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Noch 800 sollen es sein: So will die Post die Zahl der Filialen stabilisieren

Der Post brechen im wichtigen Briefgeschäft die Erträge weg. Nun hat die Post-Führung gesagt, wie sie das Unternehmen umbauen will. Sie will im Online-Geschäft stark wachsen.



Die Post ist derzeit so gefragt wie nie. Alleine im April verarbeitete sie 17 Millionen Pakete – noch einmal deutlich mehr als letztes Jahr vor Weihnachten. Doch auf lange Frist braucht die Post eine neue Strategie.

ZUR BERUFSAUSBILDUNG DETAILHANDELSFACHFRAU BEI DER POST STELLEN WIR IHNEN HEUTE MITTWOCH, 24. FEBRUAR 2016, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A retail trade apprentice of the Swiss Post serves a customer at a counter of the post office Basel 3 Spalen, Switzerland, on January 18, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Post will ihr Fillial-Netz weiter verkleinern. Bild: KEYSTONE

Die Briefmenge nimmt laufend ab und das Paketgeschäft ist margenschwach. Am Donnerstag hat die Post-Spitze nun ihre Ideen vorgestellt, wie sie das Unternehmen umbauen will.

Die wichtigsten Punkte:

Urs Schwaller, Praesident des Verwaltungsrats, Schweizerische Post AG, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz die Post, am Donnerstag, 12. Maerz 2020, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Urs Schwaller, VR-Präsiden der Post. Bild: KEYSTONE

Die Post setzt in ihrer Strategie 2021 bis 2024 auf gezieltes Wachstum in den Bereichen Logistik und digitaler Information. Das Wachstum dient der Sicherung der Grundversorgung, wie Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller am Donnerstag in einer Videokonferenz für die Medien erklärte.

Die vorgesehenen Investitionen von 3 Milliarden Franken stemmt die Post aus eigenen Mitteln. Sie nutzt dabei Reserven, laufende Erträge und je nachdem Verkäufe von nicht betriebswichtigen Immobilien, wie Finanzchef Alex Glanzmann sagte.

Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post, spricht während einer Medienkonferenz, am Donnerstag, 22. August 2019 in Cadenazzo im Tessin. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)

Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post, während einer Medienkonferenz im August 2019 in Cadenazzo im Tessin. bild: KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianch

Die neue Strategie reagiert auf den Wandel im Postmarkt in den letzten 20 Jahren und auf neue Kundenbedürfnisse. Die Briefmengen und das Schaltergeschäft brachen ein. Der Paketmarkt hingegen boomt dank des Onlinehandels. In der Corona-Krise hat die Post im April so viele Pakete befördert wie nie zuvor.

Briefe und Pakete zusammen

Die neue Strategie fokussiert deshalb auf die Kernkompetenzen, wie Postchef Roberto Cirillo sagte: Transport von Waren, Informationen und Personen sowie Finanzdienstleistungen. Die Mittel für Wachstum und Grundversorgung sollen die Logistik- und Kommunikationsdienste als anvisierte Wachstumszweige erwirtschaften.

Dafür werden die bisherige Postmail (Briefpost) und Postlogistics (Pakete) zusammengelegt. Die internationale Warenlogistik will die Post ausbauen. Um die Warenströme zu sichern, sind gemäss Cirillo auch Zukäufe im grenznahen Ausland geplant.

Post will Partner in Filialen zulassen

Video: srf/SDA SRF

Der zusammengelegte Unternehmenszweig wird sechs Einheiten umfassen, erklärte Cirillo weiter. Das sind Briefe und Pakete im Inland mit Schwerpunkt auf der letzten Meile, Brief international, Medienmarkt und Werbung, Stückgut und Güterlogistik, spezielle Branchenlösungen sowie Logistikdienstleistungen. Cirillo sagte, künftig werde so der Pöstler wieder öfter Pakete bringen.

Bei der digitalen Kommunikation spielt die Post den Trumpf Briefgeheimnis aus. Der früher physische Briefverkehr soll nahtlos in den digitalen Informationstransport unter Wahrung höchster Vertraulichkeit übergehen. Dabei will die Post ihre Rolle als Anbieterin im Gesundheitswesen und im Behördenverkehr ausbauen.

Ende des Kahlschlags

Das selbst betriebene Filialnetz öffnet die Post durch die Auslagerung in eine eigene Gesellschaft für Unternehmen und Behörden. Privatisiert wird es aber gemäss Verwaltungsratspräsident Schwaller nicht. Ende März hatte die Post 962 Filialen. 2019 belief sich das Defizit des Poststellennetzes auf 132 Millionen Franken.

Mit der neuen Strategie endet der Kahlschlag bei den Filialen, versicherte Schwaller. Die Zahl der von der Post betriebenen Filialen wird sich bei 800 stabilisieren. Ende März hatte die Post 962 Filialen. Diese fuhren ein Defizit von 132 Millionen Franken ein.

Der Beizug von Dritten in den Poststellen soll diesen den physischen Kontakt mit ihren Kunden ermöglichen. Auch die Flächen werden so besser ausgenützt, hielt Schwaller fest. Am Defizit der Poststellen dürfte das nichts ändern. Wenn sich deren Verluste bei rund 100 Millionen Franken einpendeln, sei das verkraftbar, sagte er.

Postfinance soll Kredite vergeben

Die übrigen Konzernteile der Post sind von der neuen Strategie wenig betroffen. Postauto soll im öffentlichen Personenverkehr auf der Strasse führend bleiben, Post Solutions sich international weiterentwickeln.

Die Bankentochter Postfinance legt ihre Strategie später vor. Gemäss Schwaller und Cirillo müssen Bundesrat und Parlament jetzt klären, ob Postfinance Kredite und Hyothekarkredite vergeben darf. Diese Diskussion sei wichtig, denn die Postfinance habe als systemrelevante Bank Eigenkapitalvorschriften zu erfüllen. Wie die Post reagiert, wenn das Kreditverbot bleibt, wollte Schwaller nicht sagen. (sda)

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