85-Jähriger stirbt nach Angriff in Klinik in St. Urban

14.04.17, 15:00

Ein Angriff in der psychiatrischen Klinik in St. Urban hat in der Nacht auf Karfreitag tödlich geendet. Ein frisch eingelieferter Patient war auf einen anderen Patienten losgegangen. Das Opfer, ein 85-jähriger Mann, erlag seinen schweren Verletzungen wenig später.

Der Angreifer, ein 33-jähriger Mann aus dem Kosovo, flüchtete zunächst. Die Polizei konnte ihn aber kurze Zeit später in einer Nachbargemeinde festnehmen, wie die Luzerner Polizei am Freitag mitteilte.

Die beiden Männer hätten sich nicht gekannt, sagte der Chefarzt der Stationären Dienste, Julius Kurmann, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Eine Waffe dürfte nicht im Spiel gewesen sein. Beide Männer sind am Donnerstag neu und zum ersten Mal in die Klinik St. Urban gekommen: das spätere Opfer tagsüber, der mutmassliche Täter kurz vor Mitternacht.

Letzterer habe sich selbst eingeliefert. Er habe zwar gespannt gewirkt, Hinweise auf Aggressivität hat es laut Kurmann jedoch aufgrund seiner Geschichte und seines Verhaltens nicht gegeben. Zudem habe der Mann kooperiert.

Angriff «überraschend»

Er wurde für die Nacht in das Zweierzimmer mit dem 85-Jährigen gebracht. Wenig später vernahmen die Angestellten Geräusche, konnten aber das Zimmer nicht betreten, da ihnen der Angreifer den Zugang verwehrte. Der Vorfall sei sehr «überraschend» erfolgt, sagte Kurmann. Wenn es Hinweise auf Aggressivität gegeben hätte, wäre der Mann isoliert untergebracht worden.

Schliesslich gelang es einem Mitarbeiter, den Täter aus der Station zu führen, damit das Opfer betreut werden konnte. Diese Situation nutzte der Angreifer jedoch zur Flucht, der die Polizei wenig später ein Ende setzte. Der 85-Jährige wurde ins Spital gebracht, wo er in den frühen Morgenstunden verstarb.

Der Angreifer hatte sich aufgrund einer akuten psychosozialen Belastungsstörung in die Klinik eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft Sursee hat eine Untersuchung eingeleitet. Das 85-jährige Opfer war laut Polizei ein Italiener. Er lebte wie auch der Kosovare in der Schweiz. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
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