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Gewitter vom 1. August nur ein Tropfen auf heissen Stein



Am 1. August hat es in der Schweiz teils heftige Gewitter mit Hagel, starkem Regen und kräftigen Windböen gegeben. Doch an der Dürre haben die Niederschläge nichts geändert. Sie waren nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.

Um die Auswirkungen der Trockenheit nachhaltig zu mildern, bräuchte es flächendeckende und vor allem längere Niederschläge, wie Markus Kägi von MeteoSchweiz gegenüber der Agentur Keystone-SDA sagte. «Am Mittwoch regnete es teils zwar intensiv, aber nur punktuell und nirgends über eine längere Zeit», sagte der Meteorologe.

Der Schwerpunkt der Gewitter lag am frühen Nachmittag im westlichen Berner Oberland. Anschliessend verschoben sich die Niederschläge nach Osten in Richtung zentrale und östliche Voralpen. Weitere Gewitterzellen gab es im Jura und im Wallis. Gegen Abend breiteten sich einzelne Gewitter auch in Richtung Flachland aus.

Die Niederschläge führten an mehreren Orten zu Verkehrsbehinderungen. Im Kanton St. Gallen wurde die Autobahn A13 bei St. Margrethen überflutet. Wie die Polizei mitteilte, war die Strasse am Mittwochabend in beiden Richtungen gesperrt. Im Kanton Graubünden ging am Flüelapass zwischen Davos und Susch im Unterengadin eine Schlammlawine nieder und verschüttete die Strasse, wie das Tiefbauamt mitteilte. Die Strasse über den Gebirgspass bleibt mindestens bis Donnerstag gesperrt.

Schwül-heisse Aussichten

Von Gewittern, die sich am Nachmittag und Abend über der Schweiz entluden, waren das Gebiet zwischen Zürichsee und Bodensee mit der Stadt St. Gallen sowie die Region Schaffhausen besonders stark betroffen, wie der Wetterdienst Meteonews am späten Abend meldete.

In St. Gallen fielen mit 63 Millimetern in einer Stunde rund ein Drittel des durchschnittlichen Monatsniederschlags. In Beringen SH mass Meteonews 53 Millimeter und in Schaffhausen 34 Millimeter. In Altenrhein wurden Windspitzen von bis zu 117 Stundenkilometern registriert.

Die Niederschläge brachten aber nur vorübergehende Abkühlung. Denn laut MeteoSchweiz wird es in der Schweiz auch in den nächsten Tagen bis zum Wochenende hin verbreitet über 30 Grad heiss. Und weil die Luft feuchter wird, werden die Temperaturen als deutlich unangenehmer empfunden.

Ab Mitte nächster Woche ist die Wetterentwicklung laut Meteorologen noch unsicher. Flächendeckender und anhaltender Regen ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. Die Trockenheit und die Waldbrandgefahr dürften sich also weiter zuspitzen.

Tropennacht nach Hitzerekord

In der Schweiz waren am Dienstag vielerorts die Hitzerekorde dieses Jahres gefallen. Das Thermometer stieg an mehreren Orten auf knapp 36 Grad. In Sitten wurde mit 35.9 Grad die höchste Temperatur gemessen.

Am Mittwoch wurde es zwar nicht ganz so heiss. Dafür dürften viele Schweizerinnen und Schweizer wegen einer neuerlichen Tropennacht schlecht geschlafen haben. Die Temperaturen sanken in der Nacht stellenweise nicht unter 23 Grad, wie Meteonews mitteilte.

Spitzenreiter in Sachen mangelnder Abkühlung war Vevey VD, wo das Thermometer in der Nacht nicht unter 23.3 Grad sank. Auch die Einwohner von Neuhausen am Rheinfall SH dürften sich bei 23 Grad über die mangelnde Nachtkühle beklagt haben. Meteorologen sprechen von einer Tropennacht, wenn die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

Feuerverbote missachtet

In der Ostschweiz hielten sich Unbekannte am Dienstag nicht an das strikte Feuerverbot. Im Kanton Glarus gab es einen Flurbrand, im Kanton Appenzell-Innerrhoden fing ein Baum Feuer. Zu den Bränden führte Unachtsamkeit: In beiden Fällen waren ungenügend gelöschte Feuerstellen die Ursache.

Den Brand in einem Berggebiet bei Ennenda GL konnte die Feuerwehr Glarus mit Unterstützung eines Helikopters löschen. Das Wasser dazu entnahm sie der Linth. Vor Ort mussten die Löschkräfte vier Bäume fällen.

Auch im Kanton Appenzell-Innerrhoden konnte mit dem Umsägen eines Baums ein Ausbreiten des Feuers verhindert werden. Ein Alpsenn fällte auf der Alp Chlus eine brennende Föhre mit einer Motorsäge. Die Feuerwehr bot einen Helikopter auf und transportierte mit acht Flügen je 1000 Liter Wasser vom Seealpsee zur Brandstelle. (sda)

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