International
Ägypten

Ägypten: Journalisten sollen bestraft werden, wenn sie «falsche» Opferzahlen verbreiten

Ägypten: Journalisten sollen bestraft werden, wenn sie «falsche» Opferzahlen verbreiten

05.07.2015, 17:3005.07.2015, 17:30

Journalisten müssen in Ägypten künftig mit einer Gefängnisstrafe rechnen, wenn sie nach Anschlägen «falsche» Opferzahlen verbreiten. Justizminister Ahmed al-Sind bestätigte am Sonntag Berichte ägyptischer Zeitungen.

Diese zitierten aus dem Gesetzesentwurf für das neue Anti-Terror-Gesetz. Laut diesem müssen Journalisten künftig mit mindestens zwei Jahren Haft rechnen, wenn sie «falsche Informationen über Terroranschläge» veröffentlichen, «die offiziellen Angaben widersprechen». Neben einer Haftstrafe sollen auch eine Abschiebung oder Hausarrest verhängt werden können.

Schärfere Anti-Terror-Gesetze

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte nach der Ermordung von Generalstaatsanwalt Hischam Barakat am vergangenen Montag schärfere Anti-Terror-Gesetze angekündigt. Das Kabinett hat der Neuregelung, die unter anderem schnellere Verfahren vorsieht, bereits zugestimmt.

Wie Justizminister al-Sind sagte, führte auch die Berichterstattung über eine Anschlagsserie auf ägyptische Soldaten auf der Sinai-Halbinsel zur der Verschärfung.

Der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte am Mittwoch eine Serie von Anschlägen auf Kontrollposten der Armee auf dem Sinai verübt, die zu heftigen Gefechten mit den Streitkräften führten.

Unterschiedliche Opferzahlen schlecht für «Moral»

Nach Angaben eines Armeesprechers wurden dabei 21 Soldaten und mehr als hundert Dschihadisten getötet. Andere Behördenvertreter hatten jedoch deutlich höhere Opferzahlen genannt und von zwischen 70 und bis über einhundert Toten gesprochen.

Al-Sind sagte, derartige Berichte seien schlecht für die «Moral» des Landes. Die Regierung habe daher keine andere Wahl gehabt, als «neue Regeln» einzuführen. Es handle sich dabei aber nicht um eine Einschränkung der Pressefreiheit. «Es geht nur um Zahlen», fügte der Minister hinzu. (egg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Hoffnung bei Prostatakrebs: Medikament lässt Tumor schrumpfen
Ein neues Medikament gegen Prostatakrebs zeigt in einer frühen Studie vielversprechende Ergebnisse: Die PSA-Werte sanken und sogar der Tumor konnte verkleinert werden.
Bei Männern in vielen Ländern ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Prostatakrebs gilt als «immun-kalt», wie Prof. Johann de Bono vom Institute of Cancer Research und der Royal Marsden NHS Foundation Trust sagt. Bisher wurde er als resistent gegenüber Immuntherapien angesehen. Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten das ändern.
Zur Story