DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bewaffnete greifen Bus in Pakistan an – mindestens 43 Menschen getötet

13.05.2015, 08:2613.05.2015, 11:26
Bild: SHAHZAIB AKBER/EPA/KEYSTONE

Bei einem Anschlag auf einen mit Schiiten besetzten Bus sind in Pakistan Dutzende Menschen getötet worden. Bewaffnete erschossen in der südlichen Hafenstadt Karachi mindestens 43 Insassen, 13 weitere wurden verletzt. 

Attentäter auf Motorrädern hätten das Fahrzeug gestoppt und zunächst von aussen geschossen, bevor sie im Innern des Busses wahllos auf die Insassen gefeuert hätten, sagte der Polizeichef der Provinz Sindh, Ghulam Haider Jamali, am Tatort. Die Täter seien mit Pistolen bewaffnet gewesen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. 

Die Toten und Verletzten des Anschlags wurden in ein nahe gelegenes Spital gebracht. Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder von Blutlachen in dem grossen rosafarbenen Bus und verzweifelte Angehörige, die in das Spital eilten, um Gewissheit über das Schicksal der Opfer zu erhalten. 

Bild: SHAHZAIB AKBER/EPA/KEYSTONE

Der Bus hatte nach Polizeiangaben Plätze für 52 Passagiere, sei aber mit deutlich mehr Insassen unterwegs gewesen. Die meisten Opfer gehörten der Ismailitischen Gemeinde an. Ein ranghoher Verbandsvertreter des Ismailitischen Nationalkongresses sprach von mindestens 41 Toten. 

Attentate auf Schiiten nehmen zu 

Die Ismailiten sind eine schiitische Minderheit. Etwa 20 Prozent der rund 200 Millionen Muslime in Pakistan sind Schiiten. 

Schiiten waren in Pakistan in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel von Anschlägen. Der Angriff auf den Bus ist der Anschlag mit den meisten schiitischen Opfern seit einem Selbstmordanschlag Ende Januar im Bezirk Shikarpur, bei dem 61 Gläubige in einer Moschee starben. 

Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden rund tausend Schiiten in Pakistan bei Anschlägen ermordet. Angriffe auf die Minderheit nahmen zuletzt auch in den Millionenstädten Karachi und Quetta zu. Meist bekannte sich die sunnitische Extremistenorganisation Lashkar-e-Jhangvi zu den Taten. 

Die ismailitische Minderheit ist bekannt für ihre progressiven religiösen Ansichten. Ihr geistliches Oberhaupt Prinz Karim Aga Khan ist ein international erfolgreicher Geschäftsmann und angesehener Philantroph. (sda/afp) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Selbstmordanschlag in schiitischer Moschee in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag während des Freitagsgebets in der grössten schiitischen Moschee der Provinz Kandahar sind mindestens 20 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Das teilte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) am Freitag auf Twitter mit. Dabei handele es sich um vorläufige Zahlen. Die Zeitung Haaretz schreibt von 62 Toten.

Unama verurteilte den Vorfall, der sich während des Freitagsgebets in der grössten schiitischen Moschee der Provinz Kandahar ereignet hatte. Auch die …

Artikel lesen
Link zum Artikel