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Massive Iran-Sanktionen der USA treten am Montag in Kraft



Die USA setzen am Montag neue massive Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Sie richten sich in erster Linie gegen die Öl- und Bankenbranche. Betroffen sind auch Unternehmen aus Drittstaaten, die mit dem Iran Geschäfte machen.

Die ab Montag um 06.00 Uhr MEZ geltenden Sanktionen waren bereits in früheren Jahren in Kraft und wurden nach dem Abkommen von 2015 zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms ausgesetzt.

US-Präsident Donald Trump kündigte die aus seiner Sicht völlig unzulänglich Nuklearvereinbarung im Mai einseitig auf und leitete die erneute Inkraftsetzung der früheren Strafmassnahmen ein. Ein Teil davon gilt bereits seit August.

Zwar verkündete die US-Regierung am Freitag Ausnahmeregelungen für acht Drittländer, um welche es sich dabei handelt, gab die US-Regierung aber zunächst nicht bekannt. Sie sollen erst am Montag benannt werden, wie Aussenminister Mike Pompeo sagte.

Die Regierung in Ankara teilte jedoch bereits mit, die Türkei gehöre dazu. Beobachter in Washington gingen davon aus, dass auch Indien, Japan und Südkorea auf der Ausnahme-Liste stehen.

Firmen aus den acht ausgenommenen Staaten dürfen laut Pompeo vorerst weiter Rohöl aus dem Iran importieren, allerdings in niedrigerem Umfang als bisher. Ausgenommen worden seien sie, «weil sie bewiesen haben, dass sie sich um die Reduzierung ihrer Ölimporte auf Null bemühen», sagte der US-Aussenminister. Durch die Ausnahmeregelungen sollen den US-Angaben zufolge Turbulenzen auf dem Ölmarkt vermieden werden.

Ausschluss aus Swift als Ziel

Zu den Massnahmen gegen iranische Banken gehört den Angaben zufolge, dass ihr Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift erreicht werden soll. Swift - ein Verbund von Geldinstituten - solle ebenfalls mit Sanktionen belegt werden, wenn es seine Transaktionen mit iranischen Banken nicht einstelle, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Nach seinen Angaben wird auch die Liste der von den Sanktionen betroffenen iranischen Einrichtungen und Einzelpersonen erheblich erweitert - um insgesamt 700.

Die Europäische Union bemüht sich bereits seit Monaten darum, die Iran-Sanktionen zumindest teilweise auszuhebeln, um Schaden für im Iran-Geschäft tätige Unternehmen abzuwenden und Teheran zum Verbleib im Atomabkommen zu bewegen. So plant die EU die Gründung einer speziellen Zweckgesellschaft, die abseits der üblichen, vom Dollar dominierten Finanzkanäle Geschäfte europäischer Firmen mit Teheran abwickeln soll.

Hilfreich könnte dies vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigenes US-Geschäft sein. Für Grossunternehmen mit erheblichen Aktivitäten in den USA bleiben die Strafmassnahmen hingegen weiterhin eine massive Bedrohung. Die deutschen Konzerne Siemens und Daimler haben deshalb bereits ihre Geschäfte im Iran eingestellt, ebenso die französischen Konzerne Total, Peugeot und Renault.

«Maximaler Druck»

Die US-Regierung will «maximalen Druck» auf Teheran ausüben, um noch deutlichere Konzessionen beim iranischen Atomprogramm zu erreichen. Washington verdächtigt Teheran, weiterhin den Bau der Atombombe anzustreben. Begründet werden die Sanktionen auch mit dem iranischen Raketenprogramm und den iranischen Interventionen in anderen Ländern der Region, unter anderem in die Bürgerkriege in Syrien und im Jemen.

Pompeo sagte am Freitag, durch die Strafmassnahmen sollten der iranischen Führung die Einnahmen entzogen werden, die sie dafür verwende, «Tod und Zerstörung rund um die Welt zu verbreiten». Ziel sei es, dass der Iran seine «Outlaw-Aktivitäten» aufgebe und «sich wie ein normales Land benimmt». (sda/afp)

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