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Ukraine

Wegen Starlink: Ukraine macht so grosse Geländegewinne wie zuletzt 2023

In this photo provided by Ukraine's 65th Mechanized Brigade press service, a soldier fires a MILAN, a Franco-German anti-tank missile system, during a drill close to the frontline on the site of  ...
Ukrainische Soldaten erobern Land zurück.Bild: keystone

Wegen Starlink: Ukraine macht so grosse Geländegewinne wie zuletzt 2023

Unabhängigen US-Experten zufolge hat die Ukraine zuletzt so grosse Gebietsgewinne erzielt wie seit 2023 nicht mehr. Die Ursache dafür sei, dass Russland den Zugang zum Satellitensystem Starlink verloren hat.
17.02.2026, 09:2117.02.2026, 10:11

Nach Auswertung aktueller Daten hat die ukrainische Armee innerhalb weniger Tage rund 201 Quadratkilometer von russischen Truppen zurückgewonnen. Eine Analyse des unabhängigen US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) zeigt, dass Kiew seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 keinen vergleichbaren Gebietszuwachs in so kurzer Zeit mehr erzielt hat.

Ursache dafür ist, dass Russland den Zugang zum Satellitensystem Starlink des Multimilliardärs Elon Musk verloren hat. Seit Anfang Februar können russische Einheiten das System nicht mehr nutzen, was ihre Kommunikation und den Einsatz technischer Geräte deutlich erschwert. Das berichtet die «Kyiv Post».

Musk schaltet Starlink für Kreml ab

Russische Militärbeobachter hätten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt. Musk hatte zuvor «Massnahmen» angekündigt, um die Starlink-Nutzung für den Kreml einzuschränken.

Nach Angaben aus Kiew hatten russische Drohnen zuvor mithilfe von Starlink elektronische Störsysteme umgangen und ihre Ziele präzise getroffen. Ohne die Verwendung von Starlink verzeichnete Russland laut ISW in der vergangenen Woche nur am 9. Februar Geländegewinne. An den übrigen Tagen konnte die Ukraine vorrücken.

Die Rückeroberungen konzentrieren sich vor allem auf ein Gebiet rund 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja.

Ukraine und Russland führen neue Verhandlungen in Genf

Hochrangige Vertreter Russlands und der Ukraine verhandeln ab heute in der Schweiz wieder über ein Ende des vor vier Jahren begonnen russischen Angriffskriegs. Während die ukrainische Seite bei den unter Vermittlung der USA geführten Gesprächen in Genf vor allem humanitäre Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen möchte, will Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen. Der ukrainische Präsident Wolodymr Selenskyj warf den Russen vor, derweil schon die nächste Welle schwerer Angriffe auf ukrainische Städte zu planen.

Die vom Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, geleitete Delegation aus Kiew traf bereits am Montag in Genf ein. «Die Tagesordnungspunkte sind abgestimmt, das Team ist bereit zur Arbeit», liess Umjerow über die sozialen Netzwerke wissen. Vergangene Woche hatte er auch eine Teilwaffenruhe zum Schutz der ukrainischen Energieversorgung zu einem Ziel der nächsten Gesprächsrunde erklärt.

Zum ukrainischen Tross gehören neben ihm der Chef des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, Vizeaussenminister Serhij Kyslyzja und der Vizechef des Militärgeheimdienstes HUR, Wadym Skibizkyj.

(hkl, mit Material der sda/dpa)

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76 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fribourgeoise
17.02.2026 10:04registriert Dezember 2022
Das ist zwar sehr gut für die Ukraine das sie die Russen wieder zurück drängen konnte, aber ich finde es bedenklich das ein Privater Multimilliardär über die Technik verfügt die evtl. einen Krieg entscheiden kann. Elon Musk ist wie Trump: Man weiss nie was als nächstes kommt.
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Peter Vogel
17.02.2026 09:36registriert Juni 2020
Warum hatte Russland überhaupt Zugriff?
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Scrat
17.02.2026 10:16registriert Januar 2016
Was zeigt, dass Russland diesen Krieg wahrscheinlich längstens verloren hätte, hätte der Westen die Ukraine von Anfang an richtig unterstützt.
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