Zürcher ETH-Studenten bauen die Transportkapsel der Zukunft

27.07.17, 20:36

Schneller, billiger, sicherer: Studenten der ETH Zürich nehmen Ende August am Hyperloop-Wettbewerb des Tesla-Gründers Elon Musk teil. Am Donnerstag hat Swissloop den sogenannten Pod namens «Escher» in Zürich präsentiert.

Musk sucht das Transportsystem der Zukunft und hat unter anderem deshalb den Hyperloop-Wettbewerb lanciert. Insgesamt 1200 Teams haben sich angemeldet, 27 davon dürfen Ende August in Los Angeles tatsächlich antreten.

Darunter auch Swissloop, das einzige Team aus der Schweiz. Es besteht zu 80 Prozent aus Studenten der ETH Zürich, 20 Prozent kommen von anderen Schweizer Hochschulen.

Die 50-köpfige Gruppe hat in den vergangenen zehn Monaten in ihrer Freizeit den ersten Schweizer Hyperloop Pod entwickelt, der nach Alfred Escher benannt ist. Lohn oder Credits gab es dafür nicht. «Dafür profitieren wir von der Erfahrung», sagte Luca Di Tizio, CEO von Swissloop.

Die Entwicklung von «Escher», der noch nie getestet wurde, sei «ein hürdenreiches Rennen» gewesen. Als grösste Herausforderung sah Di Tizio den Zeitdruck. Die technische Umsetzung sei hingegen nicht so schwierig gewesen. «Wir haben viele Talente.»

Schnellster Pod gewinnt

Das Konzept des Hyperloops sieht vor, Transportkapseln in Vakuumröhren von Stadt zu Stadt zu schiessen - ähnlich der Rohrpost. Dabei sollen Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h möglich sein. Damit wäre der Hyperloop das schnellste Transportsystem an Land.

Im Wettbewerb von Musk geht es ebenfalls um Geschwindigkeit: Der schnellste Pod auf der 1.25 Kilometer langen Teststrecke gewinnt. «Wir wollen 400 km/h erreichen», sagte Di Tizio.

Das Team hat sich deshalb für einen Kaltgas-Antrieb entschieden. Druckluft wird aus einem Tank abgelassen. Dank Magneten schwebt die Kapsel in der Vakuumröhre. «Unser System ist emissionsfrei und braucht keine Energie», sagte Chris Timperio, CTO von Swissloop.

Ihr Ziel sei es, die Strecke Zürich - Genf dereinst in 30 Minuten zurücklegen zu können. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. «Es geht sicher noch 20 Jahre, bis wir in einem Hyperloop sitzen werden», sagte Di Tizio, der das Transportsystem als «schneller, billiger und sicherer» anpries.

Begeisterte Rektorin

ETH-Rektorin Sarah Springman wird nicht mit nach Amerika reisen, «aber ich drücke ihnen von Zürich aus die Daumen». Sie sei total begeistert und stolz. «Die Studenten haben etwas Wahnsinniges erreicht.» Besonders beeindruckt ist sie unter anderem von der Teamfähigkeit und der Kreativität. (sda)

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