Druschba-Pipeline dicht – Slowakei und Ungarn bitten Kroatien um Öl
Nach dem Stopp russischer Öllieferungen durch die Ukraine haben Ungarn und die Slowakei Kroatien um Unterstützung gebeten. Der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó forderte die Regierung in Zagreb am Montag auf, den Transport über die Adria-Pipeline zu ermöglichen.
Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Susnjar signalisierte Hilfsbereitschaft, solange dies im Einklang mit EU- und US-Vorschriften stehe. Parallel dazu beantragte der ungarische Energiekonzern MOL bei der Regierung in Budapest die Freigabe strategischer Ölreserven. Sollten die Lieferungen aus dem Osten nicht in den kommenden Tagen wieder anlaufen, müssten zunächst rund 250'000 Tonnen Rohöl freigegeben werden, teilte das Unternehmen mit.
Ungarn und Slowakei halten weiter zu Putin
Die Lieferungen über die Druschba-Pipeline sind seit dem 27. Januar unterbrochen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico warf der Ukraine am Sonntag vor, die Wiederaufnahme der Exporte absichtlich zu verzögern. Kiew wolle Ungarn damit unter Druck setzen, seinen Widerstand gegen einen künftigen EU-Beitritt der Ukraine aufzugeben. Über die Ursache des Lieferstopps gibt es widersprüchliche Angaben.
Das ukrainische Aussenministerium machte in der vergangenen Woche einen russischen Angriff auf die Pipeline-Infrastruktur verantwortlich. Aussenminister Andrij Sybiha veröffentlichte auf dem Kurznachrichtendienst X ein Foto von Löscharbeiten und warf Ungarn vor, den Vorfall zwei Wochen lang verschwiegen zu haben, um Russland zu schützen. Ungarn wies dies zurück und beschuldigte seinerseits die ukrainische Seite, die Stromversorgung für den betroffenen Pipeline-Abschnitt gekappt zu haben.
We know that the Hungarian side is preparing to complain again about problems with Russian oil transit through the Druzhba pipeline.
— Andrii Sybiha 🇺🇦 (@andrii_sybiha) February 12, 2026
We can only advise them to approach their “friends” in Moscow with these photos. This is the Druzhba pipeline infrastructure burning after the… pic.twitter.com/Xbn3DGCRkl
Ungarn und die Slowakei nehmen innerhalb der Europäischen Union eine Sonderrolle ein. Beide Länder profitieren von Ausnahmeregelungen bei den EU-Sanktionen gegen russisches Pipeline-Öl und sind stark auf diese Importe angewiesen. Die Regierungen in Budapest und Bratislava unterhalten im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten weiterhin enge Beziehungen zu Moskau. Sie haben sich bislang erfolgreich gegen Bestrebungen aus Brüssel gewehrt, die Energieimporte aus Russland vollständig zu stoppen, mit denen der Kreml seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert.

