Schweiz
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ARCHIVBILD ZUR BUSSE DER WEKO GEGEN DIE GROSSBANKEN WEGEN EINES DEVISENKARTELLS, AM DONNERSTAG, 6. JUNI 2019 - Paradeplatz square with the tram stop

Bild: KEYSTONE

Die Schweiz fällt in der Liste der wettbewerbsfähigsten Länder zurück



Die Schweiz ist in der neusten Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in der Liste der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt um einen Rang auf Platz fünf abgerutscht.

Neu verdrängt Singapur die USA auf den zweiten Platz und auch Hongkong und die Niederlande liegen noch vor der Schweiz. Deutschland fällt auf Rang sieben von zuvor drei zurück.

Die Top-Ten:

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Die meisten Volkswirtschaften würden immer noch in einem Zyklus mit einem geringen bis flachen Produktivitätszuwachs stecken, schrieb das WEF in der am Dienstag veröffentlichten Studie.

Und dies obwohl die Notenbanken in den vergangenen 10 Jahren seit der Finanzkrise rund 10 Billionen Dollar als Stimulus in die Wirtschaft gepumpt haben. Diese beispiellosen Massnahmen hätten zwar eine tiefere Rezession verhindert, seien aber nicht in Kanäle geflossen, mit denen die Produktivität im öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Bereich gesteigert worden wäre.

Top-10 dicht beisammen

Die Erhebungsmethode des WEF misst die Wettbewerbsfähigkeit von 141 Volkswirtschaften mit Hilfe von insgesamt 103 Indikatoren. Eine Skala von 0 bis 100 soll dabei zeigen, wie nahe sich ein Land am «idealen Zustand» befindet.

Viele der Faktoren, die den grössten Einfluss auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit haben könnten, hätten in der Vergangenheit überhaupt nicht im Fokus der Politik gestanden, geben sich die WEF-Studienautoren überzeugt. Dies umfasse etwa die Generierung von Ideen, Unternehmenskultur, Offenheit und Agilität.

Im Gesamtindex Wettbewerbsfähigkeit liegen die ersten Länder dicht beieinander. Singapur kommt auf 84.8 (+1.3 Pkt) von 100 möglichen Punkten, die Schweiz auf 82.3 (-0.3 Pkt) und auch noch Dänemark auf Rang 10 erreicht 81.2 Punkte. Der Durchschnitt aller Länder liegt bei 61 Punkten.

Schweiz mit hoher Stabilität

Den Maximalwert erreicht die Schweiz im Bereich makroökonomischer Stabilität, nahe dran ist sie bei der Infrastruktur. Auch die Finanzmärkte würde zu den entwickelsten und stabilsten der Welt zählen, heisst es in dem Bericht weiter. Im Bereich Humankapital und Lebenserwartung ist die Platzierung ebenfalls hoch.

Als die Bereiche mit dem grössten Verbesserungspotenzial werden die Handelsbeschränkungen und die Komplexität der Zollbestimmungen gesehen, die geringe Unternehmensdynamik, die relativ hohe Risikoaversion der Unternehmen und deren mangelnde Bereitschaft, bahnbrechende und umwälzende Ideen zu verfolgen.

Die letzten Ränge

Auf den letzten Rängen liegen der Kongo, Jemen und Tschad. Das rohstoffreiche Venezuela rutschte wegen der katastrophalen Wirtschaftslage 6 Plätze ab und landete auf Platz 133.

Darin sieht das WEF Probleme für die Zukunft. «Der Graben bei der Wettbewerbsfähigkeit ist umso besorgniserregender, weil die Weltwirtschaft mit der Aussicht auf einen Abschwung konfrontiert ist», so das WEF. «Die veränderte geopolitische Lage und die wachsenden Handelsspannungen heizen Unsicherheiten an und könnten zu einer Konjunkturabschwächung führen.»

Den WEF-Wettbewerbsbericht gibt es zwar seit 1979, die Methode wurde aber immer wieder verfeinert. Weil seit 2018 neue Bewertungsmethoden gelten, ist ein Vergleich mit früheren Rankings nicht möglich. Die Schweiz hatte bis 2017, also vor der letzten Anpassung, in den jährlichen WEF-Studien neun Jahre hintereinander den Spitzenrang belegt.

In einem Ranking zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit, dessen neueste Ausgabe kürzlich vom Lausanner Management-Instituts IMD veröffentlicht wurde, belegt die Schweiz aktuell ebenfalls den fünften Platz. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 11.10.2019 05:59
    Highlight Highlight Ei, ei, ein! Jetzt sind wir aber höchst besorgt um die Zukunft der Schweiz!
  • GraveDigger 09.10.2019 14:32
    Highlight Highlight Für mich ist diese Rangliste nicht ganz nachvollziehbar, aber seis drum. Das die Schweiz Federn lassen muss ist klar. Ausser mit Geld Geld machen können wir ja nichts und das ist nicht nachhaltig. Das wenige an Wertschöpfung der Wirtschaft wird dermassen gegängelt durch den Staat mit Gesetzten und Vorschriften, Zöllen und anderer Bürokratie das kleine und mittlere Unternehmen hier zu Grunde gehen. Die wenigen Grossen die hier noch produziert haben wandern inzwischen auch ab da viele Steuervergünstigungen auslaufen. Zurück bleibt nur ein Scherbenhaufen.
  • Zeit_Genosse 09.10.2019 09:13
    Highlight Highlight Analyse für die CH zum Verbesserungspotenzial kommt hin:

    ...“Als die Bereiche mit dem grössten Verbesserungspotenzial werden die Handelsbeschränkungen und die Komplexität der Zollbestimmungen gesehen, die geringe Unternehmensdynamik, die relativ hohe Risikoaversion der Unternehmen und deren mangelnde Bereitschaft, bahnbrechende und umwälzende Ideen zu verfolgen.“...

    Dazu kommt die Risikoaversion, Geld in Projekte zu investieren und der Zugang zu Risikokapital durch Investoren und Banken, sowie gross, also Global zu denken, da ja nicht alle digitalen Ideen aus dem Silicon Valley kommen müssen
  • Fairness 09.10.2019 09:04
    Highlight Highlight Die kranke Profitgier der Wirtschaft, die Zuwanderung und der Verlust der Lebensqualität wird langsam offensichtlich.
    • Sei‘s drum 09.10.2019 10:50
      Highlight Highlight Genau, wiedermal muss die Zuwanderung hinhalten.
      Bitte das genauer erklären, bin gespannt
  • Scaros_2 09.10.2019 08:34
    Highlight Highlight Tut mir leid - aber Singapur als auch Hong Kong kann ich dort nicht so ernst nehmen. Ich meine was machen die ausser Geld hin/her schieben?

    die USA, Holland als auch die Schweiz sind Länder mit einer hohen diversität bezüglich Wirtschaft und Industrie sowie Forschung.
    • who cares? 09.10.2019 08:50
      Highlight Highlight Wenn du Singapur beschuldigst nur Geld hin- und herzuschieben, dann kannst du das genau so der Schweiz vorwerfen. Über Hongkong kann ich keine Aussage machen.
  • Alter-Sack 09.10.2019 08:34
    Highlight Highlight Für mich ist das kein schlechtes Zeichen! Ich bin mit Sicherheit kein Fremdenhasser. Dazu habe ich zu viel "Ausländer" im Freundeskreis und Familie. Aber die Schweiz ist überfüllt! Überall Stau und Gedränge. Wirtschaftswachstum kurbelt aber die Zuwanderung massiv an! Wollen wir, dass alles verbaut ist und unsern Nachfahren ein solches Land hinterlassen?
    • bebby 10.10.2019 03:10
      Highlight Highlight Wollen wir lieber weniger Bewohner und dafür eine hohe Arbeitslosigkeit bzw. Wirtschaftskrise?
      Dann müssen unsere Nachkommen nämlich auswandern.
  • lilie 09.10.2019 08:28
    Highlight Highlight Alles schön und gut, aber bei solchen Ratings wäre es sinnvoll auch zu beurteilen, wie die notwendigen Ressourcen für die Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden.

    Werden natürliche und menschliche Ressourcen verheizt, ist das Mitmischeln an der Spitze ja nur ein Strohfeuer.
  • Auric 09.10.2019 08:26
    Highlight Highlight Mal sehen wo wir landen werden wenn diesen Winter unsere Stromversorgung kollabiert. (Mühleberg wird z.B. kurz vor Weihnachten! vom Netz genommen)
  • Der Rückbauer 09.10.2019 08:24
    Highlight Highlight Hong Kong? USA?
    Deutschland: BER? DB? Raststatt? Autos? 5G? ICT? Vorsprung durch Technik? Wohl eher Vorsprung durch Beschiss! Noch schlimmer sind jene, die sich so bescheissen lassen. Ja, damit meine ich die in der Schweiz Betroffenen.
  • Rethinking 09.10.2019 08:14
    Highlight Highlight Nicht erstaunlich dass die Schweiz abfällt.

    In 99% der Unternehmen wird nach wie vor ein Organisations- und Führungsmodell eingesetzt, welches auf dem im Jahre 1911 veröffentlichten wissenschaftlichen Management nach Frederic Taylor beruht.

    Das Unternehmen wird als Maschine betrachtet, der Mensch als Ressource (Zahnrad). Optimiert werden einzelne Teile. Ziel ist eine hohe Effizienz (Massenproduktion). Die Organisation ist hierarchisch. Die „oben“ denken, die „unten“ führen aus.

    In der komplexen, schnell ändernden und mehrdeutigen Welt in der wir leben führt ein solches Modell zum Kollaps.

    • Auric 09.10.2019 11:30
      Highlight Highlight Aha und des is in Konkong und Singadings anderst?

      Da wird unten gedacht und oben geschafft?
    • Rethinking 09.10.2019 13:37
      Highlight Highlight Um den heutigen Herausforderungen passend zu begegnen benötigt es "moderne" Organisations- und Führungsmethoden. Unternehmen werden hier als lebendige Systeme betrachtet und den Menschen wird ermöglicht sich in seiner ganzen Fülle einzubringen.

      In folgenden Vortrag teilt Frederic Laloux, Autor von „Reinventing Organizations“, die Erkenntnisse, die er während und nach der Entwicklung eines der renommiertesten Manifeste erlangte. Er wird damit deine Vorurteile aufdecken – und aufzeigen, warum du dich im Innersten nach einem anderen Ort zum Arbeiten sehnst...

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  • Evan 09.10.2019 07:48
    Highlight Highlight Hong Kong und die USA auf den ersten 3 Plätzen? Kann ja sein, dass es der Wirtschaft dort gerade gut geht, aber wenn man die politische Situation anschaut, frage ich mich trotzdem, wie eine solche Liste zu stande kommt.
    • dan2016 09.10.2019 07:57
      Highlight Highlight ist ja eigentlich im Text schon erklärt. Aber falls dies nicht genügen sollte, die Kriterien sind im Allgemeinen öffentlich.
    • Auric 09.10.2019 08:24
      Highlight Highlight Wettbewerb und Wirtschaft und nicht wohlfühl waren die Masstäbe.

      Stell dir mal die Zustände in Singapur vor, wo du wenn du blos mal in der U-Bahn wild gepinkelt hast in den Knast kommst...

      Ein Fall für die UN Menschenrechtskonvention!!
    • Ökonometriker 09.10.2019 09:08
      Highlight Highlight Die Daten basieren auf dem Stand 2018. Nächstes Jahr wird HK bei der politischen Stabilität arg zurückgestuft und auch die Wirtschaft dort leidet...
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