Massaker an Muslimen

Fast 50 Tote bei neuer Gewalt in Zentralafrika

25.06.14, 14:33
In this May 24 2014 picture, ex-Seleka rebels sit at their base in to Bambari, Central African Republic. In a report released Tuesday June 24, 2014, the International Federation for Human Rights said that the tit-for-tat attacks against rival religious groups in Central African Republic threaten to create the conditions of a genocide reminiscent of Bosnia in the 1990s and requires swift efforts by the government and the international community to stop the violence. The 88-page report details the atrocities committed by both sides in this impoverished country and urged the re-establishment of a legal and penal system to stop the wave of crime and violence and begin trying those behind the massacres.(AP photo/Jerome Delay)

Christen und Muslime bekämpfen sich in Zentralafrika. Bild: Jerome Delay/AP/KEYSTONE

Bei Gewalt nach einem Massaker an Muslimen sind in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden. Bewaffnete der christlichen Anti-Balaka-Miliz auf der einen Seite und Angehörige des mehrheitlich muslimischen Ex-Rebellenbündnisses Séléka auf der anderen Seite hätten seit Montag fast 50 Menschen in der Region Bambari getötet, sagte ein Offizier der afrikanischen Friedenstruppe Misca der Nachrichtenagentur AFP. Es handelt sich demnach um eine vorläufige Opferzahl.

Die meisten der Opfer seien mit Messern und Schusswaffen getötet worden. Es habe Angriffe auf Zivilisten gegeben, bei denen auch Häuser angezündet worden seien. Zudem habe es Kämpfe gegeben. Die Gewalt habe begonnen, nachdem am Montag junge christliche Milizionäre 17 Angehörige des muslimischen Fulbe-Volkes getötet hatten, sagte der Offizier. In der Stadt Bambari sind Soldaten der französischen Eingreiftruppe Sangaris sowie Soldaten der Misca-Truppe der Afrikanischen Union im Einsatz.

In der Stadt hatte die Séléka nach ihrem erzwungenen Abzug aus der Hauptstadt Bangui im Januar ihr neues Hauptquartier eingerichtet. Bis vor wenigen Wochen war die Region Bambari von der Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen verschont geblieben. Séléka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef François Bozizé gestürzt. Der Putsch zog das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. In dem Bürgerkrieg wurden bereits tausende Menschen getötet, fast eine Million Menschen sind auf der Flucht. (lhr/sda/afp)

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