie sie.
27.05.2026, 10:2527.05.2026, 10:25

Handelskriege, Zollstreitigkeiten und eskalierende geopolitische Spannungen prägen derzeit die wirtschaftlichen globalen Entwicklungen. Dennoch stieg das weltweite Finanzvermögen im Jahr 2025 um 10,7 Prozent auf 333 Billionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr – die höchste Wachstumsrate seit 2021.

epa05794554 A general view of commercial and residential buildings as seen from Victoria Peak in Hong Kong, China, 15 February 2017. The city skyline on the Hong Kong island side features a dense conc ...
Die asiatische Metropole Hongkong schliesst zur Schweiz auf.Bild: EPA/EPA

Hongkong überholt die Schweiz

Hongkong hat laut des «Global Wealth Report 2026» die Schweiz als weltweit grösstes Zentrum für grenzüberschreitende Vermögen knapp überholt.

Beide Finanzplätze verwalteten 2025 als globale Buchungszentren jeweils rund 2,9 Billionen US-Dollar an Auslandsgeldern, wie die Boston Consulting Group (BCG) am Mittwoch mitteilte. Während Hongkong mit Geldzuflüssen aus China und einem boomenden Börsenmarkt um 10,7 Prozent wuchs, legte die Schweiz nur um 7,6 Prozent zu. Die Klientel der Schweiz ist dabei mehr an Westeuropa orientiert, während Hongkong von seiner Lage nahe schnell wachsenden Märkten profitiert.

Allerdings profitiert auch die Schweiz vom Wachstum in Asien. «Die UBS ist die grösste Privatbank in Hongkong und Singapur, und auch andere Schweizer Privatbanken gehören zu den zehn grössten in Hongkong», so Michael Kahlich, Partner bei der Beratungsfirma und Autor des «Global Wealth Report», gegenüber SRF.

Die Schweiz profitiert vom Iran-Krieg

Die Alpenrepublik profitiere aber vor allem von ihrer Rolle als sicherer Hafen in geopolitisch unsicheren Zeiten, schreibt die BCG. Besonders Vermögen aus dem Nahen Osten flössen verstärkt in die Schweiz, hiess es.

Zwar sind die neusten Entwicklungen im Nahen Osten in den Zahlen von 2025 noch nicht abgebildet. Dennoch bestätigt die BCG das, was schon länger vermutet wird: Der Schweizer Finanzplatz profitiere am meisten vom Nahost-Konflikt, so Michael Kahlich. Dies, weil der Schweizer Finanzplatz proportional am meisten Gelder aus dieser Region betreut.

Dabei stamme schon heute rund ein Fünftel der ausländischen Vermögen in der Schweiz aus dem Nahen Osten, sagt Kahlich. 2025 haben die Schweizer Finanzplätze Zürich, Genf und Lugano gemeinsam ausländisches Vermögen im Wert von 2946 Milliarden US-Dollar verwaltet. Das ist laut SRF knapp ein Fünftel des weltweiten Offshore-Vermögens.

Das gesamte Finanzvermögen in der Schweiz soll derweil weiter wachsen. Laut BCG stieg es 2025 auf 4,2 Billionen Dollar und dürfte bis 2030 auf 5,1 Billionen anwachsen. Damit verzeichne die Schweiz eine der höchsten Wachstumsraten in Westeuropa.

Stark wachsendes Finanzvermögen

Weltweit legte das Finanzvermögen 2025 um 10,7 Prozent auf 333 Billionen Dollar zu – so stark wie seit 2021 nicht mehr. Gründe dafür seien unter anderem steigende Aktienmärkte sowie die hohe Nachfrage nach Gold in Zeiten geopolitischer Spannungen gewesen, hiess es im Bericht.

Das weltweite Finanzvermögen wachse zwar, doch im Jahr 2025 zeigte sich eine sich vergrössernde Kluft zwischen Regionen, die «durch tiefgreifende Kapitalmärkte in grossem Umfang Wohlstand generieren, und solchen, die durch politische Unsicherheit oder schwache wirtschaftliche Fundamentaldaten gebremst werden».

(lak/can/sda/awp)

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