Russland
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Nawalny steht wieder und dankt den «brillanten Ärzten» der Charité



Der wegen einer schweren Vergiftung in Berlin behandelte Kremlkritiker Alexej Nawalny hat von sich ein neues Bild veröffentlich, stehend auf einer Treppe in der Berliner Universitätsklinik Charité. Der 44-Jährige dankte in der am Samstag bei Instagram veröffentlichten Nachricht den «brillanten Ärzten» der Klinik. «Sie haben mich von einem »technisch lebendigen Menschen« zu jemandem gemacht, der alle Chancen hat, wieder eine Hohe Lebensform der Modernen Gesellschaft zu werden», schrieb er. Er werde zu jemandem, der wieder rasch Instagram nutze und «ohne nachzudenken versteht, wo ein Like hingehört».

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Давайте расскажу, как идёт мое восстановление. Это уже ясная дорога, хоть и неблизкая. Все текущие проблемы вроде того, что телефон в моих руках бесполезен, как камень, а налить себе водички превращается в целый аттракцион, - сущая ерунда. Объясню. Совсем недавно я не узнавал людей и не понимал, как разговаривать. Каждое утро ко мне приходил доктор и говорил: Алексей, я принёс доску, давайте придумаем, какое на ней написать слово. Это приводило меня в отчаяние, потому что хоть я уже и понимал в целом, что хочет доктор, но не понимал, где брать слова. В каком месте головы они возникают? Где найти слово и как сделать так, чтобы оно что-то означало? Все это было решительно непонятно. Впрочем, как выразить своё отчаяние, я тоже не знал и поэтому просто молчал. И это я еще описываю поздний этап, который сам помню. Сейчас я парень, у которого дрожат ноги, когда он идёт по лестнице, но зато он думает: «о, это ж лестница! По ней поднимаются. Пожалуй, надо поискать лифт». А раньше бы просто тупо стоял и смотрел. Так что много проблем ещё предстоит решить, но потрясающие врачи университетской Берлинской клиники «Шарите» решили главную. Они превратили меня из «технически живого человека» в того, кто имеет все шансы снова стать Высшей Формой Существа Современного Общества, - человеком, который умеет быстро листать инстаграм и без размышлений понимает, где ставить лайки.

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«Jetzt bin ich ein Kerl, bei dem die Beine zittern, wenn er die Treppen läuft», schrieb er passend zu dem Bild auf den Stufen. Er hält sich mit blauen Handschuhen am Geländer fest. Noch vor kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden geht. «Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll.» Er habe einfach geschwiegen, weil er seine Verzweiflung nicht habe ausdrücken können.

Nawalny geht nach eigener Darstellung noch von einem längeren Weg bis zu seiner Genesung aus. Es gebe noch viele Probleme zu lösen. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. «Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion.» Der Post erhielt innerhalb weniger Minuten mehr als 200'000 Likes.

Nawalny wird seit dem 22. August in der Charité behandelt. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland bestreitet Vorwürfe, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Der Fall Nawalny

Der Kreml wies zuletzt auch Darstellungen von Nawalnys Team zurück, der Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei vermutlich in einem Hotel in Tomsk in Sibirien vergiftet worden. Das Team hatte dort nach eigenen Angaben eine Wasserflasche sichergestellt, bei der ein Labor in Deutschland Nowitschok-Spuren gefunden habe. Nach seiner Abreise aus Tomsk war er am 20. August auf einem Flug nach Moskau zusammengebrochen. Das Flugzeug war dann in Omsk gelandet, wo Nawalny bis zu seinem Rettungsflug nach Deutschland behandelt worden war. (aeg/sda/dpa)

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