Kontroverse Serien, die nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurden
Schönheitsoperationen bis zum Gehtnichtmehr, ein Mörder in einer Datingshow und ein Suizid vor laufender Kamera – manche Serien und Reality-Shows waren so kontrovers, dass sie gleich wieder eingestellt wurden. Eine Show wurde sogar abgesetzt, während die erste Folge noch im Fernsehen lief.
«Luck»
2011 veröffentlichte HBO «Luck» – eine Serie über Pferderennen. Schon während der Dreharbeiten stand die Produktion in der Kritik, hauptsächlich von einer Tierschutzorganisation. Diese soll von Insidern erfahren haben, dass die Pferde am Set alt, geschwächt und unterernährt waren. Möglicherweise standen die Tiere auch unter Drogen, so The Hollywood Reporter.
«Luck» wurde nach einer Staffel abgesetzt, nachdem drei Pferde am Set gestorben waren. Da die Untersuchungen dazu angeblich verpfuscht wurden, wurde niemand für den Tod der Tiere zur Verantwortung gezogen.
«Megan Wants a Millionaire»
In dieser Dating-Show suchte eine Frau namens Megan Hauserman einen wohlhabenden Ehemann. Nach nur drei Folgen wurde die Serie aber wieder abgesetzt. Denn es kam heraus, dass einer der Teilnehmer ein Mörder ist. Nach seinem Aus in der Show heiratete Ryan Jenkins und ermordete seine Frau. Nachdem ihre verstümmelte Leiche in einem Koffer entdeckt worden war, flüchtete Jenkins nach Kanada und beging Suizid.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch an einer Staffel einer anderen Dating-Show teilgenommen und sogar gewonnen. Die Staffel wurde jedoch nie ausgestrahlt.
Die Showmacher hatten offenbar keinen gründlichen Hintergrundcheck durchgeführt. Es stellte sich nämlich heraus, dass Jenkins vor seinem Auftritt in «Megan Wants a Millionaire» wegen Körperverletzung verurteilt worden war. Den Produzenten soll dies jedoch nicht bekannt gewesen sein.
«The Swan»
Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan – das war die Idee dieser Reality-Show. Über ein Dutzend Frauen unterzogen sich über mehrere Monate hinweg verschiedenen Schönheitsoperationen und trainierten zusätzlich täglich mit einem Personal Trainer. Wer sich am Ende am meisten transformierte, gewann.
Ganze zwei Staffeln wurden ausgestrahlt, bevor die Show abgesetzt wurde. Einer der Produzenten äusserte, dass er sich schlecht fühle, wenn er sehe, wie viel Schmerz den Frauen zugefügt wurde, und bezeichnete die Show als «Frankenstein-Experiment».
«Work It»
Diese Sitcom aus dem Jahr 2012 handelt von zwei arbeitslosen Männern. Frustriert vom Arbeitsmarkt entscheiden sie sich, sich als Frauen zu verkleiden – ihrer Meinung nach sei es für Frauen einfacher, eine Anstellung zu bekommen.
Nicht nur die queere Community, sondern auch Menschenrechtsorganisationen kritisierten «Work It» und starteten eine Kampagne gegen die Serie, und sie wurde nach zwei Folgen wieder abgesetzt.
«Heil Honey, I'm Home!»
«Heil Honey, I'm Home!» ist eine britische Sitcom, von der 1990 nur eine Folge ausgestrahlt wurde. Die Serie spielt in Berlin im Jahr 1938 und handelt von Adolf Hitler und seiner Frau Eva Braun, die in einem Vorort neben ihren jüdischen Nachbarn wohnen.
Trotz der negativen Reaktionen wurden die Dreharbeiten fortgesetzt, und eine ganze Staffel wurde abgedreht und fertig fürs Fernsehen gemacht. Während der 2000er-Jahre tauchten einzelne ungesehene Clips auf, die Folgen sind jedoch bis heute unter Verschluss.
«Adults Adopting Adults»
Eine Reality-TV-Show, die erst 2022 ausgestrahlt wurde und laut Variety wegen zu niedriger Einschaltquoten nach nur drei von zehn Episoden gecancelt wurde. Angesichts der Kontroversen rund um «Adults Adopting Adults» ist es jedoch schwierig zu glauben, dass dies der einzige Grund war.
Ein beteiligtes Paar, Christy und Danny Huff, plante, eine schwangere 20-Jährige aus Österreich zu adoptieren. Es gab aber Bedenken, dass Danny romantische Gefühle für die Frau entwickeln könnte. Dies war bereits zuvor passiert, als er versucht hatte, eine 18-Jährige zu adoptieren. Die Zuschauer kritisierten Dannys Verhalten, als er zu seiner neuen Adoptivtochter meinte: «Ich möchte, dass du hier bleibst, weil ich dich gerne umarme und du so unglaublich süss bist.»
«To Catch a Predator»
Das Ziel dieser journalistischen Show war es, online Personen mit pädophilen Neigungen ausfindig zu machen, sie in eine Falle zu locken und anschliessend zu verhaften – vieles wurde mit versteckten Kameras gefilmt. Die Einschaltquoten waren hoch, und auch die Bewertungen gut, obwohl die Serie Kritik dafür erhielt, dass sie statt über News zu berichten, die News selbst machte. Laut eigenen Angaben führte «To Catch a Predator» zu 238 Festnahmen und 36 Verurteilungen.
Der Niedergang kam 2006, als der Host Chris Hansen und ein Lockvogel, der sich als 13-jähriger Junge ausgab, auf einen Mann warteten, mit dem sie geschrieben hatten. Sie warteten vergeblich. Später fanden sie heraus, dass es sich um den Bezirksstaatsanwalt Bill Conradt handelte. Also tauchte das Filmteam gemeinsam mit Polizistinnen und Polizisten bei ihm zu Hause auf. Die Kameras liefen, als sich Conradt mit einer Pistole das Leben nahm.
Conradts Schwester verklagte das Fernsehmagazin «Dateline» auf 105 Millionen US-Dollar – der Fall wurde aussergerichtlich beigelegt. Daraufhin wurde die Produktion eingestellt, hat aber bis heute eine treue Anhängerschaft, die sich immer noch über die Sendung austauschen.
«Turn-On»
«Turn-On» schaffte es nicht einmal durch die erste Episode, bevor sie aus dem Programm genommen wurde. Sie lief 1969 lediglich elf Minuten im Fernsehen, bis das Studio den Stecker zog, da so viele Beschwerden eingingen. Die zweite Folge, die bereits fertig produziert war, wurde nie veröffentlicht.
Grund für die Beschwerden waren die Themen, die die Comedy-Show aufgriff, und die Art, wie sie umgesetzt wurden. In den Sketchen traten Menschen auf, die sich die Gesichter schwarz anmalten, KKK-Mitglieder sassen im Publikum, und es wurden Witze über Auschwitz gemacht. Damit nicht genug: In anderen Sketchen wurde über die Vorteile häuslicher Gewalt diskutiert, über Geburtenkontrolle Witze gerissen, und es kam auch eine Frau vor, die einem Exekutionskommando, das sie töten wollte, sexuelle Gefälligkeiten anbot.
In elf Minuten schaffte es «Turn-On» also, sich mit schlechtem Humor praktisch über alle lustig zu machen. Mit Witzen, die bis heute beleidigend sind.
