Interview
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Interview

«Ein Mord an einem 7-Jährigen: Das werde ich in meinem ganzen Leben nicht verstehen»

Der Mord am 7-jährigen Ilias erschütterte vergangenes Jahr die ganze Schweiz. Nächste Woche muss sich eine 76-jährige Frau vor dem Basler Strafgericht für die Tat verantworten. Vor dem Prozess sprechen die Eltern von Ilias über den Tag, der alles verändert hat.

Jonas Hoskyn / ch media



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Fall Ilias: Die Familie gibt ein unverpixeltes Bild ihres ermordeten Sohnes frei. bild: zvg

Kommende Woche findet der Prozess gegen die 76-jährige Frau statt, welche am 21. März 2019 den 7-jährigen Ilias getötet hat. Die Staatsanwaltschaft sieht die psychisch schwer gestörte Frau als schuldunfähig an und beantragt eine Verwahrung. Die Eltern sind rechtlich Privatklägerschaft und machen eine Entschädigung und Genugtuung in noch nicht bekannter Höhe geltend.

Nach dem Prozess gegen die Frau müsse auch die Rolle des Staates aufgearbeitet werden, sagt der Luzerner Anwalt Artan Sadiku, der die Familie vertritt. «In diesem Fall sind noch viele Fragen offen.» Das sei wichtig für die Trauerverarbeitung der Familie, aber auch eine gesellschaftliche Debatte, die geführt werden müsse. Recherchen der bz zeigten, dass die Frau seit Jahrzehnten mit Wutschreiben und Drohungen aktenkundig ist und auch mehrfach psychiatrisch begutachtet worden ist.

(Aus Diskretionsgründen werden die Namen der einzelnen Familienmitglieder nicht genannt).

Kommende Woche findet der Prozess gegen die Frau statt, die im März 2019 Ihren Sohn Ilias ermordet hat. Was löst dies bei Ihnen beiden aus?
Vater: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es mir gehen wird. Wir versuchen stark für Ilias zu bleiben. Ich merke aber, dass ich im Moment sehr angespannt bin.

Nehmen Sie persönlich am Prozess teil?
Mutter: Ja. Wir gehen beide vor Ort.

Was erhoffen Sie sich?
Vater: Gerechtigkeit. Dass die Frau verurteilt wird und die richtige Strafe bekommt.

Was verstehen Sie unter Gerechtigkeit? Was ist in Ihren Augen die richtige Strafe für eine solche Tat?
Mutter: Gefühlsmässig müsste ich fast sagen: Die Todesstrafe. Aber das wäre für sie zu einfach. Sie soll sich mit den Schmerzen auseinandersetzen, die wir wegen ihr haben. Die richtige Strafe kann letztlich nur Gott geben.

Sind Sie gläubig?
Mutter: Ja, sehr.

Erschüttert eine solch unfassbare Tat nicht den Glauben an eine höhere Instanz?
Mutter: Nein im Gegenteil. Der Glaube hat uns sehr geholfen. Zu wissen, dass Ilias behütet ist und auf uns wartet.

Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass die mutmassliche Täterin schuldunfähig ist und beantragt deshalb, dass die Frau verwahrt werden soll. Was hat diese Forderung bei Ihnen ausgelöst?
Vater: Als ich zum ersten Mal davon gehört habe, war ich enttäuscht und konnte es nicht nachvollziehen. Aber das ist eine juristische Frage. In unseren Augen wird sie immer schuldig sein.

Hatten Sie im Rahmen des Verfahrens Kontakt mit der mutmasslichen Täterin? Hat Sie Ihnen einen Brief geschrieben?
Mutter: Nein, wir haben sie noch nie gesehen oder sonst von ihr gehört.

Wie ist Ihnen der damalige Tag in Erinnerung?
Mutter: Ich war im Spital, weil ich eine Operation hatte. Mein Mann war daheim. Als Ilias nach dem Mittag nicht nach Hause kam, habe ich die Lehrerin angerufen. Das Telefon abgenommen hat aber ein Polizist. Da war mir klar, dass etwas passiert sein muss. Der Mann hat mir gesagt, dass Ilias einen Unfall hatte und notoperiert wird.

Vater: Ich war zuhause. Normalerweise hätte ich Ilias abgeholt, es war schönes Wetter. Aber weil unser zweiter Sohn an diesem Tag Fieber hatte, bin ich daheim geblieben. Plötzlich hat mich das Spital angerufen und gesagt: Kommen Sie so schnell wie möglich. Ich arbeite selber im Gesundheitswesen und in meinem Kopf hat es sofort Klick gemacht. Ich weiss gar nicht mehr, wie ich es ins Spital geschafft habe.

Mutter: Wir haben uns vor dem Spital getroffen. Ich wollte die Polizei fragen, was passiert ist, aber die haben gar nichts gesagt. Wir musste etwa zwei Stunden im Spital warten, während Ilias im OP war. Ich habe mehrfach gebeten, dass ich zu ihm kann. Schliesslich kamen zwei Ärzte zu uns und haben und gesagt: «Unser Beileid. Er hat es nicht geschafft.» Wir haben immer zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht gewusst, was wirklich passiert ist. Wir haben gedacht, es sei ein Verkehrsunfall gewesen. Erfahren haben wir es aus den Medien, die schon alle über die Tat berichtet haben. Dann hat uns der Arzt erzählt, was passiert ist und dass Ilias bereits am Tatort verstorben ist.

Wie haben Sie die Tage nach der Tat erlebt?
Vater: Wir konnten Ilias schon am nächsten Tag holen und haben ihn dann beerdigt. Die Wochen danach waren die schlimmste Zeit. Es wurde ruhiger. Alle kehrten zum Alltag zurück, als ob nichts gewesen wäre. Wir mussten uns immer wieder aufraffen, um für unsere Kinder da zu sein. Der Familienzusammenhalt hat uns in dieser Zeit geholfen, das Ganze zumindest ein bisschen zu überwinden.

Mutter: Es gibt nichts Schlimmeres als auf diese Art ein Kind zu verlieren. Wenn er an einer Krankheit verstorben wäre, könnte ich das Ganze besser verstehen. Aber ein Mord an einem 7-Jährigen: Das werde ich in meinem ganzen Leben nicht verstehen.

Wie gehen Sie ein Jahr später mit dem Erlebten um?
Mutter: Ich kann es noch immer nicht glauben. Ich merke immer wieder, dass ich denke, dass er irgendwo in den Ferien ist und bald wieder zurückkommt.

Vater: Ich denke noch sehr oft an ihn. Vieles im Alltag erinnert mich an ihn. Dinge, die wir zusammen gemacht haben. Und auch wenn ich seine Kollegen oder andere Gleichalterige sehe, kommt immer die Frage hoch, wie es wohl mit ihm wäre. Diese Wunde wird nie heilen.

(aargauerzeitung.ch)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nicky11 06.08.2020 18:00
    Highlight Highlight Unglaublich, dass jemand ein unschuldiges Kind ermordet, weil er unzufrieden ist mit den Behörden. Ich wünsche dieser Frau, dass sie eines Tages aufwacht und realisiert, was sie angerichtet hat. Das wäre wohl die grösste Strafe. Leider besteht da wenig Hoffnung. Darum ist lebenslange Verwahrung sicher das Richtige. Vielleicht als Trost an die Familie: Die Frau war krank. Deshalb gehört sie in die Psychiatrie. Sie wird aber nie wieder jemandem etwas antun, weil sie für den Rest ihres Lebens da bleiben wird (Verwahrung).
  • Pollo Loco 06.08.2020 14:49
    Highlight Highlight Ich wünsche der Familie von Ilias viel Kraft und Durchhaltevermögen für den Prozess..
    Werde auch nie verstehen, das eine Person nur wegen materialistischen Gründen ein unschuldiges Kind ermordet, nur um die Aufmerksamkeit vom Staat zu bekommen. Und ich denke mit 76- Jahren kann ihr das noch ziemlich egal sein, welche Konsequenzen sie nun zu tragen hat. einfach nur unfair und tragisch.
  • iudex 06.08.2020 13:34
    Highlight Highlight Wieso wird hier die Verwahrung immer als geringeres Übel als eine Freiheitsstrafe dargestellt?
  • Dummbatz Immerklug 06.08.2020 12:08
    Highlight Highlight Als Vater von zwei Kindern muss ich heulen, wenn ich das lese. Das muss so unglaublich schlimm sein.

    Den Eltern alle Kraft der Welt 🙏🏼
  • Adam Gretener 06.08.2020 11:49
    Highlight Highlight Hierzu braucht es echt keine Kommentarfunktion.
  • Rosskastanie 06.08.2020 11:42
    Highlight Highlight Horror, ich wünsche den Eltern viel Kraft. Eine öffensichtlich psychisch schwer gestörte Frau ist schuldunfähig sein, der Zugschubser, der den 8-jährigen vor den Zug geworfen hat, ist schuldunfähig. Wie will man da den Forderungen nach Gerechtigkeit der Angehörigen je gerecht werden? Und bislang wurde jede lebenslängliche Verwahrung, die vom Bundesgericht überprüft wurde, aufgehoben...🤷‍♂️

    • Bits_and_More 06.08.2020 13:06
      Highlight Highlight Gerechtigkeit ist nicht gleich Rache. Einen solchen psychisch kranken Menschen kannst du kaum in den normalen Vorzug stecken, dazu sind alleine die Wärter nicht ausgebildet.
      Schlussendlich wird die Person weggesperrt, ob das nun eine Zelle in einem Gefängnis oder eine Zelle in einer psychischen Klinik sind, sollte für das Gerechtigkeitsempfinden keine Rolle spielen.
  • Leckerbissen 06.08.2020 11:26
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • JasCar 06.08.2020 14:17
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Gopfridsenkel 06.08.2020 11:21
    Highlight Highlight Unfassbar traurig :( Ich wünsche der Familie ganz viel Kraft in dieser aufwühlenden Zeit. Ein Gefühl der Gerechtigkeit wird sich bei ihnen wohl leider nicht einstellen können.

    Ich hätte da mal eine generelle Frage, wie wir in der Schweiz mit geistig kranken Menschen umgehen. Im Zug war letztens eine offensichtlich geistig kranke Frau und hat Passagiere angeschrien und rumgepöbelt. Wie es hier üblich ist haben die Passagiere sie weitestgehend ignoriert. Wie ist meine rechtliche Lage, wenn sie mir zu nahe kommt? Darf ich mich wehren? Ich weiss ja nicht ob sie ggf. ein Messer oder so dabei hat.
    • MetalUpYour 06.08.2020 11:44
      Highlight Highlight Du darfst Dich erst zur Wehr setzen, wenn ein konkreter Angriff erfolgt und die Abwehr darf nur so weit gehen als es gerade notwendig ist, um diesen Angriff abzuwehren.
    • Bits_and_More 06.08.2020 13:08
      Highlight Highlight Genau so darfst du anderen Menschen helfen. Aber wenn du eine nur schreiende Person verprügelst, machst auch du dich Strafbar. Besser Deeskalierend Wirken oder wenn möglich weggehen und die Polizei informieren.
    • Knacker 06.08.2020 14:59
      Highlight Highlight Wie soll man in einer (möglicherweise lebens-) bedrohlichen Situation richtig einschätzen was nun angemessene Notwehr ist und was übertrieben ist? In Stresssituationen fällt das Denken bekanntlich schwer und Instinkte nehmen die Überhand. Gopfridsenkels stellt eine gute Frage. Darf man zB eine hochaggressive Person ruhigstellen noch bevor sie tätlich wird, quasi eine Präventions-Kopfnuss verabreichen? Oder muss man warten bis diese zuerst zuschlägt oder gar mit dem Messer zusticht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eraganos 06.08.2020 11:08
    Highlight Highlight Ich wünsche der Familie möglichst viel Kraft in dieser Zeit!

    Kann mir jemand hier beantworten, was Verwahrung im Zusammenhang mit der Täterin bedeutet? Verwahrung = eingesperrt?
    • Tisch 06.08.2020 11:31
      Highlight Highlight ja, verwahrt =eingesperrt. oft lebenslang, da sie nur rausgelassen wird, wenn sie wieder gesund ist.
    • Gopfridsenkel 06.08.2020 11:33
      Highlight Highlight Ich denke dass sie dann zwar "eingesperrt" wird, aber nicht im Gefängnis sondern in einer psychischen Anstalt. Wie dort die Sicherheitsvorkehrungen sind weiss ich allerdings nicht.
    • Garp 06.08.2020 11:35
      Highlight Highlight Ja Verwahrung heisst eingesperrt in eine speziellen Abteilung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Holunder 06.08.2020 10:47
    Highlight Highlight Immernoch unfassbar diese Tat. 😥

    Noch trauriger macht mich der Umstand, dass ich selber nicht weiss, ob und wie solche willkürlichen Taten verhindert werden können.

    Da fühlt man sich irgendwie ausgeliefert.
  • Bee89 06.08.2020 10:43
    Highlight Highlight Das eigene Kind zu verlieren muss vermutlich das Schlimmste für Eltern sein. Aber sein Kind auf diese unverständliche Weise zu verlieren.. die Frau war darauf aus zu töten, aber dass es genau diesen Jungen getroffen hat, war reiner Zufall. Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer es sein muss das zu verarbeiten.
    Wenn jemand plötzlich stirbt sucht man immer nach einem Grund (kenne es aus eigener Erfahrung). Und irgendwann muss man akzeptieren, dass es diesen Grund einfach nicht gibt.
    Ich wünsche der Familie so viel Kraft diesen unglaublichen Verlust irgendwie verarbeiten zu können.
    • Kanuli 06.08.2020 11:12
      Highlight Highlight @Bee89: Oft gibt es leider Gründe, und diese machen es trotzdem nicht besser, eher schlimmer. Dies nicht weiter vertiefend: In diesem Fall stimmt es, es gab keinen Grund, weder das Motiv, noch der Zufall, alles war einfach nur unnötig.
    • Bee89 06.08.2020 11:19
      Highlight Highlight @Kanuli: ja klar, es gab ein Motiv in diesem Fall. Aber es gab keinen Grund dass es Ilias treffen musste, es gibt keinen Grund wieso dieser Junge nicht mehr lebt. Und das zu akzeptieren muss unglaublich schwer sein. Du sagst es doch auch, es war einfach nur unnötig.
    • Kanuli 06.08.2020 11:31
      Highlight Highlight @Bee89: Ich stimme da voll mit Ihnen überein.
  • maude 06.08.2020 10:22
    Highlight Highlight Alle Kraft den Eltern weiterhin💚 der Schmerz muss unvorstellbar sein...


    (und dass man als Eltern aus den Medien erfährt, was mit dem eigenen Kind passiert ist...da find ich keine passenden Worte dafür..aber es wären keine Schönen..so etwas darf weder der Polizei noch dem Krankenhauspersonal passieren...)
    • abewiso? 06.08.2020 11:53
      Highlight Highlight Ich bin absolut einverstanden damit, dass dies so nicht geschehen dürfte. Als Partner einer Pflegefachfrau möchte ich aber im namen aller Krankenhausangestellten sagen, dass dies nicht deren Aufgabe sein kann. Eine Todesnachricht zu überbringen ist schwer genug, dies in einem oft stressigen und geistig, körperlich und emotional sehr!! fordernden Arbeitsalltag. Die Nachricht eines solch schrecklichen Verbrechens an die Hinterbliebenen zu bringen ist aber Aufgabe einer psychologischen Fachperson, die meines Erachtens von der Polizei gestellt werden sollte. Respekt für unsere Systemrelevanten!
    • maude 06.08.2020 16:03
      Highlight Highlight abewiso; ich bin auch Pflegefachfrau.kenns.Ich wollte damit auch nicht die Pflegenden usw.angreifen, ich denk, da ist einfach grundsätzlich was schief gelaufen was nicht hätte schieflaufen dürfen, seh es auch so, dass es Aufgabe der Polizei hätte sein sollen.. Ich hab mich da schon damals gefragt wie es da eigentlich mit den Verantwortlichkeiten der Medien ausschaut und ob da nicht wer erst ein ok geben muss bevor so etwas rausgeht.Es ging ja rasend schnell durch alle Kanäle...hmja aber ebe...ich habs nicht als Angriff gemeint.
  • miro1604 06.08.2020 10:10
    Highlight Highlight 😓
  • UncleHuwi 06.08.2020 10:07
    Highlight Highlight Einfach nur traurig. Ich kann mir nicht vorstellen was die Eltern und die Familie durchmachen mussten. Und dass sie die Tat aus den Medien erfahren haben, macht das ganze noch verrückter!
  • Blubber 06.08.2020 10:02
    Highlight Highlight Das ist so unglaublich traurig. Ich bewundere die Eltern und ihre Haltung und wünsche ihnen weiterhin ganz viel Kraft und hoffe, dass sie nach dem Prozess etwas Ruhe finden.
  • -V- 06.08.2020 09:57
    Highlight Highlight ein Schicksal welches man niemandem wünscht und auch niemandem Passieren sollte! ... ich hoffe diese Familie kann trotzdem irgendwie ein "normales" Leben Führen ... bekanntlich heilt die Zeit alle Wunden... doch Narben bleiben trotzdem ... ich wünsche allen beteiligten alles gute
  • M&M 06.08.2020 09:54
    Highlight Highlight Die Familie tut mir einfach so unendlich leid! Wenn ich daran denke, dass so etwas meinem kleinen Bruder als er 7 Jahr alt war passieren hätte können, dann bricht es mir das Herz. Ich habe den Schmerz zum Glück nicht erlebt, aber ich kann ihn nachvollziehen und das macht mich unendlich traurig. Ich bin froh, dass sie einen so guten Familien Zusammenhalt haben. Bleibt stark!

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