Filmfestival Locarno
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Portrait of Lili Hinstin, director of the Locarno Film Festival, picture taken on Friday, 29 March 2019, Switzerland. (KEYSTONE/TI-PRESS/Pablo Gianinazzi)

Nein, das ist nicht Melisandre aus «Game of Thrones», die kommt gleich. Das ist Lili Hinstin, Chefin des Filmfestivals Locarno. Ihr Vorgänger Carlo Chatrian versucht sich jetzt an der Berlinale. Bild: KEYSTONE

Ja, liebe GoT-Fans, sie hier kommt ans Filmfestival Locarno. Und vielleicht Tarantino

Lili Hinstin, die neue künstlerische Leiterin des Festivals, stellte ein Programm vor, das Lust macht. Auf Filme und ziemlich gute Partys.



Die Glamour-Nachricht vorneweg: Vielleicht kommt Quentin Tarantino. Und das Vielleicht hat aktuell eine deutliche Schräglage in Richtung wahrscheinlich. Aber man befindet sich noch in Verhandlungen.

Ob allerdings die Stars aus dem neuen Tarantino «Once Upon a Time in ... Hollywood», der am 10. August auf der Piazza Grande gezeigt wird, kommen, ist eher unwahrscheinlich. Also Brad Pitt und Leonardo DiCaprio. Aber wer weiss, vielleicht entscheiden die sich ja, um den 10. herum bei George Clooney am Lago di Como zu logieren, dann hätten sie Zeit. Man darf ja wohl noch träumen.

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD
Brad Pitt (L) and Leonardo DiCaprio
credit: Andrew Cooper/Sony Pictures

Der Brad und der Leo haben Spass dank Quentin. Bild: sony pictures

An Stars werden sicher vorhanden sein: Hilary Swank, die mit nur 31 Jahren bereits zwei Oscars als Hauptdarstellerin gewonnen hatte; Carice van Houten, auch bekannt als Melisandre aus «Game of Thrones»; Joseph Gordon-Levitt, auch bekannt als der Mann neben DiCaprio in «Inception»; John Waters, Altmeister des Trash. Über Waters, den Regisseur von «Hairspray» , «Pink Flamingo» oder «Cecil B. Demented», sagt Hinstin: «Sein verspieltes Werk, kühn und voller Freude, ist ein Symbol für die Freiheit, fernab der Political Correctness, die heute unser Leben bestimmt.»

In this Dec. 5, 2017 photo, filmmaker John Waters poses for a photograph during an interview with The Associated Press at his home in Baltimore.

John Waters hat Freude an jedem Lebensalter. Bild: AP/AP

Das 72. Filmfestival von Locarno wird das erste unter der neuen, 42-jährigen französischen Direktorin Lili Hinstin. Es scheint, jedenfalls auf dem Papier und in der Vorstellung, ein selbstbewusstes Festival zu werden. Ein heimlicher roter Faden, sagt Hinstin bei der Pressekonferenz in Bern, seien Komödien von Frauen, es habe sich da eine ganz selbstverständliche und unverblümte Ironie ergeben.

Eine davon ist «Notre Dame» von Valérie Donzelli (Piazza, 11. August) – eine Komödie über die Notre Dame nach dem Brand. Und auch die Zürcherin Natascha Beller (sie gehört zum Umfeld von Dominic Deville) zeigt ihren Film «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei» auf der Piazza. Ein kerniger Kontrapunkt zu den komischen Frauen dürfte die grosse Fussballer-Dokumentation «Diego Maradona» von Asif Kapadia am 15.8. werden.

This photo provided by courtesy of HBO shows, Carice van Houten, in a scene from

Ja, sie wird nach Locarno kommen. Der Winter eher nicht. Carice van Houten, Ladies and Gents. Bild: AP/HBO

Ein brandneues Herzstück des Festivals wird das sogenannte «Base Camp» in der alten Kaserne von Losone. 230 junge Kulturschaffende aus der ganzen Welt werden dort in den Massenschlägen mit militärischer Vergangenheit einquartiert. Tagsüber machen sie irgendwas für sich, aber abends und nachts machen sie was für alle, also erwartungsgemäss grosse Partys, wo auch noch die einen oder andern prominenten Gäste, die sich als DJ verwirklichen sollen, erwartet werden dürfen. Aber noch wird nichts verraten.

ZUR EROEFFNUNG EINER BUNDES-ASYLUNTERKUNFT IN DER ALTEN KASERNE  SAN GIORGIO IN LOSONE STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 8. SEPTEMBER 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  -  Aussenansicht der stillgelegten Kaserne von Losone TI, aufgenommen am Dienstag, 6. Maerz 2012. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Die alte Kaserne von Losone. Bild: KEYSTONE

246 Filme werden in Locarno zwischen dem 7. und 17. August zu sehen sein, ausgewählt wurden sie aus 4500 Filmen (haben wir diese Zahl richtig verstanden?), ein Irrsinn. Es wird eine neue Sektion für Virtual Reality geben und einen Blick auf das grandiose Gesamtwerk des diesjährigen Cannes-Gewinners Bong Joon Ho («Snowpiercer», «The Host»). Die männliche Muse des Südkoreaners, Song Kang-ho, der auch in seinem neuen Film «Parasite» wieder eine bizarre Hauptrolle spielt, wird mit dem Excellence Award ausgezeichnet. Zu sehen sind: «The Foul King», «Sympathy for Mr. Vengeance» und «Memories of Murder».

Actor Kang-Ho Song, left and director Bong Joon-ho pose with the Palme d'Or award for the film 'Parasite' during a photo call following the awards ceremony at the 72nd international film festival, Cannes, southern France, Saturday, May 25, 2019. (AP Photo/Petros Giannakouris)

Song Kang-ho (links) und Bong Joon-ho freuen sich in Cannes einen Ast aber über die goldene Palme für «Parasite». Bild: AP/AP

Und doch ... Und doch möchte man sich bei allem Neuen am liebsten wieder einfach in die Retrospektive zurückziehen können, die heuer wiederum den Kreis zu Tarantino schliesst. Erinnert sich wer an die fabelhafte Pam Grier in Tarantinos «Jackie Brown»? Sie wird es unter anderen Stars in der Reihe Black Light zu sehen geben. Die vom Schauspieler Greg de Cuir Jr kuratierte Retrospektive zeigt Black Cinema von den 20er- bis in die 70er-Jahre.

In this photo taken Aug. 25, 2017, actress Pam Grier is interviewed by The Associated Press in Washington. Grier is still going strong in an almost 50 year movie and television career. In an interview with The Associated Press last week, she discussed some of the changes in Hollywood and the return of the female action movie star. “I don’t know why people were surprised at the success of ‘Wonder Woman,’” said Grier, star of gritty 1970s action movies like “Foxy Brown,” “Coffy,” “Black Mama/White Mama,” and others.  (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Pam Grier. Heute. In Locarno leider nur auf der Leinwand. Bild: AP/AP

Nur etwas wird Lili Hinstin wohl nicht zum Erträglicheren wenden können: Es wird wie immer viel zu heiss werden. Vielleicht kann Melisandre da ja etwas in Richtung Winter zaubern.

(sme)

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    Alle Leser-Kommentare
  • P. Silie 17.07.2019 19:42
    Highlight Highlight ..wie habe ich gestaunt, als ich knapp 2 Stunden für diesen mittelklassigen Streifen verschwendete (Domino 2019). Schon komisch wenn gleich 2 GoT Schauspieler in einem modernen Film auftreten.. und der eine hat sogar wieder beide Hände... 🤔
    Benutzer Bild

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Sie arbeitet für «Deville Late Night», schrieb «Bestatter»-Folgen und hat in Locarno ihre erste Kinokomödie auf der Piazza Grande laufen. Natascha Beller ist das grosse neue Schweizer Regiegesicht 2019.

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