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Cevian fordert erneut Rücktritt von Panalpina-Präsident Ulber



Panalpina-Grossaktionär Cevian will Köpfe an der Spitze des Logistikkonzerns rollen sehen. «Es braucht einen neuen Chairman an der Spitze von Panalpina. Peter Ulber ist untragbar», sagte Cevian-Mitgründer Lars Förberg am Donnerstag.

«Wir haben bereits an der letzten Generalversammlung gegen seine Wiederwahl gestimmt», sagte der 53-jährige Schwede in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz». Zudem fordert er den Rücktritt von Panalpina-Vizepräsident Beat Walti. Cevian habe zwar an der letzten Panalpina-GV nicht gegen Walti gestimmt. «Aber heute würden wir es tun.»

Beat Walti habe als Präsident des Stiftungsrates der Ernst Göhner Stiftung die Möglichkeit und Verpflichtung gehabt, korrigierend einzugreifen. «Dies hat er versäumt», sagte Förberg. Die Ernst Göhner Stiftung ist mit 46 Prozent der grösste Aktionär von Panalpina. Cevian hat gut 12 Prozent Anteil am Basler Logistikkonzern.

«Als wir in die Firma investiert haben, performte Panalpina schlechter als die Konkurrenz. Heute, acht Jahre später, ist das immer noch so», sagte Förberg: Die Profitabilität betrage nur ein Drittel von jener der Konkurrenz. «Die Firma verliert Marktanteile, Panalpina schafft keine Werte.»

Reihe von Problemen

Die Firma habe eine Reihe von Problemen: Es fehle eine Performance-Kultur, sagte der Schwede: «Die Strukturen sind aufgebläht, die Kosten zu hoch, die Umsätze zu niedrig, man schreckt vor den nötigen harten Massnahmen zurück. Die Hauptursache dafür liegt beim Präsidenten und Vizepräsidenten.»

Peter Ulber weigere sich seit Jahren, die notwendigen Massnahmen einzuleiten, um Panalpina wettbewerbsfähig aufzustellen. «Beat Walti lässt ihn gewähren», sagte der Cevian-Mitgründer.

Ulber und Walti seien sowohl im Verwaltungsrat der Panalpina als auch im Stiftungsrat der Ernst Göhner Stiftung, die Hauptaktionär sei. «Ihre dominierende Rolle schafft Interessenskonflikte. Gesprächsangebote etwa von Mitbewerbern über einen möglichen Zusammenschluss und Kooperationen lehnen beide kategorisch ab», sagte Förberg. Dabei könnte mit einem Zusammenschluss viel Wert geschaffen werden.

Geduld aufgebraucht

Das Interesse der Stiftungsvertreter scheine hauptsächlich darin zu liegen, ihren persönlichen Einfluss zu sichern und den Status quo zu bewahren, sagte Förberg: «Damit schaden sie der Firma.»

«Wir hatten lange viel Geduld. Die ist jetzt aufgebraucht», sagte der Cevian-Mitgründer. Das Marktumfeld von Panalpina verändere sich stark. Die Industrie stehe vor einem radikalen digitalen Wandel.

«Starke Wettbewerber eilen davon und Panalpina droht uneinholbar abgehängt zu werden. Das können wir nicht zulassen», sagte Förberg. Einen neuen Konzernchef fordert Cevian dagegen nicht: «Es wäre unfair, die Probleme von Panalpina dem CEO Stefan Karlen anzulasten. Es beginnt alles mit dem Chairman.» (sda/awp)

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