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Jeder zehnte Schweizer lebt im Ausland – viele davon in Frankreich



Nicht alle wollen rein in die Schweiz, einige Einheimische wollen auch raus: 1.4 Prozent ist der Anteil der Auslandschweizer letztes Jahr gestiegen. Mittlerweile lebt mehr als jeder zehnte Schweizer im Ausland, vorzugsweise in Frankreich.

770'900 Schweizer und Schweizerinnen lebten 2019 ausserhalb der Landesgrenzen, davon knapp 200'000 als Teil der «Grande Nation». Danach kam lange nichts, gefolgt von Deutschland mit 92'200, den USA mit 81'100, Italien mit fast 50'000 und Kanada mit gut 40'000.

Viertgrösster Kanton

Im Moment ist die Auslandschweizer-Gemeinde gemessen an der Bevölkerungszahl der viertgrösste Kanton. Doch könnte dieser in absehbarer Zeit den dritten, die Waadt mit 800'000 Einwohnern, einholen.

Marseille

Frankreich – hier Marseille – zieht am meisten Schweizer Auswanderer an. Bild: shutterstock.com

Von allen Kontinenten am stärksten gestiegen ist das Interesse von auswanderungswilligen Schweizern an Asien (plus 2 Prozent) und Europa (plus 1.7). Einzig nach Afrika wollten weniger: minus 0.5 Prozent. Mit 63 Prozent (484'300) ist Europa der Kontinent der Wahl, gefolgt von Amerika mit 24 Prozent.

Die anderen Erdteile liegen deutlich unter 10 Prozent, wie die Auslandschweizer-Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Dienstag zeigt. Von den einzelnen Ländern hat das Vereinigte Königreich seinen Bestand an Schweizern 2019 am stärksten erhöht (plus 3.4 Prozent), Italien am geringsten (plus 0.4 Prozent).

In Europa haben Auslandschweizerinnen mit 56 Prozent die Mehrheit gegenüber ihren ausgewanderten Landsleuten. In Osteuropa, den baltischen Ländern und im Balkan gibt es dagegen mehr Schweizer Migranten als Migrantinnen - möglicherweise ein Resultat der Rückwanderung von Eingebürgerten.

Senioren an die Sonne, Junioren nach Israel

Der hohe Auslandschweizer-Anteil von über 10 Prozent ist keine plötzliche Erscheinung: Vor 20 Jahren lebten schon 9.1 Prozent der Schweizer in der Fremde, vor 10 Jahren waren es 10.1 und letztes Jahr 10.7 Prozent.

Die relativ lange Tradition schlägt sich in der Altersstruktur nieder: Mit einer Zunahme von 3.3 Prozent stellen die Älteren das am stärksten wachsende Segment. Die Minderjährigen und die Personen im erwerbsfähigen Alter legten nur um 0.9 Prozent zu.

57 Prozent der emigrierten Eidgenossen sind zwischen 18 und 64 Jahre alt. 21.2 Prozent sind minderjährig und 21.8 Prozent haben die 65 überschritten. Während sich im erwerbsfähigen Alter Auslandschweizer und -schweizerinnen ungefähr die Waage halten, überwiegen bei den Jungen die Männer (24 Prozent gegenüber 19 Prozent Frauen), während im Ruhestand die Frauen mit 25 zu 18 Prozent die Männer dominieren – vermutlich ist das der längeren Lebenserwartung geschuldet.

Ein nicht unerheblicher Anteil der Auslands-Senioren verbringt den Ruhestand in wärmeren und preisgünstigeren Gefilden: In Spanien und Thailand machen die älteren Semester ein Drittel der ansässigen Schweizer aus. Die Jungen verzeichnen in Israel den mit Abstand höchsten Anteil: Fast die Hälfte der dortigen Schweizer sind 17 Jahre und jünger. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sir Konterbier 01.04.2020 09:05
    Highlight Highlight Wäre noch interessant zu erfahren wieviele dieser „Auslandsschweizer“ in Frankreich einfach in der Agglomeration von Genf (Annemasse & co.) hinter der Grenze Wohnen. Das dürften aus meiner Erfahrung locker eine 5-Stellige Zahl sein...

    Zur Erklärung, diese Agglomeration ist im Prinzip immer noch Stadtgebiet und für niedrigere Einkommen trotz höherer Steuern dank den tieferen Mieten sehr attraktiv.

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