Justiz
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Pfarrer Josef Karber: «Ich habe einen Menschen gesehen, der Hilfe braucht.» bild: andreas maurer

Zürcher Pfarrer wird verurteilt – weil er geholfen hat

Man kann sich auch aus Liebe strafbar machen: So lautet das Gerichtsurteil gegen einen Geistlichen in Zürich.

Andreas Maurer / ch media



Pfarrer Josef Karber erscheint in einem weissen Kollarhemd vor Gericht und spricht in einem feierlichen Ton, als würde er eine Predigt halten. Als ihm sein Anwalt die Mappe mit den Rechtsschriften reicht, winkt er ab. Er braucht sie nicht. Denn er hat nicht vor, mit Gesetzestexten zu argumentieren, sondern mit der Bibel.

Einvernahme zur Person: Karber, 59, katholischer Pfarrer, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in Zürich, Leiter der Pfarrei Liebfrauen seit zwölf Jahren. Kaufmännische Ausbildung, Matur auf dem zweiten Bildungsweg, Theologiestudium in Deutschland. Erste Arbeitsstelle in der Schweiz als Pastoralassistent in Buchs SG, Priesterweihe im Jahr 2000, dann Pfarrer in Obertoggenburg, 2007 Wechsel nach Zürich. Vorstrafen: keine. Resultat der polizeilichen Einvernahme: geständig.

Optimistisch: Pfarrer Josef Karber vor dem Urteil.

Video: © Andreas Maurer/CH Media

Andächtig lauschen die Anhänger des Pfarrers der Verhandlung. Das Klappern der Tastatur der Gerichtsschreiberin unterbricht die Stille zwischen den Worten.

Der Pfarrer steht vor Gericht, weil er einer Armenierin von 2011 bis 2018 die Notwohnung der Kirche zur Verfügung gestellt hat. Illegal. Denn die Frau hatte keine Aufenthaltsbewilligung. Sie hatte ihn in einer Sprechstunde im Pfarrhaus um Hilfe gebeten, weil sie an Krebs und unter häuslicher Gewalt litt.

«Ein Mensch, der Hilfe braucht»

Frage des Richters: «Haben Sie nach ihrem Aufenthaltsstatus gefragt?» Antwort des Pfarrers: «Ich habe nicht nach dem Status gefragt. Ich habe einen Menschen gesehen, der Hilfe braucht.»

Frage des Richters: «Haben Sie gegen einen Straftatbestand verstossen?» Antwort des Pfarrers: «Ja, ich bin dem Gesetzestext nicht ganz treu geblieben. Aber die Liebe steht in der Mitte und nicht der Buchstabe.»

Bei seiner Priesterweihe habe er sich verpflichtet, die Armen und Kranken zu unterstützen. Hätte er der Frau nicht geholfen, dann wäre sie heute tot, sagt er.Der Angeklagte hat das letzte Wort. Er wählt ein Bibelzitat.

In der Urteilsverkündung bittet der Richter den Pfarrer um Verständnis: «Ich als Richter bin bloss der Hüter der weltlichen Gesetze.» Und er zeigt Verständnis für den Pfarrer, aber er sagt: «Man kann sich auch aus Liebe strafbar machen.»

Der Pfarrer könne sich nicht auf den Standpunkt stellen, in einer Notsituation gehandelt zu haben, urteilt der Richter. Die Frau habe ärztliche Hilfe benötigt. Die Unterbringung in der Wohnung stelle keine Rettungshandlung dar. Der Pfarrer hätte legal helfen können: Er hätte sie unterstützen können, ein Asylgesuch zu stellen.

Ist der Pfarrer ein Märtyrer?

Der Pfarrer könne sich zudem auch nicht auf Kirchenasyl berufen. Denn die Kirche definiert dieses anders: Damit kein rechtsfreier Raum entsteht, muss ein Pfarrer den Behörden eine Meldung erstatten. Das hat Karber nicht getan. Er dreht das Argument um. Die Polizei habe weggeschaut und die Notwohnung bewusst nicht kontrolliert, weil sie Verständnis für das kirchliche Hilfsangebot gehabt habe.

Enttäuscht: Pfarrer Josef Karber nach dem Urteil

Video: © Andreas Maurer/CH Media

Der Richter zum Pfarrer: «Es kann sein, dass Sie ein Opfer erbringen wie ein Märtyrer. In einem grösseren Zeitraum sieht man Ihre Tat vielleicht in einem anderen Licht.» Doch heute gelte: «Es kann nicht angehen, dass sich ein Vertreter der Kirche oder einer anderen Organisation über das Gesetz stellt.» In seinem Schlusswort sagt der Richter: «Danke für Ihr Engagement.»

Pfarrer würde wieder so handeln

Der Richter kommt dem Pfarrer so weit entgegen, wie er es für möglich hält. Er reduziert die von der Staatsanwaltschaft verfügte Geldstrafe von 6400 auf 5250 Franken und streicht eine Busse. Zahlen muss der Pfarrer nur, wenn er rückfällig wird.

Der Richter attestiert ihm eine günstige Prognose. Ob zurecht, bleibt dahingestellt: Der Pfarrer sagt nach dem Urteil, er würde wieder so handeln. Seine Unterstützer ermutigen ihn zu einer Beschwerde.

Zumindest für die Armenierin hat die Geschichte ein Happy End: Sie lebt noch immer in der Wohnung der Kirche – seit Anfang Jahr mit einer Aufenthaltsbewilligung. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • kerZHakov 13.06.2019 13:27
    Highlight Highlight Die ersten paar Wochen/Monate Soforthilfe ohne Information an die Behörden sind kein Problem. Aber 7 Jahre? Religion darf nie über das Gesetz eines Rechtsstaates gestellt werden.
  • DomKi 13.06.2019 09:39
    Highlight Highlight Ich bin wiedergeborener Christ. Die Bibel spricht sich ganz klar über die weltlichen Gesetze aus. Zum einen müssen wir den Nächsten lieben (Gott), aber auch die weltlichen Gesetze respektieren (Mensch und Autorität ). Und diese hat er hier gebrochen. 7 Jahre sind doch schon etwas zu viel. Er hätte Hilfe suchen sollen und das Gericht war ja noch gnädig. Was wir nicht wissen ist ob Gott dem Pfarrer direkt zugesprochen hat dies zu tun. Ich nehme mal an nichts, denn sonst wäre es im Artikel erwähnt.
  • WID 13.06.2019 07:05
    Highlight Highlight Wenn einer sich auf seine Religion beruft und diese über die Gesetze stellt sind wir am Ende des Rechgtsstaates. Er hätte gute, rechtsstaatliche Mittel gehabt und hat sie nicht genutzt. Weder der Richter nocht sonst wer hat sich zu entschuldigen.
  • Töfflifahrer 13.06.2019 06:28
    Highlight Highlight Hmmm, wäre mal interessant wieviel unserer hochgelobten christlichen Werte sich in unseren Gesetzen überhaupt noch finden lassen.
  • HerrKnill 13.06.2019 05:55
    Highlight Highlight Es ist soweit: gegen Gutmenschen wird jetzt juristisch vorgegangen...

    Statt gegen Ursachen für Flucht wie Ausbeutung, Umweltzerstörung, Klimawandel etc. vorzugehen bestraft man die, welche Leid zu lindern versuchen.
    • violetta la douce 13.06.2019 08:34
      Highlight Highlight Sie können nicht (auf Kosten der Allgemeinheit), Selbstjustiz begehen.
      Im Asylwesen gelten Regeln die eingehalten werden müssen.
      Der Pfarrer handelte egoistisch.
    • EvilBetty 13.06.2019 09:14
      Highlight Highlight Man muss sich trotzdem an die geltenden Gesetze halten. Das ist ein elementarer Bestandteil, weshalb Leute überhaupt zu uns fliehen. Wir können nicht Links Ausnahmen gestatten und Rechts nicht.
    • sowhat 13.06.2019 22:38
      Highlight Highlight Hert Knill, hier geht es nicht um Gutmenschen. Hier geht es um einrn selbstgerechten, der sich mit Hilfe seines Glaubend profilieren will, anstatt die möglichen Rechtswege auszuschöpfrn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 13.06.2019 02:16
    Highlight Highlight Lang, sehr lang ist's her, da war auch die Schweiz noch ein Ort der Liebe und der Barmherzigkeit, aber bevor die extreme Rechte das Zepter übernahm und ihren Hass und ihre Unmenschlichkeit in Gesetze gegen alles Fremde giessen liess, hatten wir noch den heiligen Samariter als Zeichen der Nächstenliebe auf unseren Noten.

    Recht extrem, wie sich die Zeiten ändern!


    Benutzer Bild
    • WID 13.06.2019 07:13
      Highlight Highlight @Lowend: wann war diese Zeit genau als die Schweiz noch Barmherzig war?
    • sowhat 13.06.2019 07:22
      Highlight Highlight Sorry Lowend, das halte ich für Unsinn. Er hätte rechtliche Möglichkeiten gehabt zu helfen. Die waren ihm zu kompliziert und zu aufwändig. Sich jetzt hinter salbungsvollen Worten zu verstecken wirkt vielleicht bei seinen Schafen. Im Rechtsraum taugen sie nichts.
      Man stelle sich vot ein Imam hätte so gehandelt.
    • Lowend 13.06.2019 10:52
      Highlight Highlight Das war noch vor der Machtergreifung der Blocherpartei, liebste(r) WID. Seither wird gehasst statt geliebt. ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cédric Wermutstropfen 13.06.2019 02:15
    Highlight Highlight Er wurde im Übrigen nicht verurteilt, weil er geholfen hat (wie der Titel suggeriert), sondern weil er ein Verbrechen begangen hat.
    • Öpfel 13.06.2019 07:42
      Highlight Highlight Ein Verbrechen wird mit mindestens 3 Jahren Freiheitsstrafe bestraft - in diesem Fall wäre es wohl eher ein Vergehen ;)
    • Cédric Wermutstropfen 13.06.2019 08:32
      Highlight Highlight @Öpfel: Tatsächlich. Dieser juristische Unterschied war mir nicht geläufig.
  • Ökonometriker 13.06.2019 02:13
    Highlight Highlight Ethisch hat der Mann korrekt gehandelt - juristisch hätte er wohl besser handeln können und dafür sorgen, dass der Prozess zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung rascher abläuft. Wäre auch ethisch noch besser gewesen: als illegaler Einwanderer zu leben ist nicht toll.

    Aber ganz ehrlich: wie will man als Nicht-Jurist einschätzen, ob die Frau durch den Prozess dann nicht erst recht ausgeschafft wird?
  • Beeee 13.06.2019 00:54
    Highlight Highlight Ehrenmann
  • TimK 13.06.2019 00:05
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht haben beide gut reagiert: der Pfarrer so oder so und der Richter auch, indem er die Busse reduziert hat und der Betrag nur bei Wiederholung fällig wird.
  • imposselbee 12.06.2019 23:33
    Highlight Highlight Habe noch nie was Gutes von einem katholischen Pfarrer gelesen und dann ist es noch etwas Illegales für das er bestraft wurde - ist das jetzt ein guter Anfang? 🤔
  • nomoney_ nohoney 12.06.2019 22:53
    Highlight Highlight Welcher Konfession gehört die Frau an? Hat er ihr geholfen, weil sie hilfsbedürftig war ODER weil sie Christin ist und hilfsbedürftig war?

    Tönt wie eine Unterstellung. Leider habe ich schon erlebt, dass bei gläubigen Menschen die Glaubensrichtung des Bedürftigen durchaus eine Rolle spielt, wie viel sie helfen..
  • Knäckebrot 12.06.2019 22:30
    Highlight Highlight Ist interessant, dass man sich bei der Priesterweihe verpflichtet, den Kranken und Armen zu helfen. Wusste ich nicht.
  • Neruda 12.06.2019 22:14
    Highlight Highlight Gesetze sind nicht gottgegeben und man sollte sie des öfteren an die Menschlichkeit anpassen anstatt umgekehrt!
  • Sherlock_Holmes 12.06.2019 22:12
    Highlight Highlight Selbstlose, konsequente und unerschrockene Nächstenliebe.
    Eindrückliches Zeugnis und Statement.

    Erinnert mich an das mutige Engagement des St. Galler Polizeikommandanten Paul Ernst Grüninger während des 2. WK‘s.

    Es gibt Situationen, wo wir unseren Überzeugungen und unserem Gewissen folgen müssen, im Wissen dass dies uns viel kosten kann, weil das Recht die Ethik unvollkommen abbildet, oder gegen die Ethik verstösst.

    Letzteres ist in unserem Land Gott sei Dank nur selten der Fall.
    • violetta la douce 13.06.2019 14:12
      Highlight Highlight Welch ein Unsinn. Diesen merkwürdigen Pfarer mit Grüninger zu verglichen, der ein echtes Risiko eingegangen war.
      Nein, das Leben dieses Typen, war vermutlich eriegnislos, uns so konnte er ein wenig Spannung hinein bringen. Und sich dabei noch als Guter fühlen.
  • Kronrod 12.06.2019 21:51
    Highlight Highlight Für solche Fälle waren u.U. Geschworenengerichte nützlich. Diese halten sich in solchen Fällen oft nicht strikt an das Gesetz. So oder so habe ich grossen Respekt für jeden, der aus tiefer Überzeugung versucht, die Welt etwas besser zu machen.
    • MacB 12.06.2019 22:10
      Highlight Highlight Geschworenengerichte sind willkürlich beinflussbar und halten sich eben nicht immer an Fakten. Wozu haben wir denn einen solchen Rechtsstaat aufgebaut? Um Himmels Willen...(um beim Pfarrer zu bleiben)
    • Wander Kern 12.06.2019 22:19
      Highlight Highlight @Mac
      Geschworenengerichte widersprechen nicht dem Rechtsstaat. Empfehle dazu "Über die Demokratie in Amerika" von Tocqueville.
    • Selbst-Verantwortin 12.06.2019 22:26
      Highlight Highlight @Konrod: auch manch ein Extremist oder Diktator meint die Welt besser zu machen.
      Nein, für das Zusammenleben genügt eigene Überzeugung nicht, Respekt vor demokratisch erlassenen Gesetzen ist wichtiger.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Aithria 12.06.2019 21:50
    Highlight Highlight Immerhin einmal ein Bericht über einen Pfarrer, der sein Amt ernst nimmt. Jene Berichte der unehrenhaften Geistlichen sind dagegen viel zahlreicher. Seltsam, dass es sich auch hier um einen Verstoss gegen das weltliche Gesetz handelt. Etwas 'gutes' tun, gegen das Gesetz und etwas 'schlechtes' tun - ersteres bekommt vom Gemüt des Lesers vielleicht eine gewisse stille Anerkennung, letzteres erregt, wie mir scheint, den eifrigen Zorn derer, die mit den überlieferten Religionen schon lange abgeschlossen haben und froh sind, wenn entsprechende Neuigkeiten deren Grabsteine endgültig setzen.Was dann?
  • Selbst-Verantwortin 12.06.2019 21:46
    Highlight Highlight Guter Richter!
  • Pinkerton 12.06.2019 21:39
    Highlight Highlight Menschlich vielleicht verständlich, aber es zeugt doch von einem sehr seltsamen Rechtsverständnis. Oder soll man jetzt selber entscheiden dürfen, welche Gesetze man gerade nicht beachten will? Das Urteil ist deshalb völlig korrekt.
    • destin 12.06.2019 22:18
      Highlight Highlight Das Urteil mag korrekt sein. Aber Ihr Kommentar ist in diesem Zusammenhang mehr als erbärmlich.
    • forest hill 12.06.2019 22:20
      Highlight Highlight Eigentlich gebe ich dir Recht, Gesetze sind nicht interpretierbar und gehören angewendet. Wir hätten ja auch die Möglichkeit diese zu ändern, wir Glücklichen. Und der Pfarrer wird ja seine Strafe bekommen.

      Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft sind aber nicht vielleicht verständlich, sie sollten selbstverständlich sein, dabei hilft auch immer eine gesunde Prise Menschenverstand.

    • Neruda 12.06.2019 22:22
      Highlight Highlight Gesetze sind Menschen gemacht, also sollten wir sie auch anpassen, wenn sie aus der Zeit und aktuellem Moralverständnis fallen. Wenn ein Gesetz gegen jeglichen gesunden Menschenverstand und Moral geht, dann halte ich mich auch nicht daran, nur weil vor x Jahren einmal ein paar alte Männer dies so niedergeschrieben haben. Ich geh auch nicht nach Kenia und denunziere schwule Paare!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sagittarius 12.06.2019 21:37
    Highlight Highlight ❤️

    Seine Unterstützer sollen eher ein Crowdfunding organisieren, statt ihn zu einer Beschwerde zu ermutigen...
    • Sagittarius 12.06.2019 22:11
      Highlight Highlight Natürlich, es fallen aber bestimmt auch Gerichts- und Anwaltskosten an. Ausser es lief per UP...
    • BigE 12.06.2019 22:32
      Highlight Highlight Ist ja nicht nötig, da die Geldstrafe auf Bewährung ausgesprochen und die Busse gestrichen wurde. Er muss also nichts zahlen.
    • Sagittarius 12.06.2019 22:45
      Highlight Highlight Ja BigE, er hat keine „Strafe“, aber Gerichts- und Anwaltskosten sind da nicht enthalten und noch zu zahlen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 12.06.2019 21:37
    Highlight Highlight Gute Tat.
    Fairer Richter.
  • cinz 12.06.2019 21:37
    Highlight Highlight Auch wenn dieser Mann rechtlich gsehen illegal gehandelt hat, finde ich seine Aufopferung bewundernswert. Aus Nächstenliebe so zu handeln trotz der Gefahr, vor Gericht zu kommen, finde ich mehr als mutig.
    • G. 12.06.2019 22:37
      Highlight Highlight Ich bin mir zu 99.9% sicher, dass der Blitzer versehentlich war. Es ist mir auch schon passiert, wenn ich einen Kommentar beherzigen wollte, dass es mir den geblitzt hat.
    • sowhat 13.06.2019 07:38
      Highlight Highlight @d.r., nein das sind nicht dieselben. Eher umgekehrt.
      Der Pfarrer hätte andere Möhglichkeiten gehabt. Helfen heisst nicht zwingend Gesetzt brechen.
  • forest hill 12.06.2019 21:33
    Highlight Highlight In seinem Schlusswort sagt der Richter: «Danke für Ihr Engagement.»

    Danke auch von mir Herr Pfarrer.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.06.2019 21:30
    Highlight Highlight "Denn er hat nicht vor, mit Gesetzestexten zu argumentieren, sondern mit der Bibel. "
    Diese Zeit haben wir zum Glück weitestgehend überwunden.
    Ansonsten hat die Geschichte ja weitestegehend ein gutes Ende gefunden. Finde das Gericht hat gut gehandelt.
    • Knäckebrot 12.06.2019 22:27
      Highlight Highlight Der Pfarrer hält die Bibel zwar höher als das weltliche Gesetz, sieht sich aber dem weltlichen Gerichtsurteil in der Konsequenz unterstellt und hat ja dennoch einen Respekt gegenüber den Autoritätspersonen. Er umgeht das Gesetz daher ja aus theologischen Gewissensgründen und nicht einfach aus theologischer Arroganz. Daher mache ich mir bei solchen Leuten keine Sorgen...
    • sowhat 13.06.2019 07:39
      Highlight Highlight @Knäckebrot, ich schon
  • yolomarroni 12.06.2019 21:28
    Highlight Highlight Dieser Pfarrer hat die gute Seite der Religion aufgezeigt, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Dass er nun dafür bestraft werden sollte, ist in einem "christlichen" Land ja in dem Sinn enorm widersprüchlich.
    • Hierundjetzt 12.06.2019 22:09
      Highlight Highlight Weil wir das Gewaltmonopol vom Bürger zum Staat übertragen haben und im Gegenzug Demokratie erhalten haben.

      Vorher, im Mittelalter, galt das Faustrecht. „Der Stärkere gewinnt“

      Kein Einwohner der Schweiz steht über dem Gesetz. Sei seine Absicht noch so ehrenvoll.
    • Wander Kern 12.06.2019 22:22
      Highlight Highlight "Vorher, im Mittelalter, galt das Faustrecht. „Der Stärkere gewinnt“"

      Das ist schon ziemlicher Unfug. Im Mittelalter galt mitnichten das Faustrecht sonder der Fürst sprach dieses.
    • Ueli der Knecht 12.06.2019 22:45
      Highlight Highlight Hierundjetzt: "Kein Einwohner der Schweiz steht über dem Gesetz. "

      Das Gesetz ist gar nicht in der Lage, die "Einwohner der Schweiz" in ihrer ganzen Vollkommenheit zu erfassen. Die Moral jedes Einwohners steht immer über dem Gesetz. Denn sonst wäre das Gesetz perfekt und müsste gar nie mehr verändert werden.

      Tatsache ist aber vielmehr: Jeder Einwohner der Schweiz steht über dem Gesetz, weil er auch sehr viel mehr repräsentiert, als nur das stupide Gesetz, vorallem auch Dinge, die das Gesetz gar nicht repräsentieren kann.

      Die Ethik und Moral jedes Einzelnen gehen weit über jedes Gesetz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DomKi 12.06.2019 21:17
    Highlight Highlight Weltliche Gesetze gegen biblische Liebe.

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