DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gestern trat er öffentlich auf: Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse, sprach in New York am Bloomberg Global Business Forum – allerdings nicht über den Beschattungsskandal.
Gestern trat er öffentlich auf: Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse, sprach in New York am Bloomberg Global Business Forum – allerdings nicht über den Beschattungsskandal.Bild: AP Photo/Mark Lennihan

«Man kann die Panik spüren»: Wilde Spekulationen über Abgang von CS-Chef Thiam

Die Anzeichen verdichten sich, dass Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam die Beschattungsaffäre nicht übersteht. Seine PR-Strategen versuchen, Gegensteuer zu geben – doch sogar die «Financial Times» zweifelt, ob sich Thiam halten kann.
26.09.2019, 11:5226.09.2019, 11:53
Patrik Müller / ch media

In der Schweiz dominiert die Beschattungsaffäre um den früheren Credit-Suisse-Manager Iqbal Khan die Schlagzeilen seit Tagen. Doch mittlerweile ist es eine globale Story, und genau das ist gefährlich für die Credit Suisse: Ihr Image wird mit jeder Spekulation zusätzlich ramponiert.

Heute steigt die «Financial Times», die wichtigste Wirtschaftszeitung Europa, gross in die Detektiv-Geschichte ein. Zu diesem Blatt haben CEO Thiam und seine engsten Vertrauten, darunter Kommunikationschef Adam Gishen, eigentlich einen guten Draht.

Ganz im Gegensatz zu den Schweizer Zeitungen, für die sich Thiams Zirkel nie interessiert hat, was sich jetzt rächt: Der in Zürich gut vernetzte Widersacher Noch-CS-Angestellte Iqbal Khan, der per 1. Oktober zur UBS wechselt, hat PR-mässig leichtes Spiel, und so erscheint in den Medien bislang vor alle seine Version der Geschehnisse: Beschattung durch furchteinflösssende Gestalten, Verfolgungsjagd durch Zürich, Drohungen, Todesangst.

Vetrautes Verhältnis: CEO Thiam und Kommunikationschef Adam Gishen.
Vetrautes Verhältnis: CEO Thiam und Kommunikationschef Adam Gishen. Bild: KEYSTONE

Doch auf die «Financial Times» kann Thiam diesmal offenbar nicht zählen. Das Blatt schreibt heute, es habe mit zwei Personen gesprochen, die über die Untersuchung informiert seien, welche die Hintergründe der Beschattungsaffäre klären soll und die von CS-Präsident Urs Rohner persönlich geleitet wird. «Top-Jobs, derjenige von Thiam eingeschlossen, könnten in Gefahr sein», sagen diese Personen. Einer werde gehen müssen, oder zumindest werde es angemessene Sanktionen geben.

Khan sprach von Abwerbungen

Nur vermeintlich entlastend für Thiam – beziehungsweise belastend für den Abtrünnigen Khan – sind Hinweise, die auch die Redaktion von CH Media erhalten hat, wonach Khan tatsächlich davon geredet habe, bei einem Wechsel alte Kollegen mitzunehmen. Khan sprach nach seiner Entscheidung, die CS zu verlassen, nicht nur mit der UBS, sondern auch mit Julius Bär, Lombard Odier und Goldman Sachs.

«Wir sind hier nicht Partei.»
UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber

Laut «Financial Times» hat Khan in einigen Gesprächen die Rekrutierung von CS-Topleuten angesprochen. Er habe betont, sein Erfolg bei der CS sei eine Team-Leistung. In solchen Gesprächen bewegt man sich in Grauzonen; doch dass Khan dabei seine Vereinbarung mit der CS gebrochen hat, dafür gibt es keine Belege. Gegenüber CH Media betont auch ein hochrangiger UBS-Manager, Khan habe sich gemäss UBS-Informationen stets korrekt verhalten.

Auf Bloomberg-TV äusserte sich erstmals UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber zum Fall. Die Khan-Affäre betreffe die UBS nicht. «Khan ist noch nicht bei uns», sagte Weber. Die UBS beobachte nur und kommentiere nicht. «Wir sind hier nicht Partei.»

Spekulation über Nachfolge von Thiam

Weniger entspannt dürfte die Stimmung im CS-Verwaltungsrat sein, denn mittlerweile werden auch Aktionäre nervös. Der Kursverlauf der CS-Aktie diese Woche ist schlechter als jener der UBS und von Bankenindizes, dabei hatte die CS bis vor dem Beschattungsskandal besser performt.

Ein Investor sagt der «Financial Times», die CS-Führung sei zurzeit unter enormem Druck: «Man kann die Panik spüren.» Denn die Credit Suisse, letztlich aber der Bankenplatz Zürich seien durch die Affäre arg beschädigt.

Braucht es einen Befreiungsschlag, ist Thiam seinen Job bald los? Für das gut informierte Finanzportal «Insideparadeplatz», das als erstes Medium über die Affäre berichtete, steht jedenfalls fest: «Thiam ist am Ende.» Das Portal spekuliert bereits, Thomas Gottstein könne Nachfolger werden. Gottstein leitet die CS Schweiz. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die CS-Chefs

1 / 14
Die CS-Chefs
quelle: alfred-escher-stiftung / alfred-escher-stiftung
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wenn Geld keinen Wert mehr hat

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

19 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
RichiZueri
26.09.2019 13:17registriert September 2019
Und nun überlegt mal, wie gross die Macht ist, die diese Kindsköpfe haben...
2521
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fairness
26.09.2019 13:38registriert Dezember 2018
Trauriger Kindergarten. Ein bisschen mehr Stil, Anstand und Respekt voreinander dürfte man trotz den ganzen unverdienten Millionen eigentlich erwarten.
1992
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P.
26.09.2019 14:00registriert August 2018
Ich gebe Thiam noch maximal 1 Scaramucci. Dann ist er weg. Wenn Aktionäre Panik haben, dann brennt die Hütte lichterloh..
1494
Melden
Zum Kommentar
19
Credit Suisse verkauft globales Trust-Geschäft

Die Grossbank Credit Suisse trennt sich vom Treuhandgeschäft. Das globale Trust-Geschäft soll an die Bank Butterfield auf den Bermudas sowie an Gasser Partner, eine der grössten Rechtsanwaltskanzleien in Liechtenstein, gehen.

Zur Story