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Aus der Schule geplaudert: Lehrer M.s Gedanken zum Thema Spicken

Bild: shutterstock

lehrer m.



Spicken im Unterricht ist wahrscheinlich so alt wie der Unterricht selbst. Und Hand aufs Herz – wir alle haben es (schon) mal gemacht. Wenn man die Geschichte des Spickens untersuchen würde, könnte man wohl feststellen, dass sich auch die Methoden beim Spicken nicht fundamental geändert, sondern lediglich den aktuellen technischen Entwicklungen angepasst haben. Wahrscheinlich bestanden die ersten «Spicker» aus einem Knochen, einem Stück Baumrinde, einem Tontäfelchen oder einem Papyrus.

Warum wir spick(t)en

Fürs Spicken gibt es keinen einheitlichen Grund. Es kann vorkommen, dass jemand für eine bestimmte Prüfung keine oder zu wenig Zeit zum Lernen hat, es kann allerdings auch vorkommen, dass jemand für jede Prüfung zu wenig Zeit zum Lernen hat. Verwandte Motive wären wahrscheinlich Bequemlichkeit oder Faulheit. Natürlich spielt auch der Leistungsdruck eine Rolle, vor allem, wenn es um die Promotion geht oder wenn der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung gefährdet ist. Manchmal ist Spicken eine Massnahme zur Notenoptimierung, manchmal geht es auch nur um den Nervenkitzel und manchmal ist es eine pure Verzweiflungstat. Als ich vor langer Zeit 50 verschiedene Gesteinssorten auswendig lernen musste, kam ich auch auf die Idee, ein bisschen nachzuhelfen. Ich wertete das als Notwehr.

Neue Technologien, neue Möglichkeiten

Bei einem kurzen Streifzug durchs Internet konnte ich feststellen, dass sich in der Entwicklung des Spickens in den letzten 20–30 Jahren nicht extrem viel getan hat – wahrscheinlich sogar viel länger nicht. Beliebt ist immer noch der klassische Spickzettel, der auf möglichst raffinierte Art (auf einem Bierdeckel/Karton mit Reisszwecke, auf einem Lineal, auf einer Flasche, in einem Schreibblock etc.) vor dem Lehrer verborgen wird. Einige Schüler sind in dieser Beziehung wirklich sehr kreativ. Nach wie vor beliebt ist das Bekritzeln von Händen, Armen und Beinen. Vor allem bei Frauen, die Röcke tragen, sind Oberschenkel-Spicker ein sicherer Wert. Und auch abgeschrieben wird immer noch. Neu hinzugekommen sind Smartphone, Smartwatch, Kopfhörer und ausgeklügeltere technische Möglichkeiten. Spezial-Brillen und Implantate werden folgen. Tutorials zum Spicken gibt es im Netz zuhauf, deshalb erspare ich mir Details. Aber nicht vergessen: Unterdessen haben auch wir Lehrer das Internet entdeckt.

Auf die Prüfung kommt es an

Besonders einfach ist Spicken natürlich bei Multiple-Choice-Aufgaben und wenn es darum geht, Auswendiggelerntes wiederzugeben. In einer Prüfung ein oder zwei Fragen zu stellen, die die Schüler mit reinem Auswendiglernen beantworten können, finde ich in Ordnung, denn auch Fleiss kann oder soll belohnt werden. Aber eine Prüfung, bei der man alleine mit einem Spicker oder durch Spicken eine gute Note erreichen kann, ist keine gute Prüfung. Es sei denn, es handle sich um einen Vokabeltest. Sonst empfehlen sich Aufgaben, bei denen es um Anwendung, Analyse, Synthese und eigene Beurteilung eines Sachverhaltes geht. Das entspricht den Taxonomiestufen K3 bis K6 nach Bloom.

Luchse, Wanderer und Gechillte

In den Online-Tutorials zum Spicken wird empfohlen, den jeweiligen Lehrertypus zu studieren und einzuschätzen. Es gibt den «Wanderer», der das tut, was sein Name impliziert: Er wandert während der Prüfung unermüdlich durchs Zimmer, schaut in Etuis, Schreibblöcke und Taschen. Natürlich stört er alle, die sich auf die Prüfung konzentrieren möchten. Dann gibt es den «Luchs», der während der gesamten Prüfungszeit mit Adler- oder eben Luchsaugen beobachtet, ob alles mit rechten Dingen zu- und hergeht. Wenn man seinem Blick begegnet, fühlt man sich schuldlos schuldig. Und es gibt den «Gechillten», der völlig ungeniert Zeitung liest, im Internet surft oder korrigiert; bei ihm kann man gefahrlos spicken.

Zu Beginn meiner Zeit als Lehrer entwickelte ich einigen Ehrgeiz, Spicker zu ertappen und Betrug zu unterbinden. Das hat sich gelegt. Aus Loyalität zum System versuche ich noch immer, die dreistesten Betrugsversuche zu verhindern, aber den Aufwand halte ich relativ gering. Denn notorische Spicker nehmen niemandem etwas weg. Nur sich selbst. Und erfahrungsgemäss werden sie irgendwann von einem «Wanderer», einem «Luchs» oder sogar von einem vermeintlich «Gechillten» erwischt.

Wer betrügt eigentlich wen?

Jeder Schüler, jede Schülerin hat schon einmal gehört: Wer spickt, betrügt letztlich sich selbst. In dieser Absolutheit würde ich das nicht unterschreiben. Aber tendenziell stimmt es schon. Der Sinn von Noten ist vielen nicht mehr bewusst: Noten sind eine Rückmeldung, ob und inwieweit man den Lernstoff verstanden hat. Sie sind also eine Standortbestimmung und hoffentlich vor den Abschlussprüfungen eine ziemlich genaue Prognose, ob man es schaffen wird oder nicht. Und sie sind auch ein Selektionskriterium. Wer sich durch die ganze Ausbildung spickt, macht in erster Linie sich selbst etwas vor, denn er wird nie wissen, was er tatsächlich zu leisten imstande ist. Und wahrscheinlich knallt es einfach später – sei es in der nächsthöheren Ausbildung oder dann spätestens im Job.

Ein kurzer Blick in die Zukunft

In der Schule der Zukunft wird Spicken kein grosses Thema mehr sein. Vieles, was man heute noch in der Schule lernt, wird man nicht mehr lernen. Zum Beispiel Rechtschreibung und Grammatik: Dass smarte Programme in naher Zukunft fast fehlerfrei alles korrigieren werden, was wir falsch schreiben, ist keine gewagte Prognose. Im Geschichtsunterricht dienen Zahlen und Fakten schon heute bestenfalls dazu, auf ihnen basierend historische Zusammenhänge oder Verhaltensmuster zu erkennen, zu erklären und zu analysieren. In den meisten anderen Fächern dürfte es ähnlich ausschauen. Und wie man bei der Aneignung von zukünftig immer wichtigeren Skills wie Empathie- und Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, kritischem Denken, Autonomie, Scheiternlernen, Kreativität oder gar «Happiness» effizient spicken soll, ist mir schleierhaft.

Wer ist Lehrer M.?

Lehrer M. ist eine Leihgabe des Kantons Bern. Ursprünglich wollte er während seines Bildungsurlaubs für uns Kaffee kochen und Texte korrigieren. Daraus wird aber nichts. Er soll für uns schreiben. Lehrer M. hat während seiner gut 30-jährigen Lehrerlaufbahn sämtliche Stufen unterrichtet: 1. bis 9. Klasse Volksschule, KV, Berufsmatur und Gymnasium. Gemäss eigenen Angaben arbeitet er seit bald 20 Jahren an der besten Schule der Schweiz Welt. Als journalistisches Greenhorn soll er bei uns (vorerst) über das schreiben, was er am besten kennt: die Schule. Wenn du Fragen oder Anregungen hast oder möchtest, dass sich Lehrer M. eines bestimmten Themas annimmt, kannst du deinen Input an lehrer.m@watson.ch senden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nik G. 17.02.2020 09:48
    Highlight Highlight Prüfungen machen im Nachhinein so wie ich es in der Schule hatte keinen Sinn. Wenn man Glück hatte war man einer der sehr gut Auswendig lernen konnte und hatte ein gute Note. Wenn man so wie ich mit Auswendig lernen keinen Bezug hatte zu irgendwas hat man verloren. Zusätzlich bringt es mir im Beruf herrlich wenig. Habe ich ein Problem, stehe irgendwo an, arbeite ich mit meinen Kollegen am Problem und nicht alleine für mich selber.
  • Steckenpferd 17.02.2020 08:16
    Highlight Highlight Sorry ich weiss, ist jetzt ziiiiemlich kleinlich: Aber Lehrer M. hat erst auf allen Stufen gearbeitet, wenn er auch im Kindergarten unterrichtet hat. Der gehört eben auch zur Schule.
    Bünzli-Mode-aus.

    Ansonsten super Text. Gefällt mir die Rubrik.
  • Matrixx 17.02.2020 06:58
    Highlight Highlight Da lob ich mir meinen Lehrer, der immer gesagt hat:
    Ihr müsst den Stoff nicht auswendig lernen. Ihr müsst nur auswendig lernen, wo ihr ihn findet.

    10+ Jahre auswendig gelernter Stoff kann sich kein Mensch merken.
    Auswendig lernen zeigt nur den Fleiss, nicht das Können oder die Intelligenz.
    Meiner Meinung nach völlig unnötig bei den meisten Sachen.
  • Garp 16.02.2020 20:55
    Highlight Highlight Schüler spicken, weil Prüfungen als Slektionskriterium gebraucht (missbraucht) werden. Prüfungen sollen vor allem auch dem Lehrer zur Selbsthinterfragung und Selbsttest dienen, ob er seinen Job gut gemacht hat und welcher Schüler noch Hilfe und Unterstützung braucht und ob er ein Thema vielleicht noch einmal ganz anders für die ganze Klasye erklären muss. Dann würde sich das Spicken für die meisten erübrigen.
    • Der_Andere 17.02.2020 01:36
      Highlight Highlight Das ist eben gerade der Fehler in der Überlegung. Prüfungen sind durchaus Feedback für den Lehrer sein (Wars zu schwer? Wars zu einfach? Wurde der Stoff verstanden? Kann der Stoff im Unterricht anders angegangen werden?).
      Aber das ist der sekundäre Punkt. Diese Fragen stellst du dir als Lehrer sowieso. Oft nach jeder Lektion.

      Primär dient die Prüfung tatsächlich dazu anzuschauen, ob der Schüler/-in seinen Job gut gemacht hat. Und lernen müssen sie den Stoff selber. Das kann ihnen niemand abnehmen und ist ihre Verantwortung. Der Lehrer kann sie dabei wie du sagst nur unterstützen.

  • Drachenherz 16.02.2020 20:19
    Highlight Highlight Spickzettel anlegen ist die einfachste Art zu lehren 😎
    Werden daher meist gar nicht mehr benötigt.
    Apropos: 5 Seiten von 200 abzufragen ist auch nicht fair...
    • Ohniznachtisbett 17.02.2020 12:47
      Highlight Highlight Spickzettel anlegen ist vielleicht die einfachste Art zu lernen. Was die einfachste Art zu lehren ist, müsste man einen Lehrer fragen...
  • Cirrum 16.02.2020 19:51
    Highlight Highlight Wie langweilig wären Prüfungen ohne den Nervenkitzel beim Spicken😁
  • pamayer 16.02.2020 19:02
    Highlight Highlight hab ich noch nie. ehrenwort. so ehrenwort, dass ich es selbst nich glauben kann.
  • Garp 16.02.2020 18:44
    Highlight Highlight Als Lehrer sollte man den Schülern beibringen gute Spickzettel zu schreiben. Ferner sollen die Schüler Formelsammlungen benutzen dürfen und auch einen Dictionnaire. Es wäre gut mann würde in der Schule mehr Grundfertigkeiten üben und auch Schülern helfen auswendig zu lernen, da wo es wichtig ist.
  • BerthaPhilipPayne 16.02.2020 17:56
    Highlight Highlight spick auf die wandtafel schreiben, diese hochschieben und leer in den raum starren. Noch leerer starren, wenn der lehrer die tafel vor der prüfung putzt...
    • lilie 17.02.2020 08:09
      Highlight Highlight @Bertha: Wir haben mal einen Lehrer veräppelt, in dem wir sämtliche Tafeln vollgekritzelt haben vor dem Unterricht. Als er kam, stutzte er - und verbiss sich das Donnerwetter: Wir hatten die gesamten Tafeln mit einem lateinischen Verb vollgeschriebeb, das wir bis auf die letzte Spezialform durchkonjugiert haben. 😁

      Der Lehrer war so platt, dass er sogar die Tafel selber putzte - wodurch wir etwa 10 min weniger Unterricht hatten, und das war natürlich unsere Absicht gewesen. 😁
  • schmiffe 16.02.2020 16:46
    Highlight Highlight Naja zeitkrittische openbook prüfungen sind die lösung. Ich mein in der realität ist es auch so das man überall nachschlagen kann.
    Also bei uns an der fachhochschule läuft das in elektrotechnik so und ich finde es ein gutes system, ich habe nicht das gefühl, dass wir weniger davon profitieren als von "klassischen" prüfungen.
    • ReziprokparasitischerSymbiont 16.02.2020 20:31
      Highlight Highlight Bei uns im Studium waren die openbook Prüfungen meistens die grössten Herausforderungen. Man lässt sich dazu verleiten, weniger zu lernen, weil man ja "alles nachschauen" kann. Aber an der Prüfung fehlt dazu natürlich die Zeit.
      Mit einer guten Vorbereitung entsprechen die openbook Prüfungen, oder solche mit erlaubter Zusammenfassung am ehesten den späteren Anforderungen im Beruf: Was man schnell und oft braucht, weiss man auswendig, und bei Spezialfällen weiss man wo suchen.
    • Der_Andere 17.02.2020 01:41
      Highlight Highlight Openbook kannst du in der Volksschule vergessen. Das mag ab Stufe Gymnasium und an Hoch- und Berufsschulen klappen.
      Aber die meisten Volksschüler haben weder den Grad an Organisation, welcher für Openbook Prüfungen erforderlich ist, noch haben sie in der Regel Prüfungen, welche eine solche Menge Stoff auf einmal verlangt wird, der Openbook rechtfertigen würde.

      Stell dir Schüler/-in X vor, welcher anschliessend ein Drittel des Lernmaterials verloren und ein zweiter Drittel an der Prüfung vergessen hat. Die Eltern würden sturmlaufen.
  • Donny Drumpf 16.02.2020 16:17
    Highlight Highlight Gute Prüfungen können Spicker getrost zulassen.
  • DrFreeze 16.02.2020 16:13
    Highlight Highlight Ein guter Spickzettel ist wie eine gute Zusammenfassung. Einmal erstellt braucht man ihn eigentlich an der Prüfung gar nicht mehr. Mir ist s in jedem Fall so ergangen.
  • sealeane 16.02.2020 15:51
    Highlight Highlight Mit dem Fwzit des Lehrers stimme ich überein. Jedoch punkto Vrständnis und Prüfungen nicht. Zumest zu meiner Zeit belohnte das system auswendig lernen und nicht verstehen. Es ging im Geschichte genau um die Zahlen und nicht um die Zusammenhänge... und wenn ich so rumhöre scheint das in den meisten Studiengängen auch immer hoch eine Tendenz dazu zu geben... obs in der Schule mit der neuen Kompetenzausrichtung wirklich besser wurde kann ich nicht beurteilen. Habe aber meine Zweifel.
    • Merida 16.02.2020 16:37
      Highlight Highlight Schule ist im Wandel, aber Menschen (auch Lehrpersonen) sind Gewohnheitstiere. Wer seit 30 Jahren nur auswendig gelerntes Wissen prüft, ändert sich wohl nur unter Zwang.
      Junge und innovative Lehrpersonen prüfen eher Zusammenhänge und Transferleistungen.
    • sealeane 16.02.2020 19:19
      Highlight Highlight Na dann hoff ich mal auf die neue Generation von Lehrern. 😊
    • Der_Andere 17.02.2020 01:42
      Highlight Highlight War bei mir auch oft so. Ist heute mit dem Lehrplan 21 aber tatsächlich anders. Oder es sollte zumindest anders sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randalf 16.02.2020 15:40
    Highlight Highlight
    Was, war es das schon?
    Ich könnte aber viel noch weiterlesen.
    Auf jeden Fall möchte ich mich bei Lehrer M. bedanken. Es ist immer interessant, was er so erlebt.
  • Trafalgar 16.02.2020 15:34
    Highlight Highlight „Wer spickt, betrügt letztlich sich selbst.„

    Der Herr Lehrer hat vollkommen recht. Die in Zukunft benötigten Fähigkeiten sind keine die man auswendig lernen kann. Auch die Aussage, dass Fragen nicht als multliple-choice gestellt werden sollen um das Verständnis zu prüfen, nicht nur das Wissen.
    Zur Aussage „ Wer spickt, betrügt letztlich sich selbst.“ hab ich aber eine etwas andere Einstellung.
    Ich habe immer in Fächern gespickt in denen ich absolut kein Talent & Interesse hatte. Warum sollte ich Zeit und Energie für etwas aufwänden von dem ich weiss, dass ich es nie mehr benötige?
    • Adam Smith 16.02.2020 16:30
      Highlight Highlight Französisch. Mein Lernaufwand war bei absolut null, genau wie mein Interesse. Ich habe mich immer irgendwie auf der 4 gehalten, habe aber nie gespickt. Nach der Berufslehre habe ich es nie mehr benötigt. Diese Sprache konnte und wollte ich einfach nicht lernen. Dafür mache ich jetzt einen Kurs, um Mandarin zu lernen und es fällt mir deutlich leichter als Französisch. Krass, wie sich das Interesse auf die Lernfähigkeit auswirkt.
    • Füürtüfäli 16.02.2020 17:31
      Highlight Highlight Adam Smith;
      Immerhin ne 4. 😉
      War froh, wenn ich mal ne 3-4 hatte🙈
    • Adam Smith 16.02.2020 18:15
      Highlight Highlight @Füürtüfäli Ich bin bilingual mit Italienisch aufgewachsen, daher konnte ich einigermassen ableiten bei den Prüfungen, ansonsten hätte das nie geklappt XD
    Weitere Antworten anzeigen
  • Emado 16.02.2020 15:31
    Highlight Highlight Also bei uns war es cool. Während der Prüfung sind wir Buben immer neben einem Mädchen gesessen.
    Die Mädchen hatten Röcke an und die Antworten auf die Schenkel geschrieben.
    Also, Rock hoch und schön abgeschrieben. Wenn der Lehrer kam, konnte er schlecht zu den Mädchen sagen "Heb deinen Rock hoch"
    Ging aber nur bei männlichen Lehrern.
    • Utschli 16.02.2020 17:46
      Highlight Highlight Ich glaube weibliche Lehrerinnen können das auch nicht von den Schülerinnen verlangen😶
  • Tomster 16.02.2020 15:21
    Highlight Highlight Ich unterrichte Sek B und C Klassen (also die beiden tiefsten Niveaus). 90% der Zeit geht für das Üben von Arbeitsweisen, Arbeitshaltung, Höflichkeit und generell den Umgang miteinander drauf. Auf diesen Stufen ist fachlich eigentlich nur einigermassen korrektes Deutsch und grundlegende Mathe wichtig. Schon beim Vergleich eines doppelten Blutkreislaufs mit einem einfachen ist für die meisten Schüler „stack overflow“. Auch Spicken ist schon viel zu anstrengend. Ich frage mich, was aus meinen SchülerInnen in der Wirtschaft 4.0 mal werden soll? Frustrierte Wähler wahrscheinlich...
    • glointhegreat 16.02.2020 15:50
      Highlight Highlight @tomster: Bin vorgesetzter und lehrmerister von 25 Mitarbeitern in der logsitikbranche. .... Also einer der empfangsbranchen deiner schulabgänger. Erst "schockierte" mich dein text. Sek B sind doch die arbeiter? 🤔 Nicht jeder muss Bücher schreiben.... Und doch, ich muss dir recht geben, anstand, fleiss, interresse, wird immer schlechter. Ständig begleitet mich der gedanke jemanden trotz verfehlungen weiterzubeschäftigen, da A dieser sonst gar keine chance mehr hat und B ich sowieso keine besseren finde. Es gibt gute junge, nur leider interressieren die sich nicht für unseren Beruf.
    • TomTomZH 16.02.2020 15:50
      Highlight Highlight Verstehe nicht, warum du geblitzt wirst.
    • schmiffe 16.02.2020 16:52
      Highlight Highlight Keine sorgen ich studiere zurzeit systemtechnik und ich kann dir sagen, dass auch komplexe maschienen noch operator brauchen welche mal ein auge draufschmeissen und im richtigen moment ein knopf drückenmuss, um kleine störungen zu beheben etc man findet auch in zukunft jobs bei denen man nicht studiert haben muss in der industrie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fant 16.02.2020 15:17
    Highlight Highlight "Dass smarte Programme in naher Zukunft fast fehlerfrei alles korrigieren werden, ..., ist keine gewagte Prognose."

    Doch: als Informatiker und Grammar-Nazi muss ich hier widersprechen, ich halte das für ziemlich naiv. Der heutige AI-Hype ist leider nur ein Hype. Natürlich ist es eine Leistung, dass ca 20 Jahre, nachdem der Schachcomputer besser als der Mensch wurde, dasselbe auch mit Go gelang.

    Aber bei Orthographie geht es oft um die "real world knowledge" - ohne den Sinn zu verstehen, kann man oft nicht korrigieren. Und darin sind Computer sackschwach wie eh und je...
    • jjjj 16.02.2020 16:56
      Highlight Highlight Natürlich wird AI das können.
      Schon die Quantensprünge bemerkt, die zB deepl nur schon in der gratis Version gemacht hat in kürzester Zeit?
    • ReziprokparasitischerSymbiont 16.02.2020 20:33
      Highlight Highlight Das "alles" müsste man wohl noch auf digitale Texte einschränken.
    • fant 17.02.2020 00:04
      Highlight Highlight @jjjj Deepl beruht nach meinem Verständnis darauf, einen möglichst grossen Korpus von 'von Menschen übersetzten mehrsprachigen'-Texten statistisch auszuwerten. Das digitale Pendant zum Rosetta-Stone ;-) Kann man AI nennen, muss man aber nicht.

      Natürlich ist das Tool eine Superhilfe beim Übersetzen.

      Aber die Ansätze sind dieselben wie vor 20 Jahren, vom eigentlichen Verstehen eines Texts durch die Maschine sind wir - abgesehen von Programmiersprachen - nach wie vor sehr weit entfernt...
  • Dom Fisch 16.02.2020 15:03
    Highlight Highlight Wer hat noch nie gespickt? Ich finde das Schulsystem grundsätzlich falsch. Talente eines Schülers sollten individuell gefördert werden. Dann macht Schule plötzlich Spass und spicken unnötig. Hatte mich 5 Jahre mit Französisch gequält und kanns auch nicht mehr. Ab der Oberstufe hat mir Schule Spass gemacht und das bis heute, weil ich lernen kann worin ich talentiert bin und Freude daran habe...
    • megaschlimmwegeinisch 16.02.2020 17:27
      Highlight Highlight Ich. Weil ich zu dusselig dafür bin. Nur eine Frage der Zeit bis ich aufgeflogen wäre. Oder den Spick aus Versehen mit abgegeben hätte.
    • Der_Andere 17.02.2020 01:56
      Highlight Highlight "Ich finde das Schulsystem grundsätzlich falsch. Talente eines Schülers sollten individuell gefördert werden."

      Grundsätzlich ja. In der Realität nein.

      Erstens braucht es gewisse Normen, was jede/-r Schüler/-in als Minimum können sollte. Weil allen die gleichen weiteren Ausbildungswege offen stehen sollen.

      Und zweitens...
      Du hast als Lehrer/-in 15+ Lernende zu betreuen. Es ist schlicht nicht möglich 15+ individuelle Programme zu fahren, auf jeden persönlich zugeschnitten. Das kann keiner. Glaub mir. Die Leistungsschere ist oft dermassen breit. Schon zwei Niveaus für alle ist manchmal schwer.
    • Dom Fisch 17.02.2020 08:46
      Highlight Highlight Nichts ist unmöglich... Braucht nur den politischen Wille dafür
  • Dominik Treier 16.02.2020 14:59
    Highlight Highlight Noch schleierhafter ist mir, wie die Benotungssysteme mancher Kantone sich anmassen zu denken, Dinge wie Emphatie, Sozialkompetenz oder kritisches Denken, könnten von Lehrern so einfach und "völlig objektiv..." bewertet werden, wie das Einmaleins...

    Manchmal fragt man sich wie gut Menschen, die das erfunden haben ihre Fähigkeiten im kritischen Denken einschätzen und wird perfekt sehen, warum eine Bewertung dessen Blödsinn ist.
  • Gwdion 16.02.2020 14:55
    Highlight Highlight Für mich war das Erstellen eines Spickzettels jeweils eine sehr gute Lernmethode. Wenn man möglichst viel gebündeltes, geballtes Wissen auf möglichst wenig Platz niederschreibt, ist man automatisch gezwungen, zu selektieren, die wirklich wichtigen Informationen von den weniger wichtigen zu trennen. Jeder Bestandteil des Lernstoffes wird so nochmal von allen Seiten betrachtet. Durch dieses Ordnen des Lernstoffs und auch das nochmalige Niederschreiben prägt man sich einen Großteil wie von selbst ein. Während der Prüfung habe ich die Spickzettel nie verwendet.
    • El Vals del Obrero 16.02.2020 15:57
      Highlight Highlight Ich fand es immer toll, wenn es offiziell z.B. hiess, ein handgeschriebenes A4-Notizblatt darf verwendet werden. Wobei da jene mit guten Augen bevorteilt sind.

      Und das entspricht ja auch eher der Arbeitsrealität. Dem Arbeitgeber ist es ja sowas von egal, ob man auf Notizen zurückgreift oder man jedes kleinstes Detail auswendig weiss, solange das Resultat gut ist. Und was man häufiger braucht, wird man mit der Zeit ohnehin automatisch auswendig wissen.

      Aber auch da machte ich die Erfahrung, dass man am Ende den Spickzettel gar nicht braucht,da man beim Erstellen desselbigen genug gelernt hat.
    • pamayer 16.02.2020 19:12
      Highlight Highlight genau so gymnasium übelebt.
  • Henzo 16.02.2020 14:54
    Highlight Highlight Mein Lieblingsspick: ireguläre französisch konjugationen mit LaTex mit mega kleiner Schriftgrösse auf Folie ausgedruckt und zwischen PET Flasche Etikett geschoben. Die Flasche stand natürlich immer auf dem Pult und ich konnte problemlos alle Verben von der Innenseite der Flasche ablesen.
    Heute ist mein Franz aber grottig.... :D
    • Sam Regarde 16.02.2020 18:16
      Highlight Highlight Super-Idée! Mit einer Literflasche geht auch noch Einiges mehr drauf 👏🏻👏🏻
    • Henzo 16.02.2020 23:13
      Highlight Highlight Grosse 1.5 L PET-Flasche mit Wasser war standard ....nicht nur wärend den Prüfungen.
  • June 16.02.2020 14:50
    Highlight Highlight Effizientes Spicken braucht auch gewisse Fähigkeiten: Selbstanalyse (was kann ich nicht), antizipieren (was wird gebraucht), eine Entwicklung erfolgreicher Technik und schlussendlich auch Mut. Alles Dinge die einem im Leben weiter bringen können! Deshalb: die Spicker die erwischt werden habens verdient, die anderen ebenfalls ;) p.s bin selber Lehrerin.
  • Mügäli 16.02.2020 14:44
    Highlight Highlight Ich mache eine Weiterbildung bei der ich viele Formeln, welche ich notabene im beruflichen Alltag immer Nachschlagen würde, auswendig lernen muss. Der ‚Vorteil‘ beim Spicker Schreiben ist, dass ich danach die Formeln, welche ich mühsam zusammengestellt habe kenne, zumindest kurzzeitig. Den Spicker selber würde ich aber nie an die Prüfung mitnehmen, da wäre mir das Risiko des ‚Erwischt werden‘ zu gross.

    Grundsätzlich denke ich, sollten die Schulen allgemein vom ‚Alles auswendig‘ wissen auf ‚Gewusst wo finden‘ ändern.

    Wissen heisst für mich, wo finde ich es und wie wende ich es gezielt an ..
    • tr3 16.02.2020 18:38
      Highlight Highlight Formelsammlungen an einer Prüfung nicht zuzulassen, ist mMn komplett gaga.
    • tr3 16.02.2020 18:40
      Highlight Highlight Übrigens: der von dir gewünschte Wandel findet durchaus statt. Aber auch die Mühlen der Schule mahlen leider sehr, sehr langsam...
  • lilie 16.02.2020 14:43
    Highlight Highlight Spicken - hach! 😄

    Unsere schlausten Lehrer haben uns ganz offiziell erlaubt, z.B. Formelbücher an die Prüfung mitzunehmen. Die nützten aber ja nichts, wenn man nicht wusste, welche Formel zur Lösung der gestellten Aufgabe anzuwenden war.

    Und die allerschlausten liessen uns einen Spickzettel zusammenstellen, den wir an die Prüfung mitnehmen durften. Nicht nur, dass man so gezwungen war, auch tatsächlich den Stoff durchzuarbeiten - man musste natürlich auch eine einigermassen durchdachte Auswahl treffen.

    Spickzettelschreiben ist eh eigentlich eine super Lernmethode.
    • Lienat 16.02.2020 18:47
      Highlight Highlight Juhuu... dann gehöre ich also zu den allerschlausten Lehrern 🤗

      Meine Lernenden (Berufsfachschüler im Technikbereich) dürfen aus den von Dir genannten Gründen immer eine eigene Zusammenfassung verwenden. Auswendiglernen hingegen finde ich seit meiner eigenen Schulzeit unverändert doof (was man im Berufsalltag wirklich benötigt, lernt man auch ohne Zwang von selbst auswendig).

      Das Auswendiglernen hat den einzigen Vorteil, dass man es ganz einfach prüfen kann. Und hier meine Freunde, liegt das wahre Problem (wie einige meiner wenig arbeitsbegeisterten Kollegen leider immer wieder beweisen)!
    • lilie 17.02.2020 08:19
      Highlight Highlight @Lienat: Finde ich wirklich top von dir! 😃👍

      Und ja, ich denke, ein bisschen darf man auch noch überlegen, ob es nicht auch ab und zu faule Lehrer sind, die faule Prüfungen schreiben, die womöglich dazu beitragen, dass die Schüler auch nicht gerade durch Fleiss glänzen...

      Lehrer haben definitiv eine Vorbildfunktion. Nicht nur, was den Umgang mit dem Stoff angeht, sondern überhaupt. Ich habe es immer sehr geschätzt, wenn Lehrer eine offene Gesprächskultur gepflegt, selber auch mal einen Fehler zugegeben haben - aber eben auch klar kommunizierten, was geht und was nicht. 👍

De Ohrfiige na

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Dies ist mein letzter Blogbeitrag. Ja, der Zeitpunkt ist natürlich ein bisschen unglücklich: Gerade jetzt in der Corona-Krise sind Brett- und Kartenspiele natürlich voll im Trend. Sie haben ein immenses Potenzial, die Lage in den eigenen vier Wänden aufzulockern und zu verbessern. (Ehrlicherweise haben sie durchaus auch gegenteiliges Potenzial, aber dazu später mehr...) Und ausgerechnet jetzt, in einer Situation, in der sinnvolle spielerische Tipps so gefragt wären, wie nie zuvor, höre ich auf.

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