Der Herzchirurg, der mein Herz nicht f(l)ickt
Gell, schon möglich, dass ich einfach grad komplett übereuphorisch bin und mich in alles verliebe, das bei zwei nicht auf dem Baum ist..
Schliesslich ist mein Herz nach wirklich vielen Jahren endlich wieder frei.
F-R-E-I.
(Liebe Grüsse an 3.)
Jedenfalls ist da ja der Herzchirurg, von dem meine Mutter sehr sicher ist, dass er der gemachte Schwiegersohn für sie ist.
Da ich Mami nicht enttäuschen will oder weil ich als Neo-Single jetzt echt verdammt viel Zeit habe, melde ich mich beim Doc.
Und der Doc meldet sich zurück.
Gerne würde ich jetzt gerne zuerst 12'876 Kilometer lang chatten. Aber das soll man nicht machen. Schürt falsche Vorstellungen und Illusionen.
Habe ich sagen gehört.
Also machen wir ab. Ich schick ihm dazu eine selbst gezeichnete Landkarte mit einem Pfeil drauf. Findet er cool. Wie ich aussehe, weiss er übrigens nicht. Ich weiss es. Habe ihn logischerweise gegoogelt.
Und dabei den weissen Doc-Kittel gesehen. Und damit nuff seen.
10'000 Schritte + 0 peinliche Pausen = eigentlich geil!
Wir treffen uns um eine ziemlich unsexy Zeit. Samstag, 16 Uhr. Lässt Raum für alles oder nichts offen.
Ich bin vor ihm da. Eventuell No-Go. Mir aber egal. Mag mich jetzt nicht hinter einem Baum verstecken.
Jetzt könnte ich schreiben, dass er dann kam und dass er perfekt war und dass wir krass harmonierten und dass er wirklich eine Granate ist und Happy-End und Tschüss.
So war das aber nur so halb.
Also, dass er gekommen ist, stimmt. Und dass er auch ohne weissen Kittel super aussieht, stimmt auch. Ebenso, dass wir super harmonierten.
Wir machten über 10'000 Schritte durch die Stadt. 10'000 Schritte und null peinliche Pausen, in denen wir nicht wussten, was wir schwatzen sollten.
Wir landeten dann auch in einer Bar und dann in einem Resti und dann … nirgends mehr.
Nach dem Dinner, es war kurz vor 21.30 Uhr, verabschiedete er sich. Er sagte, dass er es sehr schön fand und ich superlustig bin und er sich sehr wohlgefühlt hat.
Superlustig ist wohl kaum das, was ich hören will. Superlustig sind Schwestern, Cousinnen, Friendzone-Frauen.
Aber ich will ja nicht grad den Teufel an die Wand malen. Eventuell ist er ja total anständig. Sex erst beim dritten Date. Gentleman. Ernste Absichten.
Schiess mich tot.
Bla, bla, bla.
Auf dem Heimweg bin ich verwirrt: Der Doc ist cool. Witzig. Charmant. Interessiert.
Und er stellt Rückfragen. Wer weiblich ist und in Zürich schon mal Männer gedatet hat, weiss: Das passiert selten.
Und doch muss ich an 3 denken. Mit 3 war's krasser. Mit 3 wäre es ganz sicher immer noch krasser. 3 macht mehr mit mir.
Der Herzchirurg hat mein Herz schon ein bisschen berührt. Aber 3 hat mein Herz so richtig gef(l)ickt. So mit richtig viel Liebe und Herzklopfen.
Das heisst aber keinesfalls, dass ich mit dem Doc nicht schlafen würde.
Okay.
Sagen wir, wie's ist: Das Singleleben ist streng.
Das habe ich vergessen.
Ich dachte nur Abenteuer.
Nur Herzklopfen.
Nur geil.
Und ab und zu etwas nerviges Ghosting.
Aber nur wenig.
Und handlebar.
Weil Rest megageil.
Das Prinzip der Schönrederei.
Ich könnte jetzt wieder Sandro vermissen.
Dann könntet ihr euch mega aufregen.
Aber ich vermisse Sandro nicht.
Ich vermisse 3.
Und mein Ego will, dass der Doc mich will.
Aber der will nicht.
Hat sich seit mehreren Tagen nicht gemeldet.
Sorry, Mami. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben.
*Joke, Leute!
