Emirate-Königsfamilie erhält über 71 Mio Euro EU-Agrarsubventionen
Die regierende Königsfamilie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) profitiert von hohen EU-Subventionen für den Anbau von Nutzpflanzen, die für die Golfregion bestimmt sind. Das hat eine Untersuchung von DeSmog ergeben, die dem britischen Guardian vorliegt.
Die Familie Al Nahyan kontrolliert demnach landwirtschaftliche Flächen in Rumänien, Italien und Spanien. In sechs Jahren erhielt die Königsfamilie mehr als 71 Millionen Euro (rund 65 Millionen Franken) als Anteil der Zahlungen an landwirtschaftliche Betriebe.
Subventionen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) machen ein Drittel des gesamten EU-Haushalts aus. Jährlich belaufen sie sich auf etwa 54 Milliarden Euro (rund 49 Milliarden Franken), die an Landwirte und ländliche Gebiete in der gesamten Union ausgezahlt werden.
Ein Anteil davon landet in den Händen ausländischer Investoren – darunter auch solche, die von autokratischen Staaten kontrolliert werden. Wie hoch der Anteil ist, war bislang nicht bekannt.
Die Recherche erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem in der EU über die Zukunft der Agrarsubventionen diskutiert wird. Im Juli 2025 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für die nächste Förderperiode der GAP von 2028 bis 2034 vor. Darin ist vorgesehen, die flächenbezogenen Direktzahlungen auf maximal 100'000 Euro pro Betrieb und Jahr zu begrenzen.
Die Al Nahyans sind die mächtigste Monarchie in den Vereinigten Arabischen Emiraten. An der Spitze steht Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Herrscher von Abu Dhabi und Präsident der VAE. Mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 320 Milliarden US-Dollar (rund 249 Milliarden Franken) ist die Familie Al Nahyan die zweitreichste der Welt. Die VAE kontrollieren laut «Guardian» mittlerweile weltweit rund 960'000 Hektar Ackerland. (hkl)
