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Türkische Polizei fahndet weiter nach Attentäter von Istanbul



Die türkische Polizei fahndet weiter nach dem flüchtigen Attentäter von Istanbul. Bis Dienstag nahmen die Ermittler 16 Menschen fest. Unter den Opfern des Anschlags befinden sich auch zwei junge Männer aus Deutschland.

Der Täter soll nach Überzeugung der Ermittler aus Zentralasien stammen, wie die Tageszeitung «Hürriyet» berichtete. Das Parlament in Ankara verlängerte unterdessen den seit Juli geltenden Ausnahmezustand um drei Monate.

Der per Fahndungsfoto gesuchte Hauptverdächtige soll laut einem Zeitungsbericht für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gekämpft haben.

Der Attentäter hatte in der Silvesternacht im Nachtclub «Reina» in Istanbul 39 Feiernde erschossen. Zu den Todesopfern zählen zwei junge Männer aus Deutschland. Der IS bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die türkische Militärintervention in Nordsyrien.

Laut der Zeitung «Habertürk» benutzte der Attentäter bei dem Angriff auf die noble Disco am Ufer des Bosporus ein Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow. Er feuerte demnach rund 120 Schüsse ab, von denen nur wenige ihr Ziel verfehlten.

Mietwohnung mit Frau und Kindern

Zum Wechseln der Magazine zündete er Blendgranaten, um die Club-Gäste an einer effektiven Gegenwehr zu hindern.27 der 39 Opfer des Anschlages in der Silvesternacht waren Ausländer. Die meisten kamen aus arabischen Ländern. Mehrere der Toten wurden am Dienstag in ihre Heimatländer überführt.

Laut «Habertürk» hatte der Mann, der Mitte zwanzig sein soll, im November mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zunächst eine Mietwohnung in der zentralanatolischen Stadt Konya bezogen, um «keine Aufmerksamkeit» zu erregen.

Ausnahmezustand verlängert

Das türkische Parlament verlängerte am Dienstagabend den nach dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli verhängten Ausnahmezustand. Die Regierung nutzt ihre erweiterten Vollmachten unter dem Ausnahmezustand, um hart gegen ihre Gegner vorzugehen.

Gleichzeitig schlägt die türkische Armee mit voller Härte gegen die IS-Terrormiliz in Nordsyrien zu. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Dienstag, die Truppen hätten seit dem Vortag mindestens 150 Ziele mit Haubitzen, Raketenwerfern, Mörsern und Panzern beschossen.

Die Luftwaffe habe unter anderem in der umkämpften Stadt Al-Bab Stützpunkte der Terrormiliz und ein Waffendepot bombardiert. 18 IS-Terroristen seien getötet und 37 weitere verwundet worden.

Türkische Truppen waren im August in Nordsyrien einmarschiert. Die Operation «Schutzschild Euphrat» richtet sich gegen den IS, aber auch gegen die Kurdenmiliz YPG, die eng mit der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist. (sda/afp/dpa)

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