Genfer trotz Grossstadtstress in guter Verfassung

06.12.16, 14:52

Knapper Wohnraum, Lärm, und Kriminalität: Genf schneidet bei der Lebensqualität in machen Punkten schlechter als andere Schweizer Städte ab. Auf die Gesundheit seiner Bewohner scheint sich das nicht nachteilig auszuwirken.

Mit mehr als einer Person pro Zimmer als Massstab gilt in Genf jede sechste Wohnung als überbelegt. In St. Gallen und Luzern ist es dagegen nur etwa jede Zwanzigste. Das geht aus einem am Dienstag vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Überblick über die Lebensqualität in acht grossen Schweizer Städten hervor.

In keiner anderen Stadt gibt es ausserdem so wenige Einfamilienhäuser wie in Genf. Mit Abstand am höchsten ist die Einfamilienhausdichte in Lugano, wohl nicht zuletzt wegen der Fusionen mit umliegenden Gemeinden. Weniger Grünfläche als Genf hat nur Basel vorzuweisen.

Beim nächtlichen Verkehrslärm und bei den Einbruchdiebstählen belegt Genf jeweils den unrühmlichen ersten Platz. Nach Lausanne und vor Basel hat die Stadt zudem die höchste Sozialhilfequote, wie die «City Statistics» des BFS weiter zeigen.

Bei all diesen Indikatoren schneidet die Tessiner Metropole am besten ab, gefolgt von St. Gallen und Luzern. Bei den schwer verletzten Personen im Strassenverkehr liegt Lugano allerdings gleich hinter Spitzenreiter Genf auf dem zweiten Rang.

Tiefe Sterbe- und Suizidrate

Positiv fällt die Rhonestadt beim Betreuungsangebot für Kleinkinder und beim öffentlichen Verkehr auf. So weist Genf vor Basel und Zürich die höchste Haltestellendichte auf. Trotz der vergleichsweise niedrigeren Umweltqualität sterben in Genf am wenigsten Menschen unter 65 Jahren an Erkrankungen des Kreislauf- oder Atmungssystems.

Am meisten dieser frühzeitigen Todesfälle gibt es in Lugano und Basel. Diese beiden Städte haben umgekehrt - zusammen mit Genf - die tiefsten Suizidraten.

Das BFS hat die Lebensqualität in Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Lugano anhand von 25 Indikatoren bewertet und in einer Taschenstatistik zusammengefasst. Zwölf Indikatoren geben zudem Auskunft über die Lebensqualität in den jeweiligen Agglomerationen. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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