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Drei junge Journalisten, die sich nicht auf dem Sofa ausruhen wollen: Andres Eberhard, Joel Bedetti, Pascal Sigg (v. l.).&nbsp;<br data-editable="remove">
Drei junge Journalisten, die sich nicht auf dem Sofa ausruhen wollen: Andres Eberhard, Joel Bedetti, Pascal Sigg (v. l.). 
bild: fabian gruber/kasuma.ch
Interview

«Je mehr mitlesen, desto tiefer wird der Preis»: Drei junge Journalisten lancieren das erste Schweizer Online-Reportage-Magazin

Sie wollen Journalismus mit Tiefgang. Sie wollen die grossen Geschichten aus der Schweiz erzählen. Und sie wollen, dass wir im Netz für ihre Stories bezahlen: Drei junge Journalisten lancieren das Reportagen-Portal Coup. Mitgründer Pascal Sigg erzählt, wie es dazu kam.
02.03.2016, 09:4708.03.2016, 08:14
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Unterstütze Coup auf Wemakeit

Pascal, ihr lanciert Coup, das Online-Reportagen-Magazin für die Schweiz. Ein abenteuerliches Projekt ...
Pascal Sigg:
Ja, es klingt vielleicht abenteuerlich. Aber wir haben uns schon überlegt, wie wir das genau machen wollen ... (lacht).

Wo haben eure Überlegungen angefangen?
Wir sind drei junge Journalisten, die sich auf Reportagen, also auf lange Texte und grosse Geschichten, spezialisiert haben. Wir haben diese Geschichten geschrieben, publiziert, verkauft. Aber wir haben auch gemerkt: Die Bereitschaft der Massenmedien, solche Texte zu publizieren, ist nicht mehr sehr gross. Es fehlt am Geld. Publizieren würden sie ja, aber bezahlen dann doch nicht unbedingt.

Was ist Coup?
Coup ist das neue Online-Magazin für Junge und Neugierige. Wir wollen einmal im Monat eine grosse Geschichte aus der Schweiz publizieren – ausschliesslich online. Drei Geschichten haben wir bereits gemacht. Für mehr seriösen, jungen Journalismus ist Coup auf deine Unterstützung angewiesen: Hier kannst du unser Projekt unterstützen.

Und ausgerechnet in diesem schwierigen Umfeld wollt ihr euch im Internet direkt an die Leser wenden?
Wir sind überzeugt, dass das Interesse an langen Texten, die aus Leidenschaft entstanden sind, und gleichzeitig an Themen, die wir unmittelbar vor der Haustüre antreffen, bei vielen Leuten grösser ist denn je. Insbesondere auch beim jungen Publikum, das um die 20, 30 Jahre alt ist, gut gebildet ist.

Die Bereitschaft der Massenmedien, solche Texte zu publizieren, ist nicht mehr sehr gross. Es fehlt am Geld. Publizieren würden sie ja, aber bezahlen dann doch nicht unbedingt.
Pascal Sigg

Aber heute gibt's doch im Internet guten Content gratis. Wer hat da auf euch gewartet?
Es gibt viele Leute, die hohe Ansprüche an die Information haben, die sie im Internet finden. In einer Studie der Universität Zürich zur Qualität der Medien ist von einem Nachwuchsproblem des Informationsjournalismus die Rede. Die Zahl der Jungen, die sich ausschliesslich digital informieren, steigt rasant. Wir glauben aber, dass sich Digital Natives hier nicht weniger Qualität wünschen als die ältere Print-Leserschaft. Qualität braucht halt Zeit und kostet Geld.

Die Macher von Coup
Die Coup-Initianten Andres Eberhard (32), Joel Bedetti (31) und Pascal Sigg (32) kennen sich aus Studienzeiten und teilen sich ein spartanisches Journalistenbüro in Zürich. Während des Studiums sammelten sie ihre ersten journalistischen Erfahrungen bei Lokalzeitungen und Magazinen in der Schweiz und in Deutschland.
Bedetti war Reporter bei «20 Minuten Online» und arbeitet als freier Journalist für die «NZZ am Sonntag», «Das Magazin» und «NZZ Folio».
Eberhard ist verantwortlich für die Hintergrund-Seite beim «Zürcher Oberländer» und schreibt als freier Reporter u.a. für «Annabelle», «Stern», «Reportagen» und «Readers Digest».
Sigg hat als freischaffender Journalist für «NZZ am Sonntag», «Zeit», die «Tages Woche» und «Reportagen» gearbeitet.

Bei der Realisierung der Geschichten arbeitet Coup mit anderen jungen Medienschaffenden zusammen. Für die ersten Geschichten waren das Journalistin Anna Miller, Fotograf Nicolas Zonvi, Illustratorin Claudine Etter und Illustrator Philip Schaufelberger. Martin Beglinger («NZZ Geschichte») unterstützt das Projekt als Mentor. (egg)
Sollten wir erfolgreich sein, möchten wir den Abopreis mittelfristig senken. Je mehr Abonnenten mitmachen, desto tiefer der Preis.
Pascal Sigg

Auch Leute, die sogenannten Gratis-Content herstellen, leisten qualitativ gute Arbeit ...
Sicher. Aber wir stecken sehr viel Arbeit in eine einzige Geschichte, das lässt sich nicht nur mit Clicks und Werbung zahlen. Zudem möchten wir unabhängig bleiben, und uns über unsere Leserschaft – und nicht über Werbung – finanzieren.

Ihr startet mit einer Crowdfunding-Kampagne ...
Ja, wir lancieren unser Projekt über Wemakeit. Wer uns unterstützen und unserem Projekt eine Chance geben will, kann das tun. Wir sind sehr froh um Unterstützung. Dafür bekommen die Leser hier drei Reportagen gratis.

Und dann?
Bei erfolgreicher Kampagne werden wir unseren Abonnenten 12 Geschichten in einem Jahr erzählen. Bei einem Abopreis von jährlich 50 Franken macht das knapp 5 Franken pro Geschichte. Doch sollten wir erfolgreich sein, möchten wir den Abopreis mittelfristig senken. Je mehr Abonnenten mitmachen, desto tiefer der Preis.

Wir möchten uns mit unseren Geschichten bewusst für die Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaft einsetzen, vielleicht auch mal eine Gesetzesänderung beeinflussen.
Pascal Sigg

Warum nur eine Geschichte pro Monat?
Unsere Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeiten sind derart vielfältig, dass wir unseren Leserinnen und Lesern nicht mehr zumuten möchten. Daher beschränken wir uns auf weniger Geschichten, recherchieren und erzählen diese dafür umso intensiver.

Wirst du Coup lesen?

Ihr habt als erstes das Portrait eines Kunst-App-Entwicklers zu bieten. Welche Themen werdet ihr sonst verfolgen?
Wie gesagt: Das wichtigste Merkmal für unsere Geschichten ist, dass sie aus der Schweiz kommen und mit uns hier zu tun haben. Reportagen aus dem Ausland gibt es bereits genug. Wir möchten uns zudem bewusst für die Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaft einsetzen, vielleicht mit einer besonders relevanten Recherche auch mal eine Gesetzesänderung beeinflussen.

Ihr habt hohe Ziele, aber ihr werdet das schaffen! Wir wünschen euch viel Erfolg bei euerem grossartigen Projekt!

Coup macht Crowdfunding
Willst du mehr grosse Geschichten aus der Schweiz? Junge Journalisten wollen sie für dich schreiben. Unterstütze die Crowdfunding-Kampagne des digitalen Magazins Coup auf Wemakeit.

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«Finnland fühlt sich in seiner Existenz bedroht»
Jussi Hanhimäki ist Finne. Er ist Professor für internationale Geschichte am Graduate Institute of International and Development Studies (IHEID) in Genf. Er ordnet die am Donnerstagmorgen von der Regierung bekannt gegebene Bereitschaft Finnlands, der NATO beizutreten, für uns ein.

Die finnische Regierung kündigte am Donnerstagmorgen ihren Willen an, dass das bislang neutrale Finnland «unverzüglich» der NATO, dem grossen westlichen Militärbündnis, beitreten könne. Die russische Reaktion erfolgte sofort. Es betrachtet den Beitritt Finnlands zur Atlantischen Allianz als eine «Bedrohung» für sich selbst. «Die NATO bewegt sich auf uns zu», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der Agentur Interfax.

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