Coronavirus
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Die Entwicklung eines Impfstoffs erfolgt in mehreren Phasen. Bild: shutterstock

Warum die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes so lange dauert

Normalerweise dauert es viele Jahre, einen wirksamen und sicheren Impfstoff herzustellen. Beim Coronavirus wird die Forschung deutlich beschleunigt. Ein Überblick von der Analyse bis zur Marktreife.

Melanie Weiner / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Es ist eine der grossen Fragen der Corona-Pandemie: Wann wird es einen Impfstoff gegen das Virus geben? Doch statt konkreten Antworten gibt es bislang nur Prognosen. Einige Experten rechnen erst im Frühjahr 2021 mit einem Impfstoff – andere halten dies dagegen bereits Ende 2020 für möglich.

Nach Angaben des Verbandes der Forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) in Deutschland ist das immens schnell – auch wenn es angesichts der Pandemie als langsam empfunden wird. Denn frühere Impfstoffprojekte dauerten meist zwischen zehn und zwanzig Jahre.

Das bestätigte auch die Virologin Prof. Dr. Marylyn Addo. «Es ist noch nie da gewesen, dass ein Virus im Januar entdeckt wurde und im März dann schon der erste Mensch in einer klinischen Prüfung geimpft wurde. So schnell war die Impfstoffentwicklung noch nie», sagte sie im Interview mit t-online.de.

Generell gilt: Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann kann mit der Entwicklung eines Impfstoffs begonnen werden. Dessen Prüfung erfolgt in mehreren Phasen.

Die vier Phasen der Impfstoffentwicklung

Bild

bild: t-online

Phase 1: Erprobung an Tieren

In der ersten Phase wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist – zunächst an Tieren. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2  auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse.

Phase 2: Klinische Prüfung an Freiwilligen

In Phase 2 finden Studien an freiwillig teilnehmenden Menschen statt, die sich über Monate hinziehen können. Die klinische Prüfung des Wirkstoffs erfolgt in mehreren Etappen:

  1. An einer kleinen Gruppe freiwilliger gesunder Testpersonen.
  2. An einer grösseren Teilnehmergruppe, zu der meist auch Patienten gehören, die an der Krankheit leiden, auf die der potenzielle Wirkstoff ausgerichtet ist.
  3. In einer grösseren Studie mit einer repräsentativen Patientengruppe, die oft aus mehreren Tausend Teilnehmern aus verschiedenen Ländern besteht.

Phase 3: Zulassungsverfahren

Fallen die Ergebnisse der klinischen Tests aus Phase 2 vielversprechend aus, beantragen die Unternehmen eine Zulassung bei den Behörden. In der aktuellen Corona-Lage kann dieses Verfahren beschleunigt werden, sodass die vorläufigen Ergebnisse begutachtet werden, noch während die Studien laufen.

Phase 4: Massenproduktion

Wird der Impfstoff  zugelassen, startet schliesslich die Massenproduktion. Um das Verfahren noch weiter zu beschleunigen, beginnen einige Hersteller bereits während der Zulassungsphase mit der Produktion.

Auch nach der Zulassung wird der Impfstoff regelmässig kontrolliert. Kommt es beispielsweise zu Nebenwirkungen im Zuge einer Impfung , müssen diese an den Hersteller und die zuständigen Behörden gemeldet werden.

Wichtiger Hinweis:

Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Verwendete Quellen:

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 16.08.2020 15:18
    Highlight Highlight Ich frage mich immer wieder was für Leute bei solchen Tests mitmachen...

    Ist doch ein ziemliches Risiko als Testkaninchen hinzuhalten...
    • Meiniger 17.08.2020 19:50
      Highlight Highlight Gibt Geld, Frage beantwortet.
  • Siggi 16.08.2020 14:30
    Highlight Highlight Ich würde mir hier ein ehrliches Pro und Kontra von der Redaktion wünschen. Ich selber habe mich und meine Kinder ein Lebenlang geimpft, habe aber etwas Bauchschmerzen bei dieser Sache hier. Der Grund liegt darin, dass es sich bei diesen Impfstoffen um einen komplett neuen Technologiestack handelt, welcher absolut unerprobt ist (mRNA). Davon liest aber nichts in den Medien und von den Verschwörungsfreaks hört man, dass man zu Genmutanten wird, wenn man sich das spritzen lässt. Daher: Informiert bitte offen. Danke.
  • 97ProzentVonCH68000 16.08.2020 07:44
    Highlight Highlight Wenn jemand antönt, dass Durchseuchung ein Weg sein könnte, kommt die Reaktion, das gehe nicht, weil es möglicherweise keine Immunität gebe.
    Das ist richtig, aber in diesem Fall wird auch eine Impfung unmöglich sein.
  • Thadic 16.08.2020 05:45
    Highlight Highlight Liebes Watson-Team macht bitte einen Artikel über das pro und kontra von Impfungen. Ich will die Argumente der Impfgegner verstehen. Ich selber finde, dass Impfungen das genialste „Medikament „ überhaupt sind. Während die üblichen Medikamente entweder Symptome bekämpfen, einen „Schädling“ unterdrücken oder einfach Gegensteuer geben, aktivieren Impfungen das eigene Immunsystem. Es ist also wahrscheinlich das einzige „Medikament“, dass die Fähigkeiten des Körpers ausnutzt. Wenn jemand ein schlechtes Immunsystem hat, dann helfen ihm aktive Impfungen nicht. Da helfen nur passive Impfungen.
  • Thadic 16.08.2020 05:32
    Highlight Highlight Ich höre immer wieder den Einwand, dass man in so kurzer Zeit die Langzeitschäden nicht ermitteln könne. Wenn ich dann frage was für Langzeitschäden bei Impfungen auftreten, hat niemand eine Antwort. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Verträglichkeit einer Impfung sich in Tagen, Wochen zeigt. Schlussendlich geht es darum zu ermitteln bei wie viel Prozent der Bevölkerung Probleme oder gar der Tod Eintritt. Diese Prozentzahlen werde dann dem Schadenpotential des Virus verglichen. Das andere Problem das Auftreten kann, ist dass die gebildeten Antikörper nach kurzer Zeit verschwinden.
    • Thadic 16.08.2020 13:02
      Highlight Highlight Ich hoffe man hat mein post nicht so verstanden, dass ich den russischen Weg gerechtfertigt habe. Mich interessiert ob es bewiese Langzeitschäden durch Impfungen gibt. Bisher habe ich nur von Autismus und anderen fakes gehört.
    • dodo, dodo? 16.08.2020 21:47
      Highlight Highlight ich weiss was du meinst. studien (seriös) über impfschäden zu finden ist schwierig. & hartnäckig hält sich die fehlinformation, das impfungen autismus auslösen🙇🏽‍♀️
      wir hätten die masern schon längst ausrotten können!
      aber ich finde einfach, das die impfstoff entwicklung gegen sars-cov 19 zu schnell geht und randommisierung komplett fehlt. stinkt mir zu sehr, nach gesuchtem schulterklopfen😒
  • Tripton 16.08.2020 02:32
    Highlight Highlight Der titel erscheint mir irreführend, da er vermuten lässt, die dauer der entwicklung sei lang (für eine impfung).
    Die kürzeste entwicklungsdauer einer impfung (mumps) war rund 4 jahre.
    Wenn in ein paar jahren noch kein sicherer impfstoff verfügbar ist, ist ein solcher titel gerechtfertigt, in my eyes.
    Was wollt ihr damit erreichen?🤓
  • Belzebuub 16.08.2020 01:27
    Highlight Highlight Hat man nie gelernt, dass 'eigene Recherche' nicht als Quelle gilt?
  • dumbiiidou 16.08.2020 00:09
    Highlight Highlight Warum die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes so lange dauert

    Russland:
    Benutzer Bild
  • Heinz Meyer 15.08.2020 23:30
    Highlight Highlight Corona-Viren kennt man seit 50 Jahren.
    Mers, Sars sind nur 2 der bekannteren und jetzt Sars CoVid.
    Vor allem Veterinär-Mediziner sind bei Katzen immer wieder mit ihnen konfrontiert.
    In all den Jahrzehnten hat man keine Impfung gefunden die wirkt, und jetzt soll ein Impfstoff in weniger als einem Jahr gefunden, entwickelt, getestet und produziert werden?
    Wer's glaubt!
  • Meinung 15.08.2020 23:26
    Highlight Highlight Das es schneller geht als sonst ist ja verständlich. Denn noch nie in der Geschtichte der Menschheit wurde auf der ganzen Welt am gleichen Virus so intensiv geforscht. Zu bedenken ist wohl auch das viele Hürden einfach ausser kraft gesetzt wurden. Genetik, Ethik und Geld spielen bei Covid 19 ebenfalls eine untergeortnete rolle.
    The Winner Takes It All.
  • dodo, dodo? 15.08.2020 23:18
    Highlight Highlight ich lass mich immer impfen (hab da keine angst vor chips😁)
    aber mir geht die corona suche nach impfstoffen zu schnell! alle wollen erster sein🙇🏽‍♀️
    randomisiert wird da nicht. &
    generell gilt: zuerst muss das virus analysiert und verstanden werden, und das wird es immer noch nicht! ein impfstoff in so kurzer zeit ist nicht realistisch. wäre natürlich super, einen impfstoff zu haben, braucht aber mehr zeit!!!
  • Andre Buchheim 15.08.2020 22:50
    Highlight Highlight In Russland ging es schnell. Ein Schelm, der denkt.
    • Matti_St 15.08.2020 23:53
      Highlight Highlight Gemäss Extra 3 ist diese Impfung an 38 Personen getestet worden.
      Da kann sich jeder sein Bild selber machen.
    • Andre Buchheim 15.08.2020 23:57
      Highlight Highlight Wenn der heilige Wladimir es segnet, muss es ja funktionieren.
    • Glaedr 16.08.2020 00:40
      Highlight Highlight Klar kann man die ersten zwei Phasen beschleunigen, ob das aber gut ist?
      Auch wenn die Welt ein Impfstoff braucht, man soll sich dennoch besser Zeit lassen und es richtig machen.
      Den was die Welt sicher nicht braucht ist ein schlechter Impfstoff und somit noch mehr impfgegner.
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