Schweiz
Eishockey

Bern: Eishockeyfan wirft Feuerwerk in Menschenmenge und wird verurteilt

Eishockeyfan wirft in Bern umgebautes Feuerwerk in Menschenmenge – verurteilt

02.06.2026, 12:0002.06.2026, 13:21

Das Bundesstrafgericht hat einen Freiburger Eishockeyfan zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Er zündete nach einem Hockeymatch in Bern im Oktober 2024 ausserhalb des Stadions einen modifizierten Feuerwerkskörper. Verletzt wurde niemand.

Im Bus präpariert

In einem in der Nähe des Eisstadions abgestellten Bus präparierte der Freiburger einen 11 Zentimeter langen Feuerwerkskörper, der bei korrektem Gebrauch eine farbig aufsteigende Bombette mit einem sehr lauten Blitzknall und farbigen Funken erzeugt. Der 22-Jährige entfernte den Sprengstoff und die Zündschnur.

Damit schuf er einen unkonventionellen Sprengkörper, der umso gefährlicher war, weil er nach dem Anzünden jederzeit hätte explodieren können. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten begründeten Urteil des Bundesstrafgerichts vom 24. März 2026 hervor.

Nachdem der Freiburger aus dem Bus gestiegen war, entfachte er die Zündschnur und warf den Sprengkörper in die Menge. Bei ordnungsgemässem Gebrauch dürfte das Feuerwerk nicht auf den Boden geworfen werden, und es wäre ein Sicherheitsabstand von 25 Metern zu Drittpersonen einzuhalten.

Nicht über Folgen nachgedacht

Der junge Mann war von etwa fünfzig Personen umringt – grösstenteils Fans von Fribourg Gottéron – und etwa fünfzehn Polizisten. Vor Gericht sagte er, dass er nur Krach habe machen wollen. Der Sprengkörper enthielt 3,5 Gramm Sprengstoff, was ein erhebliches Risiko für schwere Verletzungen birgt, wie das Gericht in Bellinzona festgehalten hat.

Der Eishockeyfan habe rücksichtslos gehandelt, ohne über die Folgen seiner Tat nachzudenken, heisst es im Urteil weiter. Die Richter weisen darauf hin, dass der Sprengkörper den Personen in der Umgebung schwere Verletzungen hätte zufügen können.

Es sei reiner Zufall, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Der Freiburger habe die Anwesenden einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, und zwar vorsätzlich. Aus diesem Grund wurde er wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht für schuldig befunden.

(Urteil SK.2025.61 vom 24.3.2026) (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
GC-Chaoten provozieren Spielabbruch in Sion
1 / 10
GC-Chaoten provozieren Spielabbruch in Sion
Der Grasshopper Club Zürich ist dem Abstieg geweiht ...
quelle: keystone / salvatore di nolfi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Vier Jahre Knast für Ostschweizer Pyro-Werfer gefordert
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
17 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
FromB
02.06.2026 15:11registriert Oktober 2020
Liebe empörte Kommentarschreibende,
Etwas weniger Polemik und etwas mehr Schweizer Rechtsverständnis wäre wünschenswert.
Die Strafe folgt der Staatsanwaltschaft und entspricht der maximal geforderten Strafe. In der Schweiz (und den meisten vergleichbaren Ländern) geht es nicht nur um Bestrafung, sondern auch im Prävention und Resozialisierung. Der gesellschaftliche Schaden wäre anzunehmender grösser bei einer unbedingten Strafe.

Ausserdem kommen Verfahrenskosten von 2000 CHF und Anwaltskosten für den Pflichtverteidiger von knapp 7'000 CHF dazu.
296
Melden
Zum Kommentar
17
Das sind die meistverkauften E-Autos der Schweiz – eine Marke zeigt allen die Rücklichter
Elektroautos legen weiter zu. Vor allem Skoda steht unter Strom. Renault punktet mit einem charmanten Retro-Stromer – und ein chinesischer Gigant rollt das Feld von hinten auf.
Im Mai kamen über 5000 neue E-Autos auf Schweizer Strassen, während es im Mai vor einem Jahr erst rund 4000 Stromer waren. Das entspricht einem Wachstum von über einem Viertel. Der Marktanteil vollelektrischer Personenwagen an den Neuzulassungen liegt bei 26 Prozent.
Zur Story