Rund 350 Tote bei Erdbeben in Kurdengebieten

13.11.17, 16:40

Bei dem schweren Erdbeben in den südlichen Kurdengebieten in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak sind rund 350 Menschen ums Leben gekommen.

Dem iranischen Innenministerium zufolge gab es am Montagmittag insgesamt 348 Tote und 6600 Verletzte. Weitere Opfer werden befürchtet. Nach Angaben des Gouverneur-Amts der Provinz Kermanschah im Westiran wurden die Opfer am Montag der Gerichtsmedizin übergeben.

Das Erdbeben der Stärke 7.3 hatte die Region am Sonntagabend erschüttert. Nach Angaben des deutschen Geoforschungszentrums Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah. US-Experten der Erdbebenwarte USGS hatten das Epizentrum zuvor etwas weiter westlich auf irakischer Seite der Grenze geortet, lokalisierten es am Montag aber rund 50 Kilometer nördlich von Sare Pole Sahab im Iran.

Mehrere kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen.

Ruhani verspricht Soforthilfe

Rettungskräfte konnten erst acht Stunden nach dem Beben ihre Bergungsarbeiten richtig beginnen - sie mussten warten, bis es wieder hell wurde. Danach stiegen die Opferzahlen fast im Minutentakt. Wie viele Menschen sich noch unter den Trümmern befinden, war zunächst unklar. Irans Präsident Hassan Ruhani versprach den Menschen in der Erdbebenregion sofortige Hilfe und will die Katastrophenregion am Dienstag besuchen.

Die Türkei schickte derweil Hilfe in die Katastrophenregion. Ein Konvoi von 50 Lastwagen mit Hilfslieferungen sei im Irak angekommen, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Istanbul.

Zudem will der türkische Rote Halbmond nach eigenen Angaben 3000 Zelte, Heizkörper sowie 10'000 Betten und Decken an die irakische Grenze bringen. Die Schweiz hat noch keine Hilfe entsandt, da noch keine Anfrage für internationale Hilfe eingegangen sei, wie das Aussendepartement (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Das Beben soll Berichten zufolge auch in weit entfernten Gebieten zu spüren gewesen sein, so in Kuwait und in Teilen der Türkei. Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) twitterte, man beobachte die Situation in der Erdbebenregion und halte sich für Einsätze bereit. (sda/dpa/afp/reu)

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