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[EDITOR'S NOTE: Topical image, posed picture with fake money] A briefcase with bundles of fake banknotes of Swiss Francs, pictured on July 21, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Nach der neusten Studie der Allianz bleibt die Schweiz das vermögenste Land der Welt Bild: KEYSTONE

175'850 Franken pro Kopf

Der Durchschnitts-Schweizer ist dreimal reicher als der Durchschnitts-Deutsche

Nie war das weltweite Vermögen so gross wie heute. Doch entgegen aller Vorurteile ist das Geld breiter verteilt als noch zur Jahrtausendwende. Laut einer Studie sinkt die Zahl der Wohlhabenden sogar. 

Maria Marquart / Spiegel Online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Es ist das höchste Wachstum seit zehn Jahren: Das Vermögen privater Haushalte ist 2013 weltweit auf 140 Billionen Franken gestiegen. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor und 27 Prozent mehr als 2007. Damals begann die weltweite Finanzkrise. Angesichts der Zahlen, die die Allianz in ihrer Vermögensstudie «Global Wealth Report» präsentiert, scheint die Krise überwunden. Vor allem die gute Entwicklung an den Aktienmärkten trug zum Vermögenswachstum bei. 

Die Schweiz ist der Studie zufolge Spitzenreiter mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 175'850 Franken, gefolgt von den USA. Das weltweite durchschnittliche Netto-Geldvermögen pro Kopf lag 2013 bei 21'200 Franken. Der durchschnittliche deutsche Nachbar besitzt ein Netto-Geldvermögen von 53'100 Franken. Damit kommt unser Nachbar Deutschland im weltweiten Ranking auf Platz 16.

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Entwicklung des Netto-Geldvermögens pro Kopf (in Franken). grafik: watson/spiegel, quelle: allianz global wealth report

Für den Bericht wurde die Vermögens- und Schuldenlage privater Haushalte in mehr als 50 Ländern analysiert. Dabei sind die Autoren auch der Frage nachgegangen, ob die Ungleichheit bei der Vermögensverteilung zugenommen hat. Ihr Fazit: Von zunehmender Ungleichheit könne keine Rede sein, denn die Mittelschicht wachse – und damit die Zahl der Menschen, die am weltweiten Wohlstand teilhaben. 

Fast eine halbe Milliarde Menschen ist demnach in den vergangenen 13 Jahren in die globale Vermögensmittelklasse aufgestiegen. Zwischen 2012 und 2013 waren es 60 Millionen. Zur Mittelklasse zählt in der Allianz-Definition, wer ein Vermögen zwischen 6300 und 38'100 Franken besitzt. Im vergangenen Jahr waren das laut Allianz weltweit 912 Millionen Menschen. 

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Globale Rangliste nach Netto-Geldvermögen pro Kopf. grafik: watson/spiegel, quelle: allianz global wealth report

Allerdings setzt sich ein Teil der neuen Mittelschicht auch aus Absteigern zusammen. Denn die Zahl der wohlhabenden Menschen ist geschrumpft. Die meisten Absteiger aus der Oberschicht gab es in den USA, Japan, Frankreich und Italien. Seit der Jahrtausendwende sind laut der Studie 65 Millionen Menschen aus der sogenannten Vermögensoberklasse herausgefallen. Zu den Wohlhabenden mit mehr als 38'100 Franken Vermögen gehörten 2013 weltweit noch 439 Millionen Menschen. 

Grossteil gehört der Vermögensunterklasse an

Die grosse Mehrheit gehört aber der Vermögensunterklasse an, besitzt also weniger als 6300 Franken. 3,55 Milliarden Menschen fallen in diese Gruppe. Deren Zahl hat sich seit der Jahrtausendwende kaum geändert. Denn obwohl 491 Millionen Menschen innerhalb der vergangenen 13 Jahre in die Mittelklasse aufgestiegen sind, sorgt das globale Bevölkerungswachstum dafür, dass die Grösse der Unterklasse konstant bleibt. Deutlich geschrumpft ist sie in Entwicklungsländern in Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Allein in China schafften es seit dem Jahr 2000 mehr als 300 Millionen Menschen, in die Mittelklasse aufzusteigen. 

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Vermögensmittelklasse und Veränderung gegenüber dem Jahr 2000 in Prozent. Grafik: watson/spiegel, quelle: Allianz global wealth report

In den meisten der untersuchten Länder habe sich die Vermögensverteilung in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert oder sogar verbessert, schreiben die Autoren der Studie. Es gebe aber auch Länder, in denen die Ungleichheit zugenommen habe. So sei in Russland und Indien der Vermögensanteil der reichsten zehn Prozent noch einmal deutlich gestiegen.

Diese Entwicklung sei auch deutlich in Ländern zu beobachten, die wirtschaftliche Krisen durchlaufen – etwa in Frankreich, Italien und Griechenland. Aber auch in den USA und Irland, die den Tiefpunkt der Wirtschaftskrise wohl hinter sich haben. Die Erklärung der Studienautoren: Krisenbedingte Rückschläge beim Vermögensaufbau scheinen vor allem die kleinen und mittleren Vermögen zu treffen, nicht so sehr die grossen. 

(Grafiken/Bearbeitung: watson/pma)

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