Wegen Starlink: Ukraine macht so grosse Geländegewinne wie zuletzt 2023
Nach Auswertung aktueller Daten hat die ukrainische Armee innerhalb weniger Tage rund 201 Quadratkilometer von russischen Truppen zurückgewonnen. Eine Analyse des unabhängigen US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) zeigt, dass Kiew seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 keinen vergleichbaren Gebietszuwachs in so kurzer Zeit mehr erzielt hat.
Recent Ukrainian tactical counterattacks have reportedly liberated multiple small settlements along the Yanchur and Haichur rivers in the Oleksandrivka and Hulyaipole directions.
— Institute for the Study of War (@TheStudyofWar) February 16, 2026
These Ukrainian counterattacks are likely leveraging the recent block on Russian forces’ access to… https://t.co/axIZceQvVj pic.twitter.com/DVZLtpcUv8
Ursache dafür ist, dass Russland den Zugang zum Satellitensystem Starlink des Multimilliardärs Elon Musk verloren hat. Seit Anfang Februar können russische Einheiten das System nicht mehr nutzen, was ihre Kommunikation und den Einsatz technischer Geräte deutlich erschwert. Das berichtet die «Kyiv Post».
Musk schaltet Starlink für Kreml ab
Russische Militärbeobachter hätten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt. Musk hatte zuvor «Massnahmen» angekündigt, um die Starlink-Nutzung für den Kreml einzuschränken.
Nach Angaben aus Kiew hatten russische Drohnen zuvor mithilfe von Starlink elektronische Störsysteme umgangen und ihre Ziele präzise getroffen. Ohne die Verwendung von Starlink verzeichnete Russland laut ISW in der vergangenen Woche nur am 9. Februar Geländegewinne. An den übrigen Tagen konnte die Ukraine vorrücken.
Die Rückeroberungen konzentrieren sich vor allem auf ein Gebiet rund 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja.
Ukraine und Russland führen neue Verhandlungen in Genf
Hochrangige Vertreter Russlands und der Ukraine verhandeln ab heute in der Schweiz wieder über ein Ende des vor vier Jahren begonnen russischen Angriffskriegs. Während die ukrainische Seite bei den unter Vermittlung der USA geführten Gesprächen in Genf vor allem humanitäre Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen möchte, will Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen. Der ukrainische Präsident Wolodymr Selenskyj warf den Russen vor, derweil schon die nächste Welle schwerer Angriffe auf ukrainische Städte zu planen.
Die vom Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, geleitete Delegation aus Kiew traf bereits am Montag in Genf ein. «Die Tagesordnungspunkte sind abgestimmt, das Team ist bereit zur Arbeit», liess Umjerow über die sozialen Netzwerke wissen. Vergangene Woche hatte er auch eine Teilwaffenruhe zum Schutz der ukrainischen Energieversorgung zu einem Ziel der nächsten Gesprächsrunde erklärt.
Zum ukrainischen Tross gehören neben ihm der Chef des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, Vizeaussenminister Serhij Kyslyzja und der Vizechef des Militärgeheimdienstes HUR, Wadym Skibizkyj.
(hkl, mit Material der sda/dpa)
