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Nach der Wahl in Simbabwe: Beide Spitzenreiter kündigen Sieg an



Einen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Simbabwe haben die beiden Spitzenreiter - der amtierende Präsident Emmerson Mnangagwa und Oppositionsführer Nelson Chamisa - jeweils ihren bevorstehenden Wahlsieg angekündigt. Offiziell dauerte die Auszählung der Stimmen an.

Herausforderer Chamisa schrieb am Dienstag auf Twitter, nach Ergebnissen aus den meisten Wahllokalen stehe fest, dass er «überzeugend gewonnen» habe. Präsident Mnangagwa hingegen schrieb, die bisher verfügbaren Informationen seien «extrem positiv».

Die Wahlkommission sprach von einer Wahlbeteiligung von etwa 75 Prozent. Wann erste vorläufige Ergebnisse bekanntgegeben werden, blieb unklar. Endergebnisse wurden gegen Ende der Woche erwartet.

Umfragen vor der Wahl sagten ein Kopf-an-Kopf Rennen der beiden Spitzenreiter - des 40 Jahre alten Chamisa und des 75 Jahre alten Mnangagwa - voraus. Sollte keiner der Kandidaten eine Mehrheit erzielen, würde am 8. September eine Stichwahl stattfinden. Die rund 5.7 Millionen Wahlberechtigten konnten sich zwischen 23 Kandidaten entscheiden.

Herausforderer Chamisa in Harare vorn

Laut an Wahllokalen ausgehängten Ergebnissen lag Chamisa in der Hauptstadt Harare deutlich vorn. Mnangawas Hochburgen liegen eher auf dem Land. Dort war Abgeordneten zufolge in einigen Wahlkreisen die Auszählung auch am Dienstag noch nicht abgeschlossen. Ein friedlicher und fairer Verlauf der Wahl gilt als Voraussetzung für das Ende von Sanktionen und für Investitionen in dem rohstoffreichen Land.

Beobachterkreisen zufolge verlief die Abstimmung ohne grössere Regelwidrigkeiten. Allerdings habe es auf dem Land Einschüchterungen von Wählern durch die Regierungspartei gegeben. Zudem wurde eine einseitige Berichterstattung durch die staatlichen Medien bemängelt. Unter dem langjährigen Machthaber Robert Mugabe kam es bei Wahlen oftmals zu Betrug und Gewalt.

Ein Sieg Chamisas dürfte vom Militär nicht gut aufgenommen werden. Die Streitkräfte hatten im November Mugabe entmachtet. Einige der damals beteiligten Generäle sitzen nun in der Regierung. Mnangagwa und dessen Partei Zanu-PF haben jedoch erklärt, das Ergebnis anerkennen zu wollen.

Mugabe stand seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Grossbritannien 1980 an der Spitze des Staates. Ihm wurden Korruption und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Mnangagwa versuchte zuletzt, Investoren ins Land zu holen, um die am Boden liegende Wirtschaft anzukurbeln. (sda/dpa)

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