Gesellschaft & Politik
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U.S. Ambassador to Israel David Friedman, second from right, accompanied by President Donald Trump, right, U.S. special envoy for Iran Brian Hook, left, and Avraham Berkowitz, Assistant to the President and Special Representative for International Negotiations, second from left, speaks in the Oval Office at the White House, Wednesday, Aug. 12, 2020, in Washington. Trump said on Thursday that the United Arab Emirates and Israel have agreed to establish full diplomatic ties as part of a deal to halt the annexation of occupied land sought by the Palestinians for their future state. (AP Photo/Andrew Harnik)
Donald Trump,David Friedman,Brian Hook,Avraham Berkowitz

Der US-Diplomat in Israel, David Friedman (zweiter von rechts), steht neben US-Präsident Donald Trump bei der Verkündigung, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel eine diplomatische Beziehung anstreben. Bild: keystone

Historisches Abkommen: «Trump wird als grosser Friedensstifter in die Geschichte eingehen»



In einem historischen Schritt haben sich Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate überraschend auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen verständigt. In einer von US-Präsident Donald Trump veröffentlichten Erklärung der drei Länder hiess es, dieser «diplomatische Durchbruch» werde den Friedensprozess im Nahen Osten voranbringen.

Im Gegenzug setzt Israel demnach seine Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus. Trump zufolge wird die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen in den kommenden Wochen im Weissen Haus in Washington schriftlich fixiert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrieb am Donnerstag auf Twitter von einem «historischen Tag». Der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said Al Nahjan, bestätigte die Verständigung. Nach Ansicht des Golfstaats soll das Abkommen einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt dienen.

Mohammed bin Said erklärte, in einem Telefonat mit Trump und Netanjahu sei die Einigung erzielt worden, die weitere israelische Annexion palästinensischer Gebiete zu stoppen. Die VAE und Israel hätten eine Kooperation und einen Fahrplan für bilateralen Beziehungen vereinbart.

Israel unterhielt bis anhin keine diplomatischen Beziehungen zu den Golfstaaten. Das Land pflegt aber bereits diplomatische Beziehungen zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten, deren Bevölkerung ebenfalls mehrheitlich muslimischen Glaubens ist.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi begrüsste die Annäherung via Twitter. Er schätze die Bemühungen der Beteiligten, die für Frieden sorgen und «Wohlstand und Stabilität» in die Region bringen wollten.

Die Bündnisse verschieben sich

Die Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten hatten sich in den vergangenen Jahren schrittweise verbessert. Offiziell unterhalten die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen.

Wie entstand der Konflikt im
Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

Berichten zufolge haben die Emirate aber längst heimlich Kontakte mit Israel geknüpft. In den beiden Emiraten Abu Dhabi und Dubai leben schätzungsweise 3000 Menschen jüdischen Glaubens.

Der Mitteilung der drei Staaten zufolge wird Israel sich nach dem Aussetzen seiner Annexionspläne nun darauf konzentrieren, seine Beziehungen zur muslimischen Welt auszubauen. Delegationen aus Israel und den Emiraten werden sich demnach bereits in den kommenden Wochen treffen, um bilaterale Abkommen etwa in den Bereichen Tourismus, Sicherheit, Technologie, Energie und Gesundheit zu unterzeichnen.

Nach Jahrzehnten des Konflikts mit den Palästinensern ist der Staat Israel in vielen Ländern des arabischen Raums weiterhin unbeliebt oder verhasst. Vor allem die Golf-Monarchien, darunter Saudi-Arabien und die Emirate, sehen den Iran inzwischen aber als grösste Bedrohung für die Region an.

Israel wird in Abu Dhabi und Riad deshalb auch als möglicher Partner beim Versuch gesehen, den Einfluss des Irans im Nahen Osten zurückzudrängen.

Für Trump ein günstiger Zeitpunk

Trump bezeichnete die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit, Wohlstand und Frieden im Nahen Osten. «Jetzt, wo das Eis gebrochen ist», hoffe er, dass weitere arabische und mehrheitlich muslimische Staaten bald dem Beispiel der Emirate folgen.

Trump sagte im Weissen Haus im Beisein von Vertretern der beteiligten Staaten, das Abkommen solle nach «Abraham» benannt werden, da dieser für die Verbindung der Weltreligionen stehe. Die Verhandlungen hätten zuletzt in guter Atmosphäre stattgefunden. «Es fühlte sich an, wie verliebt sein», sagte Trump. «Dies ist ein wahrhaft historischer Moment.»

Für Trump kommt das Abkommen zu einem günstigen Zeitpunkt: Der Republikaner bewirbt sich in gut zwei Monaten um eine Wiederwahl als US-Präsident, und die Sicherheit Israels ist bei US-Wahlen immer ein wichtiges Thema. Jüngsten Umfragen zufolge liegt Trump deutlich hinter Joe Biden, dem designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten.

«Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein grosser Friedensstifter eingehen.»

Robert O'Brien

Trumps bisherige aussenpolitische Initiativen (von der nuklearen Entwaffnung Nordkoreas, seinem harten Kurs gegenüber dem Iran bis hin zu einem erhofften Regimewechsel in Venezuela) haben eher wenig Erfolg gehabt. Umso mehr dürfte er sich mit Hilfe des Abkommens nun als grosser Staatsmann darstellen.

Trump sagte am Donnerstag im Weissen Haus im Scherz, er habe vorgeschlagen, den Deal das «Donald J. Trump-Abkommen» zu nennen. Das sei aber nicht so gut angekommen, weswegen man es nun als Zeichen der Verbundenheit der Weltreligionen das «Abraham-Abkommen» nennt.

Der US-Präsident sollte nach Ansicht seines Sicherheitsberaters den Friedensnobelpreis für ausgehandelte Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen. «Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein grosser Friedensstifter eingehen», sagte Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O'Brien, am Donnerstag in Washington. Zuvor hatten Israel und die Emirate in einem historischen Schritt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt. (sda/dpa)

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82Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Do not lie to mE 14.08.2020 11:48
    Highlight Highlight Eines ist klar die Palästinenser wurden fallen gelassen. Abbas konnte es sich nicht verkneifen 24/7 Erdogan/Muslimbruderschaft zu gratulieren (https://bit.ly/3aqCZjr). Dabei hat er klare Position nicht nur gegenüber der christlichen palästinensische Minderheiten bezogen, auch für Russland und einige Golfstaaten ist Abbas/MB nicht tragbar. Mittlerweilen spricht Erdogan/Regierung wieder von der Befreiung Jerusalem (https://t.co/ooSpPqozkd) und Palästinenser ziehen Botschafter aus den Emiraten ab.
  • Heidi Weston 14.08.2020 11:37
    Highlight Highlight Interessant dass dieses „Abkommen“ gerade jetzt kommt. Beide Länder, beziehungsweise ihre Führer sind Trump Sympathisanten und wissen, dass bei einem Demokratischen Präsidenten die Beziehung zu der USA abkühlen wird.
    Würde mich sehr Interessieren was Trump diesen zwei Ländern angeboten hat. Denn danach sieht es aus. Das ganze ist nur Wahlkampfhilfe für Trump!
  • PERSILflage 14.08.2020 11:29
    Highlight Highlight Ich fordere den sofortigen Friedensnobelpreis für D.Trump! :-)
    Alles andere wäre eine Skandal, wenn man bedenkt dass B. Obama auch einen bekommen hat fürs Drohnenbombardement.
    • Wiedergabe 14.08.2020 12:00
      Highlight Highlight Anscheinend haben sie überhaupt keine Ahnung, weshalb Obama den Nobelpreis erhielt.
      Das ist völlig OK, aber wenn sie es als Argument verwenden, sollten sie schon ein Minimalwissen haben.
      Darum entweder informieren oder einfach nicht kommentieren. Option drei mit Falschaussagen herumtrollen finde ich schlecht.
    • PERSILflage 14.08.2020 13:48
      Highlight Highlight Sorry, Wiedergabe für mein Unwissen.
      Hab mich jetzt schlau gemacht:
      "Der US-Präsident habe mit seinen außergewöhnlichen Bemühungen zur Stärkung der internationalen Diplomatie und um Zusammenarbeit zwischen den Völkern der Welt neue Hoffnung geschenkt."
      Hoffnung war es, nicht Drohnen:-)
    • Wiedergabe 14.08.2020 23:06
      Highlight Highlight Bravo, geht doch 👏🏼
  • Black Cat in a Sink 14.08.2020 10:55
    Highlight Highlight Wird er das? Er lenkt damit nur ab, dass in seinem Land gerade ziemlich viel im Argen liegt. Abgesehen davon; die Lage im Mittleren Osten wird sich auch mit diesem Abkommen nicht wirklich ändern.
  • Therealmonti 14.08.2020 10:51
    Highlight Highlight Trump der Friedenstifer. Da fallen die Friedenstauben reihenweise tot vom Himmel.
  • *klippklapp* 14.08.2020 10:49
    Highlight Highlight Für alle, die denken, dass dies irgendetwas vor Ort ändern würde, hier ein Bericht von Yesh Din, der ziemlich genau erklärt, wieso Apartheid in Israel kein Zukunftsszenario, sondern schon heute Fakt ist.

    https://www.yesh-din.org/en/the-occupation-of-the-west-bank-and-the-crime-of-apartheid-legal-opinion/
  • Fischra 14.08.2020 10:34
    Highlight Highlight Ich nehme mal an das Donny die beiden Parteien bekniet hat, zusammen eine Allianz gegen den Iran zu bilden. Für ihn ist es ein Erfolg, für die anderen Mittel zum Zweck. Was daraus wird, lässt sich noch nicht sehen. Vielleicht wird daraus nichts wie mit Kim.
  • I_am_Bruno 14.08.2020 10:25
    Highlight Highlight Wäre schön, wenn es in der Region endlich Fortschritte gibt und die Menschen in mehr Frieden, Sicherheit und Wohlstand leben können.
    Thank you, Mr. President!
    • Wiedergabe 14.08.2020 12:03
      Highlight Highlight Es wäre auch schön, wenn es in der Ukraine weniger Korruption gäbe - die Hoffnung und sei sie noch so naiv stirbt zuletzt.
      Jedoch sind beides Wahlkampfshows, wobei wir bei einer davon noch das Making Of kennen.
  • T13 14.08.2020 10:07
    Highlight Highlight Da klingelt doch was.
    Klingt nach dem selben Model wie in der Kuba Krise, in welcher die Russen ihre Raketen Öffentlichkeitswirksam abgezogen haben und die Amis/Nato dafür im geheimen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Raketen aus der Türkei abziehen mussten und das als Sieg für JFK und die Staaten gefeiert wurde.
  • aglio e olio 14.08.2020 09:34
    Highlight Highlight „Israel wird in Abu Dhabi und Riad deshalb auch als möglicher Partner beim Versuch gesehen, den Einfluss des Irans im Nahen Osten zurückzudrängen.“

    Das ist hier wohl des Pudels Kern. Strategische Überlegungen beiderseits. Und sollte der gemeinsame Gegner dann irgendwann irrelevant sein, bekriegt man sich wieder gegenseitig.
  • landre 14.08.2020 09:06
    Highlight Highlight Ergibt sich hier eine Mögliche "Allianz für" etwas wie eine Annäherung an einen Frieden im Nahen Osten?

    Oder wird es eine "Allianz gegen" etwas wie zB Iran?
  • MarGo 14.08.2020 09:03
    Highlight Highlight Was sagen denn die Palästineser dazu? Oder hab ich was verpasst und die VAE ist deren Sprachrohr?
    Die dürfen jetzt ihre Wüste behalten und sollen sich damit zufrieden geben? Nur schon wenn dem so wäre, wird das doch nicht die Lösung des Problems sein...
    • Imfall 14.08.2020 09:21
      Highlight Highlight die Palästinenser sind not amused
    • CalibriLight 14.08.2020 09:54
      Highlight Highlight Die Palästinenser haben noch nie jemanden wirklich interessiert. Sie wurden entweder von Israel aus den besetzten Gebieten verdrängt oder von den islamischen Staaten als Politikum missbraucht.
  • Gubbe 14.08.2020 09:01
    Highlight Highlight Ich denke, dass Trump nicht mal verstanden hat, worum es geht. Er war bei den Gesprächen nicht dabei.
    Robert O'Brien scheint einen Halsbinder von seinem Chef bekommen zu haben, dass er im so in den Essensaustritt kriecht.
    • aglio e olio 14.08.2020 09:35
      Highlight Highlight Elegant, dieser Essensaustritt. 😀
  • rodolofo 14.08.2020 08:52
    Highlight Highlight Eine leicht zu durchschauende Inszenierung kurz vor den Wahlen, der von dem totalen Desaster der Trump'schen Nahost-Politik ablenken soll.
    Dass man saudiarabischen Ölscheichs Waffen liefern kann, die den islamistischen Terror unterstützen und verbreiten, ist ja bereits bekannt.
    Eine neue Doppelbödigkeit macht es nicht besser.
    Eher schlimmer...
    • aglio e olio 14.08.2020 09:37
      Highlight Highlight Saudi-Arabien ist aber nicht VAE.
      Aber im Prinzip hast du recht.
  • Nik G. 14.08.2020 08:39
    Highlight Highlight Ziemlich viel Bla bla. Es gab ja gar keinen Krieg zwischen Israel und den VAE. Zusätzlich ist die Anexion usw. auf keinen Zeitpunkt festgelegt. Das ganze ist nur eine Farse. Dasselbe wie Nordkorea usw. eine Show.
  • Edward Espe Brown 14.08.2020 08:15
    Highlight Highlight Somit verlieren die Palästinenser ihr letztes Druckmittel. Dieser Deal macht Trump nicht sympathischer, zeigt nur seine Skrupellosigkeit wenn es um die Wahlen geht.
    https://www.srf.ch/news/international/abkommen-israel-und-vae-die-palaestinenser-spielen-keine-rolle-mehr?
  • Firefly 14.08.2020 07:59
    Highlight Highlight Aha, die alten Männer brauchen etwas Aufmerksamkeit, um vom Chaos das sie anrichten abzulenken.
  • lilie 14.08.2020 07:51
    Highlight Highlight Ok, eine ermutigende Nachricht. Aber hat Trump irgend etwas dazu beigetragen? Soweit ich verstanden habe, wurde er bloss informiert, dass die beiden Länder ein Abkommen aushandeln wollen. Klingt nach der üblichen Selbstbeweihräucherung für nichts...
    • Wiedergabe 14.08.2020 08:40
      Highlight Highlight Er hilft ja bereits Europa bei dessen Corona-Problem. Der Arme kann sich ja nicht gleichzeitig um alles kümmern...
    • Ueli der Knecht 14.08.2020 09:35
      Highlight Highlight Vermutlich ging er bei seinen Komplizen Netanjahu und bin Saïd flennen, sie mögen ihm doch bitte bitte bitte im Wahlkamp helfen, mit etwas "historischer Show", damit er ein paar Punkte gut machen könne.
    • lilie 14.08.2020 10:00
      Highlight Highlight @Wiedergabe: 🤣🤣🤣
  • äti 14.08.2020 07:40
    Highlight Highlight Drei Dinge fallen mir auf:
    1) bei solch historischen Anlässen gehört ein riesiges Bücherregal in den Hintergrund. Nicht Vorhänge.
    2) Mike Pence fehlt.
    3) Alles ähnelt NK. Grosse Worte und fertig.
  • Jason848 14.08.2020 07:33
    Highlight Highlight Er wird für vieles in die Bücher eingehen- das wird jedoch nicht an oberster Stelle sein.
    • iudex 14.08.2020 09:37
      Highlight Highlight Gewiss, es gibt aus Negativranglisten.
  • Pafeld 14.08.2020 06:19
    Highlight Highlight Also alles in allem eine Absichtserklärung. Die VAE streben nicht länger die Auslöschung Israels an, Israel betreibt (in lediglich einem Teil des Landes) keine weitere völkerrechtswidrige Gebietsausdehnung an. Wow, eine echte Leistung. Was hat Trump eigentlich genau damit zu tun? Stand er gerade günstig rum? Diese Absichtserklärung ist nämlich eine 180°-Wendung zu Kushners Nahostplan von vor einigen Wochen. Man kann hoffen, das Trump nicht viel mehr getan hat, als günstig rumzustehen. Denn von der letzten Absichtserklärung zwischen Nord- und Südkorea ist nicht viel übrig geblieben.
  • swisskiss 14.08.2020 01:12
    Highlight Highlight Um das mal richtig einzuordnen. Zuerst wird die 2 Staaten- Lösung verworfen, schlägt man sich unverholen auf die israelische Seite, signalisiert, dass man nichts unternehmen wird, wenn Israel völkrechtswidrig palästinensisches Gebiet annektiert, um sich dann als Friedensstifter feiern zu lassen, wenn diese Annexion nicht erfolgt?

    Die Zaubershow ist besser, wenn man den Trick nicht kennt...
    • *klippklapp* 14.08.2020 10:29
      Highlight Highlight Vor allem erfolgt die Annexion ja. Die Gebiete, die am 1. Juli hätten annektiert werden sollen, sind de facto eh schon unter kompletter israelischer Kontrolle.
      Annexion (Bau von Siedlungen, Vertreibung von Palästinenser, Zerstörung von Häusern) findet täglich statt und ist ein schleichender Prozess.
    • swisskiss 14.08.2020 11:44
      Highlight Highlight *klippklapp*: Und in den Gebieten die nicht besetzt sind, werden die Oliven- und Obstplantagen der Palis aus "Sicherheitsgründen" zerstört, die Lebensgrundlage entzogen und dadurch zum Abwandern gezwungen. Der ganz normale Rassismus eines Volkes, dass eigentlich wissen sollte, was Unterdrückung und Verfolgung bedeutet.
  • Cheval 13.08.2020 23:57
    Highlight Highlight Herzliche Gratulation an Donald J. Trump!

    Die Geschichte wird zeigen, dass dieser unmögliche Mensch als grosser Präsident in die Geschichte eingehen wird.

    Nicht ernstgenommen und ausgelacht wie Ronald Reagen, der den kalten Krieg beendet hat.

    Trump hat Frieden gebracht. Noch nie gab es sowenig Konflikte mit US-Beteiligung.
    • Superreicher 14.08.2020 09:47
      Highlight Highlight "Wurde Barack Obama im Drohnenkrieg noch genau auf die Finger geschaut, ist es unter Trump still geworden um die umstrittene Tötung aus der Ferne. Dabei geht der Drohnenkrieg der USA unvermindert weiter. Es gibt sogar Anzeichen, dass er sich intensiviert." Quelle: https://www.infosperber.ch/FreiheitRecht/Der-US-Drohnenkrieg-geht-weiter

      "In den ersten vier Monaten diesen Jahres habe die US-Armee in Somalia mehr Luftangriffe durchgeführt als während Obamas gesamter Regierungszeit..." Quelle: https://www.infosperber.ch/Artikel/FreiheitRecht/Mehr-US-Luftangriffe-in-Somalia--trotz-Corona
    • smartash 14.08.2020 10:15
      Highlight Highlight Und wieso gibt es so wenige Konflikte mit US-Beteiligung?
      Weil die nur noch Drohnen fliegen lassen und deshalb nicht mehr direkt „beteiligt“ sind.
      Trump hat Obamas illegale Tötungen sogar noch ausgebaubt. Das Militär muss bei einem Angriff nicht mehr um Erlaubnis fragen, Zahlen werden nicht mehr veröffentlicht und wenn Zivilisten getroffen, muss die Öffentlichkeit auch nicht mehr informiert werden.

      Wenn du also glaubst, unter Trump wurden die USA friedlicher und weniger aggressiv was Krieg angeht, unterliegst du einem krassen Fehlschluss. Oder verfügst über zu wenig Infos
    • swisskiss 14.08.2020 11:53
      Highlight Highlight Cheval: Natürlich Reagan hat den kalten Krieg beendet. Da hatte Gorbatschow ja wirklich keinen Einfluss mit der Perestrojka des Sowjetsystems.

      Drohnen:
      https://www.thebureauinvestigates.com/projects/drone-war

      Aber ich nehme an, dass Dir das Wort des Donalds mehr bedeutet, als schriftliche Fakten.
  • insert_brain_here 13.08.2020 23:30
    Highlight Highlight Da die VAE im Moment Israel mehr brauchen als umgekehrt glaub ich kaum dass das mehr als ein Lippenbekenntnis sein wird. Wie immer sind die Palästinenser auch für ihre arabischen "Brüder" nicht mehr als ein nützliches Faustpfand..
    • bbelser 14.08.2020 00:09
      Highlight Highlight Im Moment heissts da unten einfach:
      Alle gegen den Iran.
      Mehr ist das nicht.
      Und von Frieden keine Spur.
  • Joe Smith 13.08.2020 23:15
    Highlight Highlight Einmal mehr werden die Palästinenser verraten und verkauft. Also Business as usual, nichts historisches.
  • Ueli der Knecht 13.08.2020 23:06
    Highlight Highlight Genau betrachtet, haben Netanjahu und bin Saïd bloss angekündigt, dass sie einen Plan erarbeiten zu wollen. Israel wird derweil ihre eklatant völkerrechtswidrigen Pläne auf Eis legen.

    Offenbar hat Trump bei bin Saïd und Netanjahu geflennt hat, sie mögen ihn doch bitteschön beim Wahlkampf unterstützen. Showbiz like usual. Also wird angekündigt, planen zu wollen.

    Vermutlich wird nichts dabei rauskommen, weil für Israel die Beendigung weiterer Annexion ("to stop further Israeli annexation of Palestinian territories") ganz was anderes bedeutet als für die Araber.

    Wie gehabt bei Kim Jong-un.
    • Tropennütteler 14.08.2020 03:34
      Highlight Highlight @Ulli
      Etwas viel "Vermutlich" ;)
    • Ueli der Knecht 14.08.2020 09:31
      Highlight Highlight Eben, @Sotschidemokrat alias Tropenkopf.

      Wenn man ankündigt, einen Plan machen zu wollen, dann bleiben am Ende nur viele Fragezeichen und nichts Konkretes.

      Bei Kim Jong-un scheiterte es, weil die beiden Seiten unter der beabsichtigten "nuklearen Abrüstung der koreanischen Halbinsel" etwas komplett verschiedenes verstanden.

      Hier wird die beabsichtigte "Beendigung der weiteren Annexion palästinensischer Gebiete" auf (vermutlich!) nicht überbrückbare Interpretationen stossen.

      Ansonsten wären wir wieder zurück bei der Zweistaatenlösung, die Israel aber nicht nur wegen den Siedlern ablehnt.
  • Smeyers 13.08.2020 21:03
    Highlight Highlight Ein guter Tag me wichtiger Schritt und Ein klares Zeichen an Europa und die USA! Die Emirate gehen Schritt für Schritt in Richtung Demokratie und dazu gehört auch die Anerkennung Israels.

    Es gibt je länger je mehr zwei Lager: Diktaturen und korrupte Länder wie Syrien, Iran und Libanon. Die zusammen mit Antizionisten und Antisemiten Israel für Ihre Daseinsberichtigung missbrauchen um ihre eigene Unfähigkeit zu vertuschen.

    Und die anderen die um Annäherung bemüht sind und den Märchen der Palästinenser müde sind.
    • Ueli der Knecht 14.08.2020 09:32
      Highlight Highlight "korrupte Länder wie Syrien, Iran und Libanon"

      und die USA (hast du in deinem ideologischen Eifer geflissentlich vergessen).
    • Smeyers 14.08.2020 19:57
      Highlight Highlight @ueli; wir wissen bereits das Du ein Freund des Irans und Nordkorea bist. Das musst Du mit deinen Kommentaren nicht immer aufs Neue bestätigen.
    • Ueli der Knecht 14.08.2020 23:59
      Highlight Highlight Dir fehlen offensichtlich wieder sachliche und anständige Argumente, @Smeyers, was? Armselig.

      Übrigens hast du in deinem ideologischen Eifer auch Israel als korruptes Land geflissentlich vergessen. In Israel regiert eine durch und durch korrupte und kriminelle Sippschaft. Israel ist auch bekannt für Kriegsverbrechen und seit Jahrzehnten andauerndes und wiederholtes eklatant völkerrechtswidriges und aggressives Verhalten gegen seine Nachbarländer.

      Ich wäre an deiner Stelle daher etwas zurückhaltender. Denn mit deiner peinlichen zionistischen Propaganda disqualifizierst du dich ständig selbst.
  • Las Palmas 13.08.2020 20:32
    Highlight Highlight Genial gemacht von Trump! Es wäre schade würde er nicht nochmals gewählt werden! Ich mag den Kerl einfach - Daumen hoch!
    • aglio e olio 14.08.2020 09:41
      Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass DT da etwas gemacht hat. Der steht nur als nützlicher Idiot im Vordergrund. Die Arbeit haben andere initiiert und erledigt.
    • Superreicher 14.08.2020 09:48
      Highlight Highlight Da muss ich dich leider enttäuschen. Die Wähler werden nicht ein zweites Mal so blöd sein.
  • tempolibero 13.08.2020 19:24
    Highlight Highlight Eigentlich eine erfreuliche Nachricht. Aber warum gerade jetzt direkt vor den US-Wahlen? Was war das Quid-Pro-Quo für die Wahlunterstützung von Netanjahu an Trump via Kushner? Verzicht der Annexion gegen was? Dass die US-Botschaft in Jerusalem bleiben kann?
    • K1aerer 13.08.2020 23:23
      Highlight Highlight Wahrscheinlich wird Israel als Staat von den arabischen Staaten anerkannt. Dadurch könnten die Länder sogar enormen Einfluss in dieser Region sichern.
  • John Smith 13.08.2020 19:13
    Highlight Highlight Wittere ich hier einen Friedensnobelpreis für Trump?
    • Telomerase 13.08.2020 23:02
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt, die Latte für einen Friedensnobelpreis ist nicht unbedingt hoch.
    • Shabaqa 13.08.2020 23:23
      Highlight Highlight @Telomerase: Für Trump schon. Eine handvoll Norweger muss ihn mögen.
    • karl_e 14.08.2020 00:25
      Highlight Highlight Warum nicht? Begin und Arafat haben ihn doch auch erhalten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • De-Saint-Ex 13.08.2020 18:41
    Highlight Highlight „Israel wird in Abu Dhabi und Riad deshalb auch als möglicher Partner beim Versuch gesehen, den Einfluss des Irans im Nahen Osten zurückzudrängen. (sda/dpa)“

    Danke. Um genau das geht es hier und nichts anders...
    Dass Israel auf völkerrechtswidrige „Ansprüche“ verzichten will... ein Erfolg?

    Dreist.
    • Hillary Clinton 13.08.2020 20:03
      Highlight Highlight Erfolg, naja...

      Besser als nichts würde ich mal behaupten für die verfahrenen Verhältnisse in dieser Region der Welt.
    • MARC AUREL 13.08.2020 20:34
      Highlight Highlight So läuft Politik lieber D-S-E.
    • manhunt 13.08.2020 22:56
      Highlight Highlight @de-saint-ex: "der feind meines feindes ist mein freund".
      die sunnitischen golfstaaten sehen in israel einen starken, möglichen, verbündeten gegen den shiitischen iran. die interessen der palästinenser dienen hier höchstens als mittel zum zweck. wer allen ernstes glaubt, diese unheilige allianz würde der region stabilität und wohlstand bescheren, hat sich höchstens sehr oberflächlich mit dem thema beschäftigt.
      israel hat seine annexionspläne ganz sicher nicht begraben. wohl eher aus strategischen gründen vorübergehend ausgesetzt.
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