«Keine 10-Millionen-Schweiz»: Die Stimmung kippt laut neuer Umfrage
Der zweite Zwischenstand zur Abstimmung vom 14. Juni zeigt eine leichte Verschiebung zugunsten des Nein-Lagers bei der Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». Das zeigt das Stimmungsbarometer des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov Schweiz. Die Vorlage zur Änderung des Zivildienstgesetzes bleibt ohne klare Mehrheit.
«Chaos»-Narrativ legt zu
Bei der lancierten Nachhaltigkeitsinitiative der SVP sprechen sich aktuell 51 Prozent gegen die Vorlage aus, nur 43 Prozent dafür. Im Vergleich zur ersten Umfrage hat das Nein-Lager, das den Vorstoss «SVP-Chaos-Initiative» nennt, damit fünf Prozentpunkte zugelegt. Gleichzeitig schrumpfte die Zustimmung für das Ja-Lager leicht. Der Vorsprung ist damit nicht riesig, doch ein Nein erscheint derzeit etwas wahrscheinlicher.
Auf der Ja-Seite stehen vor allem Argumente rund um Zuwanderung, Wachstumsbegrenzung und die Forderung, die Schweiz solle nicht für globale Probleme verantwortlich gemacht werden. Auf der Nein-Seite dominieren die Sorge vor wirtschaftlichen Folgen, ein möglicher Fachkräftemangel und die Einschätzung, die Initiative sei unnötig.
Noch kein klarer Trend beim Zivildienst
Auch beim Zivildienstgesetz bleibt das Rennen eng. Aktuell würden 44 Prozent die Vorlage ablehnen, 40 Prozent würden zustimmen. Zwar konnten die Gegner im Vergleich zu den Befürworter stärker zulegen, viele der Befragten (16 Prozent) bleiben aber unentschlossen.
Befürworter betonen die sicherheitspolitische Bedeutung des Militärdienstes und sehen den Zivildienst teils als Ausweichmöglichkeit. Gegner verweisen auf die gesellschaftliche Rolle des Zivildienstes und halten die geplante Änderung zunehmend für unnötig.
Ein finales Stimmungsbarometer veröffentlicht YouGov Schweiz nächste Woche. Am 14. Juni stimmt das Schweizer Volk über die beiden Vorlagen ab.
