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Madonna-Bild – 500 Jahre älter als Italien dachte – kommt in die Schweiz

Side view waist up portrait of bearded museum worker inspecting painting for restoration, copy space model released
Haben sich im Jahr vertan – die Experten des italienischen Kulturministerium. (Symbolbild)Bild: Imago

Experten verwechseln 8 mit 3 und Italien lässt fast 700 Jahre alte Madonna frei

09.06.2026, 14:0609.06.2026, 14:06

Das italienische Kulturministerium hat sich schwer beim Alter eines Madonnen-Bildes verschätzt und es zum Verkauf in die Schweiz frei gegeben. Die «Madonna mit Kind» stammt nicht aus dem Jahr 1850, sondern von 1350. Das Bild ist plötzlich sehr viel mehr wert – und hätte eigentlich gar nicht ausgeführt werden dürfen.

In Italien ist ein Gemälde von Experten des Kulturministeriums wegen eines Zahlenfehlers um 500 Jahre zu jung datiert worden. Damit ist das Werk eines anonymen Meisters aus der norditalienischen Region Emilia-Romagna statt der ursprünglich geschätzten 38'000 Euro erheblich mehr wert. Internationale Experten taxieren es auf mehr als eine halbe Million Euro.

Der Fehler ereignete sich nach einem Bericht der Tageszeitung «Corriere della Sera» bereits vor einigen Jahren: 2020 gab das Ministerium in Rom die Erlaubnis, das Gemälde «Madonna mit Kind» in die Schweiz auszuführen. Die Experten urteilten, dass es sich um ein Kunstwerk von «geringer Bedeutung» handle und gaben es frei. Grundlage dafür war auch eine Inschrift auf der Rückseite: «Gemalt von Alfonso Martorelli Fiori, Bologna im Jahr 1850».

Wenn eine Acht eine Drei ist

Nur: Die Acht ist eigentlich eine Drei. Das stellte sich bei der Restaurierung im Ausland heraus. Demnach stammt das Gemälde von einem unbekannten Maler, der im 14. Jahrhundert in Parma tätig war. Dem «Meister von 1302», wie er genannt wird, wird eine weitere «Madonna mit Kind» zugeschrieben, die heute im Baptisterium von Parma zu sehen ist. Das Auktionshaus Christie's schätzte seinen wahren Wert auf 400'000 bis 500'000 Pfund (bis zu 533'000 Franken).

Battistero di Parma Wandmalerei von Meister von 1302
Die andere «Madonna mit Kind» des «Meisters von 1302» im Baptisterium von Parma.Bild: Screenshot X

Das italienische Kulturministerium versuchte daraufhin, die Freigabe rückgängig zu machen, scheiterte damit jedoch vor Gericht. Damit darf das Gemälde nun versteigert werden.

Aus der Opposition im Parlament von Rom gibt es nun Forderungen, das eigene Kulturgut besser zu schützen. Die Abgeordnete Vincenza Aloisio kritisierte: «Wir haben nicht nur ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert verloren, sondern wurden auch Zeugen einer ineffizienten und chaotischen Vorgehensweise der zuständigen Behörden.» (nil/sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Outlook
09.06.2026 17:14registriert Februar 2022
Die Experten urteilten, dass es sich um ein Kunstwerk von «geringer Bedeutung» handle und gaben es frei.

Die Experten. Also haben mehrer Fachleute nicht bemerkt, dass die 8 eigentlich eine 3 ist.
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Bernhard K.
09.06.2026 17:05registriert September 2016
Bei solchen "Fehlern" glaube ich nicht, dass es sich um Zufälle handelt. Deshalb: Wer hat die Fehleinschätzung gemacht und wer hat davon profitiert? Gibt es evtl. Zusammenhänge?
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