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Die tragische Geschichte hinter dem Song «I Don't Like Mondays» und 9 weitere wahre Lieder-Botschaften 

26.03.2015, 10:12
Katja Iken / Spiegel Online
Ein Artikel von
Spiegel Online
«Nur noch kurz die Welt retten»
Günther Fischer, Journalist und Musikkritiker und Manfred Prescher, ehemaliger Radiomoderator und Musikreporter haben ein Buch über berühmte Songzeilen und ihre Geschichten veröffentlicht. «Nur noch kurz die Welt retten» (Konrad Theiss Verlag 2015) ist der Nachfolgeband ihres Werks «Alles klar auf der Andrea Doria» (Primus Verlag 2013). Akribisch haben die beiden Musikexperten die Hintergründe von rund 300 Evergreens recherchiert, ihre alten Interviewbänder abgehört – und Erstaunliches ausgebuddelt.

Brennende Betten und Montage, die man nicht mag: Gut gelaunt trällern wir vermeintlich nichts sagende oder unsinnige Liedertexte mit. Doch dahinter stecken oft tieftraurige und/oder politische Botschaften. Diese werden in einem neuen Buch (siehe Info-Box) verraten. Und 10 davon gleich hier:

1. «Beds Are Burning»

Erinnerst du dich? 1987 treten fünf junge Männer auf den Plan, stellen zwei zornige Fragen – und landen einen Welthit: In «Beds Are Burning» will Peter Garrett, Sänger von Midnight Oil, wissen:

«How can we dance when our earth is turning? How can we sleep while our beds are burning?»

Hinter diesen zwei anscheinend simplen Fragen steckt eine politische Botschaft, mit dem die Rockband auf die gewaltsame Vertreibung der Pintupi, der letzten Ureinwohner Australiens, zielte:

«The time has come to say fair's fair, to pay the rent, to pay our share.» 
«Die Zeit ist gekommen, fair zu sein und unseren Anteil zu bezahlen»
«It belongs to them: Let's give it back.» 
«Es gehört ihnen. Geben wir es zurück»

«Beds Are Burning» – Midnight Oil

2. «I Don't Like Mondays»

Wenn es Montagmorgen aus dem Radio ertönt, nervt es ein bisschen: «I Don't Like Mondays» von den Boomtown Rats. Sein Hintergrund ist aber tragisch: Bob Geldof besingt den Amoklauf der damals 16-Jährigen Kalifornierin Brenda Ann Spencer.

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Am 29. Januar 1979, einem Montag, erschoss sie aus einem Fenster ihres Elternhauses den Schulleiter und den Hausmeister in der gegenüberliegenden Grover Cleveland Elementary School. Weiter verletzte sie einen Polizisten sowie acht ihrer Mitschüler. Spencers Antwort auf die Frage nach dem Warum: 

«I don't like Mondays. This livens up the day.»
«Ich mag keine Montage. Das belebt den Tag»
Brenda Spencer.
Brenda Spencer.
bild: screenshot youtube

«I Don't Like Mondays» – Boomtown Rats

Im Juli 1979 stürmte «I Don't Like Mondays» Platz eins der britischen Charts, bis heute ist es der grösste Hit der irischen Band. Und Spencer, zu zweimal 25 Jahren bis lebenslanger Haft verurteilt, sitzt noch immer im Gefängnis.

3. «Born In The USA»

Bruce Springsteens «Born In The USA» könnte glatt als Alternativnationalhymne der USA durchgehen. Sogar Ronald Reagan tappte in die Falle. 1984 wollte er den Song gar für seinen Wahlkampf adaptieren, höflich lehnte Springsteens Management ab.

Und das ist auch gut so, denn im Lied ging es nicht um die grandiose amerikanische Nation, sondern das Leben eines GIs, der in Vietnam kämpfen musste und nach seiner Rückkehr in die Heimat keinerlei Chancen mehr hat. Die vermeintliche Nationalhymne, sie entpuppt sich als Antikriegslied.

«Born In The USA» – Bruce Springsteen

4. «Don't Worry, Be Happy»

1988 beglückte Stimmakrobat Bobby McFerrin die Welt mit «Don't Worry, Be Happy». Inspiriert hat ihn der 1894 geborene indische Guru und Mystiker Meher Baba:

Bild: wikipedia

Meher Baba kritisierte, dass Leute sich anschreien: «Je grösser die Liebe, desto sanfter die Stimme.» Eigentlich brauche man gar nichts mehr zu sagen. Nach seinen letzten Worten («Don't Worry, Be Happy») schwieg er vom 10. Juli 1925 an die restlichen 44 Jahre seines Lebens. 

«Don't Worry, Be Happy» – Bobby McFerrin

6 weitere Songs und ihre Bedeutung:

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Was Songtexte wirklich meinen
quelle: ap john filo / john file
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