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Gesundheit

Neue Studie zeigt: So stark leiden Übergewichtige unter Vorurteilen

In Schulen ist gewichtsbezogene Diskriminierung verbreitet.
In Schulen ist gewichtsbezogene Diskriminierung verbreitet.bild: getty

«Man wird als faul abgestempelt» – so stark leiden Übergewichtige unter Vorurteilen

Eine Studie der Migros und Novo Nordisk zeigt, wie verbreitet Vorurteile gegen übergewichtige Menschen hierzulande sind.
25.02.2026, 10:0125.02.2026, 10:23
Pascal Michel / ch media
«Im Spital haben die Leute über mich geschwätzt, während ich sie durch den Vorhang hören konnte.»
«Mein Arzt sagte: ‹Verlieren Sie zuerst 20 Kilogramm, dann werden wir sehen, ob eine Adipositas-Behandlung notwendig ist.›»
«Man wird als übergewichtige Person schnell als faul abgestempelt.»

Diese Aussagen haben die Meinungsforscher des Instituts Yougov im Auftrag des Migros-Gesundheitsplattform iMpuls und des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk zusammengetragen. Novo Nordisk produziert mit Wegovy eine weltweit bekannte Abnehmspritze.

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage bei 1000 normal- bis stark übergewichtigen Personen zeigen: Übergewichtige Menschen sehen sich in der Schweiz regelmässig mit Vorurteilen konfrontiert. Rund die Hälfte der Befragten, die selbst an Adipositas leiden, also einen BMI über 30 aufweisen, hat bereits persönliche Diskriminierung erlebt. Nimmt man die Befragten aller Gewichtsklassen in den Blick, wächst das Ausmass gar noch. Drei Viertel der Befragten berichteten, dass sie gewichtsbezogene Diskriminierung wahrgenommen hätten, entweder persönlich oder in ihrem Umfeld.

Gemäss der Studie erlebten Übergewichtige in fast allen Lebensbereichen Vorurteile, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie. Am häufigsten finden solche Äusserungen in der Öffentlichkeit statt, gefolgt vom Arbeitsplatz und dem Freundeskreis. In offenen Kommentaren, die Befragte zusätzlich erfassen konnten, wurde zudem besonders häufig das Schulumfeld als Brennpunkt erwähnt.

Junge Menschen sind besonders betroffen

Die Auswirkungen dieser Erlebnisse können für die Betroffenen einschneidend sein. 43 Prozent der übergewichtigen Personen gaben an, ihr Selbstvertrauen sei dadurch beeinträchtigt worden. Jüngere Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren berichteten besonders oft von gewichtsbezogenem Stress und Scham. Das kann die Motivation der Betroffenen schmälern, überhaupt etwas gegen ihr Übergewicht zu unternehmen oder sich Hilfe zu holen. Laut der Studie haben 85 Prozent der Befragten mit einem BMI über 30 bereits versucht, ihr Gewicht zu verringern. Viele berichten jedoch von begrenztem Erfolg.

«Die Stigmatisierung von Menschen, die mit Adipositas leben, ist keine blosse Nebenwirkung, sondern ein integraler Bestandteil der Gesundheitsbelastung», sagt Anne Mette Wiis Vogelsang, General Manager von Novo Nordisk Schweiz. «Sind wir bereit, in einer Gesellschaft zu leben, in der Kinder wegen Adipositas in der Schule gemobbt, Erwachsene am Arbeitsplatz diskriminiert werden und Betroffene sich beschuldigt fühlen, selbst wenn sie Hilfe suchen?», fragt sie.

Die Resultate der Studie zeigen, dass der Siegeszug der Abnehmspritzen die Vorurteile gegenüber übergewichtigen Menschen kaum reduziert hat. Im Gegenteil: Sie haben möglicherweise noch zugenommen. Denn mittlerweile können die Betroffenen nicht mehr geltend machen, sie hätten keine Optionen. Ganz nach dem Motto: «Warum bist du immer noch dick? Es gibt doch jetzt die Abnehmspritzen!» Gemäss Umfrage haben 15 Prozent der adipösen Befragten bereits zu medikamentösen Behandlungen gegriffen. Beliebter waren allerdings die Ernährungsumstellung, Diäten oder mehr Bewegung.

Das Engagement von Novo Nordisk erstaunt insofern, als dass Pharmakonzerne ansonsten kaum mit Präventionsarbeit oder Anti-Diskriminierungskampagnen auffallen. Schliesslich haben sie ein Interesse daran, ihre Medikamente zu verkaufen. Der dänische Pharmariese schert hier aus und betont, dass die Volkskrankheit Übergewicht nur ganzheitlich bekämpft werden könne. Da die Medikamente wie jene von Novo Nordisk oder Eli Lilly aktuell nur so lange wirken, wie sie auch eingenommen werden, müssen sich die Patienten längerfristig ohnehin mit einem Lebensstilwandel auseinandersetzen.

Um das zu schaffen, braucht es laut Migros und Novo Nordisk einerseits Informationsangebote, andererseits einen Abbau der Vorurteile. Gemäss den Befragten wären konkrete Ansatzpunkte etwa Sensibilisierung in Schulen oder Informationskampagnen für die Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz.

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Thomas Meister
25.02.2026 10:39registriert April 2019
Man muss schon aufpassen. Bei meinen Kindern in der Schule hat es ein paar Mädchen die schon mit 12 Jahren massiv übergewichtig sind. Aber kein Wunder wenn man sieht dass die tägliche Nahrung aus Chips, Schokolade und Cola besteht. Und am Abend sitzt die ganze Familie im MC Donalds. Hier muss man die Eltern in die Pflicht nehmen. Klar, meine Kids dürfen auch Chips und Schokolade essen. Und auch im MC sind wir anzutreffen. Aber einfach in einem gesunden Mass. Das Gegenteil ist auch oft anzutreffen. Die Eltern sportsüchtig, die Kinder trainieren schon genauso und essen nur Gemüse. Auch nicht ok.
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Peter Vogel
25.02.2026 10:23registriert Juni 2020
Ich kenne auch solche Leute.
Nehmen für 300m lieber ein Uber als zu laufen. Abends werden vor dem TV locker mehrere Chipspackungen weggeputzt. Beim Essen muss es immer noch einen Softdrink dazu geben.
Viele Klischees beinhalten einen wahren Kern, wenn auch nicht alle.
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Butschina
25.02.2026 10:46registriert August 2015
Als Schulkind verstand ich nie, wieso ich dick bin, obwohl ich gesünder und weniger ass als meine Gspänli. Ein Kind versteht sowas nicht. Es ist für das Kind einfach nur unfair. Wenn du dann noch immer hörst, du seist zu dick und auch noch gemobbt wirst, geht vieles im Kind kaputt. Bei mir hat es dann in der Pupertät in Frustessen umgeschlagen und aus mollig wurde adipös. Meine Ernährung ist top. Dennoch ging es nicht ohne Hilfe runter. Ich habe es nun immerhin von Adipositas Grad III in Adipositas Grad II geschafft. Mal schauen ob ich den UHU noch schaffe, es fehlen noch 5kg.
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