So reagiert die US-Börse auf den Supreme-Court-Paukenschlag
Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gegen die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle hat am Freitag für einen Kurssprung an der Wall Street gesorgt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte drehte danach ins Plus und gewann 0,6 Prozent auf 49'712 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,7 Prozent auf 6909 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um bis zu 0,9 Prozent auf 22'880 Zähler.
Aktien steigen nach US-Urteil auf breiter Front
Der Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, erklärte die von Trump verhängten Zölle am Freitag für verfassungswidrig. Die Richterinnen und Richter monierten die gesetzliche Basis, mit der Trump sein Vorgehen begründete.
Der US-Präsident hatte die Abgaben erstmals im vergangenen Februar auf Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 1977 angeordnet, das eigentlich für den nationalen Notfall gedacht ist. Zu den Massnahmen gehörten ein Basiszollsatz auf alle Importe sowie zusätzliche Zölle für die meisten Länder. Zudem verhängte er produktspezifische Zölle wie auf Stahl und Aluminium sowie auf Autoteile. Tausende Unternehmen weltweit hatten gegen die Massnahmen geklagt und eine Rückerstattung der von ihnen gezahlten Abgaben gefordert.
Nach der Gerichtsentscheidung stiegen Aktien auf breiter Front. Gefragt waren vor allem Papiere von Autoverkäufern, Möbelfirmen sowie Schuh- und Spielzeugherstellern.
Stahlhersteller melden drastischen Exportrückgang
Die Zölle auf Stahl und Aluminium sind von dem Urteil ausgenommen. Die Stahlausfuhren aus der EU in die Vereinigten Staaten seien im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent eingebrochen, teilte der Branchenverband der europäischen Stahlhersteller Eurofer am Freitag mit. Dies sei direkt auf Trumps Zölle zurückzuführen.
Die USA hatten im vergangenen Jahr Zölle in Höhe von 50 Prozent auf die Rohmaterialien sowie eine Reihe von Produkten, die Stahl oder Aluminium enthalten, erhoben. Ein im Sommer getroffenes Abkommen legte Importzölle von 15 Prozent auf fast alle Produkte aus der EU fest, nahm aber Aluminium und Stahl davon aus. Seitdem bemüht Brüssel sich darum, die Metallzölle ebenfalls zu senken, bisher jedoch ohne Erfolg.
Die jüngsten Exportzahlen «unterstreichen die Notwendigkeit, dass jedes Handelsabkommen zwischen der EU und den USA fair, ausgewogen und durchsetzbar sein muss», erklärte Eurofer.
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagenturen AFP. Reuters
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