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Schweiz und Frankreich gelingt komplexe Vierfach-Nierenspende

Eine Infusion mit Salzloesung waehrend einer Nierenimplantation am Universitaetsspital Basel, aufgenommen am 6. September 2004. Das Basler Universitaetsspital fuehrt im Jahr ungefaehr 20 Nierentranspl ...
Die sogenannte Vierfach-Nierentransplantation wurde nun erstmals durchgeführt. Bild: KEYSTONE

Schweiz und Frankreich gelingt komplexe Vierfach-Nierenspende

26.05.2026, 12:2326.05.2026, 12:23

Das Genfer Universitätsspital hat gemeinsam mit drei französischen Spitälern erstmals eine internationale Vierfach-Nierentransplantation durchgeführt. An der komplexen Austauschoperation waren vier Spenderinnen und Spender sowie vier Empfänger beteiligt. Nach Angaben der beteiligten Kliniken handelt es sich dabei um eine Premiere.

Das sogenannte Kreuzspendeverfahren kommt zum Einsatz, wenn eine lebende spendende Person mit ihrer erkrankten Bezugsperson medizinisch nicht kompatibel ist. In solchen Fällen werden mehrere inkompatible Spender-Empfänger-Paare so miteinander kombiniert, dass eine anonyme, gegenseitige Kompatibilität zwischen den Paaren entsteht.

Diese Form der Organspende bietet mehrere Vorteile: Sie verkürzt die Wartezeit auf ein Organ, entlastet die Wartelisten und verbessert die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten, da die Transplantationen mit Organen lebender Spender erfolgen.

Neben dem Genfer Universitätsspital waren die Universitätskliniken von Montpellier, Reims und Toulouse an der Operation beteiligt. Bereits 2024 war in Frankreich erstmals ein Dreifach-Kreuzspendeprogramm umgesetzt worden. Die nun erfolgte internationale Vierfach-Operation mit insgesamt acht beteiligten Patientinnen und Patienten gilt als wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung von Lebendnierenspenden.

Durch die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Frankreich vergrössert sich der Kreis potenziell kompatibler Spender- und Empfängerpaare erheblich. Das Genfer Unispital engagiert sich seit Jahren im Bereich der Kreuzspenden, waren bislang jedoch durch die begrenzte Zahl nationaler Spenderpaare eingeschränkt.

Neue Perspektiven für Patienten

Auch die Schweizer Stiftung Swisstransplant begrüsst die internationale Ausweitung des Programms. Sie spricht von einem bedeutenden Fortschritt, der insbesondere für Patientinnen und Patienten mit schwierigen Kompatibilitätsprofilen neue Perspektiven eröffne.

In Frankreich identifiziert die nationale Biomedizin-Agentur monatlich mögliche Kombinationen kompatibler Spender- und Empfängerpaare. Nach abschliessenden medizinischen Tests müssen die beteiligten Kliniken ihre chirurgischen Eingriffe präzise koordinieren und den Transport der Organe organisieren.

Für die aktuelle Vierfach-Operation wurden insgesamt acht voneinander abhängige Eingriffe innerhalb von maximal 24 Stunden durchgeführt. (sda/fwa)

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