DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
So patrouillieren die Mitglieder der «Shariah-Polizei-Germany» durch die Innenstadt Wuppertals.
So patrouillieren die Mitglieder der «Shariah-Polizei-Germany» durch die Innenstadt Wuppertals.
Polizei muss eingreifen

Radikale Islamisten: In Deutschland ist eine «Scharia-Polizei» unterwegs

05.09.2014, 14:2505.09.2014, 15:24
No Components found for watson.rectangle.

Radikale Islamisten sind in der westdeutschen Stadt Wuppertal mehrfach als «Scharia-Polizei» aufgetreten und nachts durch die Strassen patrouilliert. Nun leiteten die deutschen Behörden ein Verfahren gegen elf der Männer ein.

Die Salafisten hätten orangene Westen mit dem Aufdruck «Shariah Police» getragen. Es sei ein Verfahren gegen elf Männer wegen Verstosses gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet und dazu ihre Personalien aufgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

In London wurden schon vorher Flyer mit der Aufschrift «Shariah Controlled Zone» von Islamisten aufgehängt und verteilt.
In London wurden schon vorher Flyer mit der Aufschrift «Shariah Controlled Zone» von Islamisten aufgehängt und verteilt.
Bild: screenshot facebook

«Das Gewaltmonopol liegt ausschliesslich beim Staat»

Die Islamisten im Alter von 19 bis 33 Jahren seien nicht festgenommen worden – es habe rechtlich auch keine Handhabe gegeben, die Leuchtwesten sicherzustellen. Die Scharia ist das islamische Recht, das von Salafisten allerdings ultrakonservativ ausgelegt wird.

Die Polizei verstärkte ihre Präsenz in der Innenstadt der rund 340'000 Einwohner zählenden Stadt Wuppertal. Die Bevölkerung wurde gebeten, bei verdächtigen Beobachtungen die Notrufnummer 110 zu wählen.

«Das Gewaltmonopol liegt ausschliesslich beim Staat. Ein Auftreten, das einschüchtert, verunsichert oder provoziert, wird nicht geduldet», kündigte Wuppertals Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher an. «Wählen Sie 110, wenn Sie diesen Leuten begegnen.»

Nötigung oder Empfehlung?

«Diese Westen werten wir als Uniformierung», sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Falls junge Menschen aufgefordert wurden, eine Diskothek nicht zu betreten, müsse geprüft werden, ob auch eine Nötigung vorliege. «Das blosse Empfehlen religiöser Regeln ist aber nicht strafbar», sagte der Staatsanwalt.

Die selbst ernannten Sittenwächter erheben mit gelben Flugblättern den Anspruch auf eine «Shariah Controlled Zone» (Scharia-kontrollierte Zone). Auf ihnen sind Verhaltensregeln der radikalen Muslime festgehalten: kein Alkohol, kein Glücksspiel, keine Musik und Konzerte, keine Pornografie und Prostitution, keine Drogen.

Über ihre Umtriebe stellten die Salafisten ein mehrminütiges Propagandavideo ins Internet. Die Polizei wertete das Auftreten als Anwerbeversuch. 

No Components found for watson.rectangle.

Ähnlicher Vorfall in London

Anfang 2013 sorgte eine «Muslim Patrol» in Ost-London für Aufsehen. Die drei Männer, 19, 23 und 36 Jahre alt, forderten Passanten auf, ihren Alkohol wegzuschütten und wiesen vorbeigehende Frauen an, wie sie sich zu kleiden hätten. Durch ein Megaphon erklärten sie den Platz zu muslimischem Gebiet.

Am 6. Dezember wurden die Fanatiker zu ein- bis zweijährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie unter anderem eine Gruppe Alkohol trinkender Männer mit den Worten «Tötet die Ungläubigen!» attackierten. Zuvor wurden die drei bereits einmal in einem Prozess wegen Angriffen auf einen Fotografen für schuldig befunden. (lhr/sda/dpa)

Die Nachricht stösst auf Twitter auf Unverständnis

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum YouTube Putins Propaganda-Sender verbannt hat

RT darf auf dem YouTube-Kanal keine Anti-Impf-Videos mehr verbreiten. Der russische Präsident ist sauer.

Die Corona-Impfdebatte ist derzeit das emotionalste Thema überhaupt. Es sorgt weltweit für gute Ratings, Clicks – und politische Verwirrung. Deshalb wird das Thema von Verschwörungstheoretikern, konservativen Medien und Kräften gepusht, die ein Interesse daran haben, die liberalen Demokratien des Westens zu destabilisieren.

Dass Wladimir Putin zu diesen Kräften gehört, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Der russische Präsident lässt nichts aus, wenn es darum geht, Nato und EU zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel