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Trump hasst Windkraft: US-Regierung blockiert 165 Projekte im Land

Trump hasst Windkraft: US-Regierung blockiert 165 Projekte im Land

Fossile Energien statt Windkraft: Der US-Präsident verstärkt seine Bemühungen, um Windparkprojekte in den USA auszumerzen.
04.05.2026, 05:5704.05.2026, 05:57
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Regierung unter Donald Trump blockiert einem Bericht zufolge Dutzende Windparkprojekte in den USA. Die «Financial Times» berichtete unter Berufung auf den Amerikanischen Verband für saubere Energie und anonyme Quellen, dass 165 Projekte die notwendigen Freigaben durch das Pentagon nicht erhalten hätten. Begründet werde dies von dem Ministerium mit Bedenken hinsichtlich der «nationalen Sicherheit».

ARCHIVBILD - Nationalrat stimmt am 8. Maerz 2023 fuer Windenergieoffensive - Wind turbines from the JUVENT power plant and solar panels from the solar station of the Mont-Soleil are pictured on the Mo ...
Bei der derzeitigen US-Regierung verpönt: Windkraftwerke (hier in St. Imier in der Schweiz).Bild: keystone

Windparks benötigen routinemässig eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums, um Störungen von Radarsystemen zu vermeiden. Normalerweise seien die Bewertungen durch das Pentagon binnen weniger Tage abgeschlossen, berichtete die Zeitung. Seit August 2025 sollen sich die Entwickler jedoch mit einer Reihe von Rückschlägen konfrontiert sehen. Unter anderem blieben Mitteilungen vom Verteidigungsministerium oder Besprechungen zum Status der Projekte aus.

Zahlreiche Projekte stünden nun vor dem Aus – 35 von ihnen hätten bereits Verhandlungen durchlaufen und mündliche Zusagen erhalten. Sie warteten nur noch auf die finale Genehmigung des Verteidigungsministeriums. 50 der betroffenen Projekte gelten demnach zudem aufgrund ihrer Entfernung zu militärischen Einrichtungen und Flugrouten als ungefährlich. Die Windparks könnten dem Bericht zufolge 30 Gigawatt erzeugen, genug, um 15 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

US-Präsident Trump ist ein erklärter Windkraft-Gegner und hatte nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 ein Dekret gegen den Ausbau der Windenergie unterzeichnet. Sein Vorgänger Joe Biden hatte Windkraft dagegen gefördert.

Innenministerium verkündet Stopp von Offshore-Windkraftprojekten

Erst vergangene Woche hatte die Regierung die Aufgabe zweier weiterer geplanter Offshore-Windkraftprojekte verkündet – im Gegenzug für Erstattungen an die beteiligten Unternehmen. Mit den erzielten Vereinbarungen würden Projekte beendet, die «nur dann rentabel» seien, wenn sie «durch massive Steuergelder subventioniert» würden, erklärte Innenminister Doug Burgum. Die Rückerstattungen an die Unternehmen sollen nun in die Öl- und Gasförderung fliessen.

Wie das Innenministerium ausführte, betreffen die Vereinbarungen BluePoint Wind, einen Offshore-Windpark vor den Küsten der Bundesstaaten New York und New Jersey, sowie Golden State Wind vor der Küste Kaliforniens. Ocean Winds, ein Joint Venture zwischen dem französischen Energiekonzern Engie und EDP Renewables aus Portugal, hielt 50 Prozent an beiden Projekten. Eine Tochtergesellschaft des Investmentkonzerns Blackrock war Partner beim BluePoint-Windpark.

Gelder sollen in Anlage für Flüssigerdgas fliessen

Den Angaben zufolge erklärte sich die Blackrock-Tochter im Rahmen der Vereinbarung bereit, bis zu 765 Millionen Dollar in eine US-Anlage für Flüssigerdgas (LNG) zu investieren. Bei Golden State Wind gibt es demnach eine Rückerstattung in Höhe von 120 Millionen Dollar, die nun in US-Öl- und Gasvorkommen sowie «Energieinfrastruktur und/oder LNG-Projekten entlang der Golfküste» investiert werden sollen.

Engie erklärte, beide Windkraft-Projekte hätten sich noch in einem frühen Stadium befunden. Das Unternehmen sei «weiterhin engagiert» im Bereich der Offshore-Windenergie – vor allem im asiatisch-pazifischen Raum und in Europa.

Das US-Innenministerium wies darauf hin, dass die getroffenen Vereinbarungen einem im vergangenen Monat erzielten Abkommen mit dem französischen Energiekonzern TotalEnergies ähnelten. Ende März hatte sich das Unternehmen bereit erklärt, rund 928 Millionen Dollar in ein LNG-Projekt umzuleiten und dafür auf zwei Offshore-Windprojekte vor der Küste New Yorks und North Carolinas zu verzichten.

Verwendete Quellen:

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rindi
04.05.2026 06:45registriert November 2023
Wenn die Windparks stehen, ist die Energie welche diese generieren praktisch Gratis. Daran kann Trömp nichts verdienen. Bei fossilen Brennstoffen ist das anders. Trömp geht es immer nur um die eigene Bereicherung.
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Rethinking
04.05.2026 06:35registriert Oktober 2018
Trump ist ein erklärter I***t…

Aber hier in der Schweiz wird ja auch dauernd alles blockiert…

Bei uns einfach aus purem Egoismus
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Quieselchen
04.05.2026 06:30registriert Januar 2021
Es wird nichts bringen.

Solche Massen an Steuergeldern (denn woher kommt das Geld schließlich?) in unrentable Fossilprojekte zu stecken wird sich über kurz oder lang rächen…

Aktuell befinden sich die USA dort, wo das Alte China ca. 1800 war: im kulturell-gesellschaftlichen Zusammenbruch begriffen, aber zu arrogant, um zu begreifen, dass seine Zeit (vorerst) zuende ist…

Es sei denn, die USA stürzen sich wieder in die Zukunft, das können siegt.
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