Islamischer Staat (IS)
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A woman is frisked by a U.S.-backed Syrian Democratic Forces (SDF) fighter at a screening area after being evacuated out of the last territory held by Islamic State militants, in the desert outside Baghouz, Syria, Friday, March 1, 2019. (AP Photo/Felipe Dana)

Eine SDF-Kämpferin tastet eine Zivilistin aus dem «Kalifat» ab. Bild: AP/AP

Das «Kalifat» schwindet: Heftige Kämpfe bei Offensive auf letzte «IS»-Bastion in Ostsyrien



Kämpfer der kurdisch-arabischen Allianz haben am Samstag ihre Offensive gegen die letzte Bastion der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») in Ostsyrien fortgesetzt. In der Gegend am Euphrat-Fluss waren Schüsse und das Rattern von Maschinengewehren zu hören.

Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stiessen im Kampfgebiet um das Dorf Baghus in der Provinz Deir Essor an der irakischen Grenze auf starken Widerstand der Dschihadisten. «Es gibt derzeit heftige Kämpfe», sagte ein SDF-Offizier.

Die kurdisch geführten SDF-Truppen rückten demnach aus zwei Richtungen gegen die Dschihadisten vor. Der Vormarsch wurde dadurch verlangsamt, dass die «IS»-Kämpfer Tunnel und Sprengfallen nutzten und Selbstmordattentäter einsetzten.

Die SDF rechnen nach Angaben ihres Sprechers Adnan Afrin damit, dass es bis zu einem vollständigen Sieg über die Dschihadisten in Baghus je nach Entwicklung eine bis drei Wochen dauern könnte. Die von der US-geführten Anti-«IS»-Koalition unterstützten SDF, deren Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden, belagern Baghus seit dem vergangenen September.

In den vergangenen Tagen wurden nach SDF-Angaben rund 5000 Menschen - Männer, Frauen und Kinder - aus der Region Baghus herausgeholt. Dort haben sich die letzten «IS»-Kämpfer auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer verschanzt. Unter den Evakuierten waren auch zahlreiche Frauen und Kinder von «IS»-Kämpfern.

Von «Kalifat» fast nichts mehr übrig

Von ihrem «Kalifat», das die Dschihadistenmiliz im Sommer 2014 in Teilen des Iraks und Syriens ausgerufen hatte, ist fast nichts mehr übrig geblieben. In den vergangenen zwei Jahren befanden sich die «IS»-Kämpfer angesichts verschiedener Offensiven ständig auf dem Rückzug.

Spuren der grausamen Gewaltherrschaft des «Islamischen Staats» tauchten wiederholt auf, auch in solchen Gegenden, wo die Dschihadisten vor langer Zeit militärisch besiegt wurden. Die SDF gaben diese Woche die Entdeckung eines weiteren Massengrabs von «IS»-Opfern bekannt - diesmal in der Nähe von Baghus. Dort seien auch abgetrennte Köpfe von Frauen gefunden worden, hiess es.

Noch wurden die Toten nicht identifiziert, aber einiges spricht dafür, dass die Frauen wegen ihrer Zugehörigkeit zur religiösen Minderheit der Jesiden ermordet wurden.

Die kurdischsprachige Minderheit wurde wegen ihres Glaubens immer wieder verfolgt, «IS»-Anhänger ermordeten 2014 in der irakischen Heimat der Jesiden tausende jesidische Männer, zwangen die Jungen, als Kindersoldaten für sie zu kämpfen, und vergewaltigten und verschleppten die Frauen und Mädchen. Es wird vermutet, dass jesidische Frauen noch in Baghus in der Gewalt von «IS»-Kämpfern sein könnten. (leo/sda/afp)

«Historisches Verbrechen»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 03.03.2019 10:53
    Highlight Highlight Der IS setzt vermehrt auf Kinder an der Front. Sie setzen diejenigen, welche nicht fliehen konnten als menschlichen schutzschild ein. Sie sitzen im Keller und geben Befehle, sterben müssen andere... ich hoffe diese Katastrophe ist bald überstanden. Helft den Kurden mit Versorgungsgüter, sodass sie auch die verbleibenden Kinder und Frauen retten und beschützen können! Ansonsten bleibt ihnen nur noch Assad...
  • la vérité 02.03.2019 22:05
    Highlight Highlight Liebe Schweizer ihr werdet staunen, wie schnell die "Herrschaften" wieder in der Schweiz sind! ...und bestimmt noch mehr woher plötzlich das viele Geld für Integration, Therapie, Soziale Hängematte etc. kommt, wenn man bedenkt, dass für die Sanierung der AHV kein Geld vorhanden ist.
  • tzhkuda7 02.03.2019 16:05
    Highlight Highlight Jeden von unseren Schweizern die sich nach da unten aufgemacht haben heimholen und hier Lebenslang einsperren in eine Zelle von max 4m2 so das die mal einfach 20 Jahre, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr nur Wände sehen mit einem kleinen Fenster oben

    Das ist indirekte Folter ich weiss. Aber früher hätten wir mit solchen Leute noch anderes angestellt ;-) Finde das von dem her noch vertretbar

    Immerhin können die Verwandten jeweils noch 1h pro Woche auf Besuch kommen, statt 1h vor einem Grabstein zu stehen
    • Tobsol 02.03.2019 18:27
      Highlight Highlight Erstmal 20 jahre in einem Gefängnis vor Ort wäre angebracht
    • Yogi Bär 02.03.2019 20:45
      Highlight Highlight tzhkuda7 belassen wir diese im Land ihrer Wahl im Knast. Diesbezüglich findet sich schon eine Einigung diese Individuen dort zu belassen. Dafür helfen wir beim Aufbau der geschädigten Gebiete.
    • tengo 03.03.2019 12:42
      Highlight Highlight Ich schätze mal, da alles andere als ihnen zu Helfen als Rasistisch angesehen wird, ( egal wie viel Menschen sie umgebracht haben) werden sie nach Europa geholt und solange Therapiert bis sie als geheilt entlassen werden können. Da stellt sich nur noch die Frage, wer da Krank ist?

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