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Kampf um Banken-Fusion: UBS-Chef Weber drohte offenbar mit Wegzug nach Frankfurt

15.09.2020, 17:2615.09.2020, 18:16
Axel Weber
Axel Weber
Bild: EPA/KEYSTONE

Im Kampf um die Realisierung der Giga-Fusion der beiden Schweizer Banken-Riesen UBS und Credit Suisse – Projektname «Signal» – hat UBS-Präsident Axel Weber harte Worte gewählt. Wie «Inside Paradeplatz» berichtet, drohte der Deutsche mit einem Wegzug der Bank nach Frankfurt. Dies, wenn der Deal nicht zustande kommen würde.

Gerichtet sei die Drohung an Finanzminister Ueli Maurer und Mark Branson, den Chef der Finanzaufsicht Finma, gewesen. Weber will laut dem Finanzportal die Fusion mit aller Macht realisieren.

Allerdings, so «Inside Paradeplatz» weiter, gebe es in beiden Verwaltungsräten beträchtlichen Widerstand. Vor allem CS-Vize Severin Schwan sei gegen den Zusammenschluss. Und auch in den Geschäftsleitungen seien einige Manager gegen die neue Riesen-Bank «Signal», dies erhöhe auch den Druck auf den eigentlich positiv gestimmten CS-Chef Urs Rohner.

Dieser Widerstand sei eine echte Bedrohung für Webers Deal. Dabei geht es jetzt in die entscheidende Phase. «Signal» wird noch in dieser Woche im UBS-Verwaltungsrat thematisiert, wie «Inside Paradeplatz» weiss.

Bombe platze gestern

Die News von der angeblich geplanten Fusion hatte am Montag eingeschlagen wie eine Bombe. An der Börse wurden die Gerüchte ernst genommen. Die Aktien beider Banken legten um rund 2 Prozent zu - sind mittlerweile aber wieder getaucht.

Ein Sprecher Webers erklärte am Sonntag lediglich, Gerüchte würden «grundsätzlich nicht kommentiert». Auf Anfrage von CH Media am Montag erklärten Credit Suisse und UBS, sie würden die Gerüchte ebenfalls nicht kommentieren.

«Eine Fusion scheint mir sinnvoll»

Die Reaktionen auf «Signal» waren gemischt. Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran etwa zeigte sich nicht besorgt über den Verlust an Arbeitsplätzen, wie man das von einer Sozialdemokratin erwarten würde. Sie sagt vielmehr: «Eine Fusion scheint mir sinnvoll.»

Im Banking sei Grösse alles, so Badran. UBS und CS seien abgehängt worden von den amerikanischen Grossbanken. Wolle man diesen etwas entgegensetzen, sei ein Zusammengehen unerlässlich. Zweimal Backoffice, zwei Informatiksysteme, das sei schlicht zu teuer. Und weiter: «Natürlich gingen bei einer Fusion viele Arbeitsplätze verloren. Die werden aber auch wegfallen, wenn UBS und CS immer weiter an Terrain verlieren im globalen Bankengeschäft.»

Bedenken werden hingegen auf der bürgerlichen Seite vorgetragen. SVP-Nationalrat Thomas Matter (ZH) findet, dass die Wettbewerbskommission eine Fusion von Credit Suisse und UBS nicht genehmigen sollte. Für die Vielfalt des Schweizer Bankenplatzes wäre ein Zusammengehen problematisch.

Fraglich sei ausserdem, ob der Schritt ökonomisch Sinn ergebe. Die Fusion von SBG und Bankverein zur UBS habe dem Bankenplatz nichts gebracht: «Die beiden Banken waren an der Börse zusammen mit 65 Milliarden Franken kapitalisiert, die UBS ist heute noch 48 Milliarden wert.»

(aeg)

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