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Ungarn

Ukraine: Slowakei und Ungarn haben wegen Pipeline Öl-Versorgungsprobleme

Druschba-Pipeline dicht – Slowakei und Ungarn bitten Kroatien um Öl

Seit Ende Januar kommt kein russisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline. Jetzt bekommen Ungarn und die Slowakei Probleme mit der Versorgung.
17.02.2026, 17:3817.02.2026, 17:43
Ein Artikel von
t-online

Nach dem Stopp russischer Öllieferungen durch die Ukraine haben Ungarn und die Slowakei Kroatien um Unterstützung gebeten. Der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó forderte die Regierung in Zagreb am Montag auf, den Transport über die Adria-Pipeline zu ermöglichen.

epa12060253 Slovakia's Prime Minister Robert Fico (R) and Hungarian Prime Minister Viktor Orban (L) shake hands prior to their meeting in Bratislava, Slovakia, 28 April 2025. EPA/MARTIN DIVISEK
Viktor Orbán (l.) und Robert Fico (r.): Die Ministerpräsidenten von Ungarn und der Slowakei machen der Ukraine Vorwürfe.Bild: keystone

Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Susnjar signalisierte Hilfsbereitschaft, solange dies im Einklang mit EU- und US-Vorschriften stehe. Parallel dazu beantragte der ungarische Energiekonzern MOL bei der Regierung in Budapest die Freigabe strategischer Ölreserven. Sollten die Lieferungen aus dem Osten nicht in den kommenden Tagen wieder anlaufen, müssten zunächst rund 250'000 Tonnen Rohöl freigegeben werden, teilte das Unternehmen mit.

Ungarn und Slowakei halten weiter zu Putin

Die Lieferungen über die Druschba-Pipeline sind seit dem 27. Januar unterbrochen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico warf der Ukraine am Sonntag vor, die Wiederaufnahme der Exporte absichtlich zu verzögern. Kiew wolle Ungarn damit unter Druck setzen, seinen Widerstand gegen einen künftigen EU-Beitritt der Ukraine aufzugeben. Über die Ursache des Lieferstopps gibt es widersprüchliche Angaben.

Das ukrainische Aussenministerium machte in der vergangenen Woche einen russischen Angriff auf die Pipeline-Infrastruktur verantwortlich. Aussenminister Andrij Sybiha veröffentlichte auf dem Kurznachrichtendienst X ein Foto von Löscharbeiten und warf Ungarn vor, den Vorfall zwei Wochen lang verschwiegen zu haben, um Russland zu schützen. Ungarn wies dies zurück und beschuldigte seinerseits die ukrainische Seite, die Stromversorgung für den betroffenen Pipeline-Abschnitt gekappt zu haben.

Ungarn und die Slowakei nehmen innerhalb der Europäischen Union eine Sonderrolle ein. Beide Länder profitieren von Ausnahmeregelungen bei den EU-Sanktionen gegen russisches Pipeline-Öl und sind stark auf diese Importe angewiesen. Die Regierungen in Budapest und Bratislava unterhalten im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten weiterhin enge Beziehungen zu Moskau. Sie haben sich bislang erfolgreich gegen Bestrebungen aus Brüssel gewehrt, die Energieimporte aus Russland vollständig zu stoppen, mit denen der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert.

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quelle: keystone / alex brandon
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Fribourgeoise
17.02.2026 17:50registriert Dezember 2022
Lieber Orban, alles hat seinen Preis. Du bekommst kein Öl mehr von Russland? Kein Problem, andere EU Staaten auch nicht. Nur die wollen kein Öl mehr aus Russland haben und haben andere Möglichkeiten gefunden. Du nicht. Und jetzt sitzt Du, das heisst besser gesagt das ungarische Volk, auf leeren Tanks. Selber Schuld wenn man auf das falsche Pferd setzt. Mein Tipp: Verlasse die EU und suche Dir neue Partner in Russland oder bei Trump. Die wollen sich ja beide vergrössern und die EU würdest Du auch noch Glücklich machen. Bon voyage!
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Voraus denken!
17.02.2026 17:48registriert März 2022
Es muss Ungarn und der Slowakei Schmerzen. Erst dann werden sie merken, dass sie abhängig sind von Europa.

Es sind Rosinenpicker die die Kohle aus Brüssel nur zu gerne annehmen aber die Basis der Solidarität (europäische Werte) mit Füssen treten.

Ähnlich wie die Schweiz nur dass wir keine Kohle aus Brüssel bekommen aber gerne am europäischen Markt teilnehmen würden.
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dan2016
17.02.2026 17:52registriert April 2016
ich hoffe, die ürigen EU-Länder anerekennen, dass die Ukraine dringendere Probleme bei der Energieversorgungsreparatur hat als die beiden Trollstaaten mit öl zu versorgen. Die mit Öl warten, bis der letzte Ukrainer wieder in seinem Land heizen kann.
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