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Penalty-Fehlschütze Aleksandar Dragovic ist untröstlich, Trainer Marcel Koller schreitet nach gutem Zureden grimmig davon.<br data-editable="remove">
Penalty-Fehlschütze Aleksandar Dragovic ist untröstlich, Trainer Marcel Koller schreitet nach gutem Zureden grimmig davon.
Bild: JOHN SIBLEY/REUTERS

An Kollers Denkmal wird gesägt – Kritik und Trauer in Österreich nach dem EM-Ausscheiden 

Die Hoffnungen und Erwartungen waren gross. Doch für die vielgelobte Nationalmannschaft Österreichs ist die EM nach der Niederlage gegen Island frühstmöglich zu Ende. Unsere Nachbarn versuchen nun, das Ausscheiden zu verarbeiten.
23.06.2016, 12:4623.06.2016, 14:30
Donat Roduner
Donat Roduner
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Der Hype war da. War.

Österreich stieg nach einer fast perfekten Qualifikation ambitioniert in die erste aus eigener Kraft erreichte EM-Endrunde. Dem Team von Marcel Koller wurde sehr viel zugetraut. Ein watson-Redakteur, der nicht mit Namen genannt werden will (*hust* der Autor *hust*), war nicht der Einzige, der den Ösis den Europameistertitel zugetraut hat. (Dass andere auf der Sportredaktion das Ausscheiden vorausgesagt haben, wird an dieser Stelle gezielt verschwiegen).

Nun hat sich herausgestellt, dass diese Erwartungen unter gegebenen Umständen stark übertrieben waren. Drei Spiele, ein Tor, ein Punkt – und das in einer vermeintlich einfachen Gruppe mit Ungarn, Island und Portugal – reichten nicht annähernd für das Weiterkommen. In der österreichischen Presselandschaft herrscht heute dementsprechend ein emotionales Durcheinander von Trauer, Wut, Unverständnis aber auch ein bisschen Verständnis.

 Medien-Reaktionen aus Österreich

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Medien-Reaktionen aus Österreich
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Kritik einstecken muss vor allem der vor der EM in den Himmel gelobte Trainer. «Hat Koller die Euro verspielt?» titelte beispielsweise «oe24.at» fragend. Der 55-jährige Zürcher muss berechtigterweise tadeln lassen, da sein Aufstellungspoker («Tiroler Tageszeitung») nicht aufgegangen sei. Er liess David Alaba, den formschwachen aber unumstrittenen Star im Team, auf mehreren Positionen laufen, gegen Island sogar quasi als Mittelstürmer, doch nichts brachte den gewünschten Erfolg.

Das EM-Ausscheiden der Österreicher in Bildern

Gute Gründe

Die differenzierteste Auseinandersetzung mit dem Ausscheiden liefert der «Kurier», der gleich elf Gründe für das Scheitern ausgemacht hat. Auch hier bekommt Koller sein Fett weg, weil er insbesondere im Startspiel gegen Ungarn nicht mit der Taktik des Gegners zurechtgekommen war, respektive nicht adäquat auf das aggressive Zustellen des Gegners reagiert hat.

Die elf Gründe für das Scheitern («Kurier»)
- Erwartungshaltung
- Taktische Flexibilität
- Spiel in Ballbesitz
- Verletzungspech
- Achse
- Effizienz
- Formkrise
- Psyche
- Coaching
- Die Testspiele
- Ablenkung
Die Vorentscheidung im ersten Gruppenspiel: Adam Szalai (l.) erzielt das 1:0 für Ungarn.<br data-editable="remove">
Die Vorentscheidung im ersten Gruppenspiel: Adam Szalai (l.) erzielt das 1:0 für Ungarn.
Bild: Andrew Medichini/AP/KEYSTONE

Unter dem Strich zeigten die Österreicher eine einzige gute Halbzeit, die zweite im abschliessenden Spiel gegen die heroischen Isländer. Sie waren offensiv insgesamt zu harmlos, um auf der grossen Bühne zu bestehen, was aber teilweise mit Verletzungspech zu Begründen ist: Basels Stürmer Marc Janko wurde nicht rechtzeitig fit und zudem zog sich Zlatko Junuzovic im ersten Spiel eine Knöchelverletzung zu. 

«Bitteres Kapitel, das uns stärker macht»

Koller gab sich nach der Niederlage gegen Island selbstkritisch: «Wir waren viel zu hektisch und nervös, wir haben mit dem Ball zu wenig Ruhe gehabt. Das war in jedem Spiel so, bis auf heute in der zweiten Hälfte.» Für ihn ware in der Nachbesprechung primär die fehlende Erfahrung und damit die Nervosität am Turnier für das Ausscheiden verantwortlich. «Das ist menschlich, wir haben versucht, die Ruhe reinzukriegen. Aber das ist nicht so einfach, wenn 80'000 da sind und man weiss, dass man das Spiel gewinnen will», meinte der Schweizer.

«Es tut mir leid für die Mannschaft», sagte Aleksandar Dragovic, der gegen Island einen Penalty an den Aussenpfosten setzte. «David [Alaba] ist zu mir gekommen und hat gefragt, wie ich mich fühle. Normal soll der Gefoulte nicht schiessen. Ich habe mich gut gefühlt», begründete der 25-jährige Innenverteidiger seinen Entscheid, nach dem Foul an Alaba die Verantwortung als Penaltyschütze zu übernehmen.

Blickt trotz Enttäuschung bereits wieder in die Zukunft: David Alaba.
Blickt trotz Enttäuschung bereits wieder in die Zukunft: David Alaba.
Bild: Expa

Alaba selbst ist schon wieder bemüht, positiv zu sein: «Das ist nicht das Ende unserer Geschichte, das Buch ist noch nicht zu Ende. Das ist ein Kapitel, das bitter ist, uns aber stärker macht.» Vermutlich sollte man den Bayern-Star beim Wort nehmen. Höchstwahrscheinlich werden die Österreicher in der Qualifikation für die WM 2018 wieder ein äusserst unangenehmer Gegner, EM-Ausscheiden hin oder her.

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Und auch wenn der Ösi-Hype nun tot ist, einige Reaktionen aus dem Netz sind dennoch toll:

Österreich leider nicht: Alle Europameister im Fussball

1 / 18
Alle Europameister im Fussball
quelle: keystone / catherine ivill / pool
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