Gesundheit
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Kranker Mann Grippe Erkältung Weichei (Shutterstock)

Männer werden häufiger krank als Frauen. Bild: Shutterstock

Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Männer sind Weicheier



Von wegen starkes Geschlecht: Wenn Erkältung oder Grippe drohen, wirken Männer gerne mal weinerlich und ängstlich. So zumindest sagen manche. Forscher erklären jetzt: Die Sorgen der Männer sind nicht ganz unbegründet.

«Männer haben's schwer, nehmen's leicht», sang Herbert Grönemeyer in den Achtzigerjahren und landete einen grossen Hit. Doch viele Frauen, die einen Mann mit drohender Erkältung zu Hause haben, erleben eher einen Jammerlappen als einen starken Kerl – sagen sie zumindest.

Hartnäckiges Klischee

So hält sich hartnäckig das Klischee vom Mann, der bei einer kribbeligen Nase und leichtem Halskratzen gleich schwere Qualen erleidet. So manche Frau möchte da genervt umdichten: «Männer haben's leicht, nehmen's trotzdem schwer.»

«Männer brauchen viel Zärtlichkeit. Männer sind so verletzlich.»

Herbert Grönemeyer

Doch während sich die männliche Furcht vor kleinsten Erkältungen in jedem Herbst als vergnügliches Smalltalk-Thema eignet, bleiben die Ursachen für den sogenannten «Männerschnupfen» ungeklärt. Könnte am Klischee wissenschaftlich etwas dran sein? Werden Männer tatsächlich leichter oder stärker von Erkältungs- und Grippeviren angegriffen als Frauen?

Unterschiede im Immunsystem

Wer solchen Fragen nachgeht, landet früher oder später bei Beatrix Grubeck-Loebenstein. Die Immunologin von der Universität Innsbruck untersucht seit Langem, wie sich die Immunsysteme von Frauen und Männern unterscheiden.

«Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern»

Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg.

Ihre Ergebnisse geben all jenen Männern Hoffnung, die sich in ihrer Angst vor Schnupfen und Fieber von der Frauenwelt nicht ernst genommenen fühlen. «Grob vereinfacht lässt sich feststellen, dass Männer durch die Unterschiede in der Immunantwort häufiger krank werden können als Frauen», sagt Grubeck-Loebenstein im Vorfeld des Internationalen Männertags am 19. November, bei dem es unter anderem um die Gesundheit von Männern geht.

Spezialisten und Generalisten

Es gibt grundsätzlich zwei Arten dieser Helfer in der Not: spezifische und unspezifische Immunzellen. Erstere sind nur gegen ganz bestimmte Krankheitserreger wirksam – sie sind quasi die Experten auf ihrem Gebiet. Müssen zum Beispiel Grippeviren bekämpft werden, kommen andere spezifische Immunzellen zum Tragen als bei einer Herpesinfektion. Auf diese Weise kann sich der Mensch gegen eine Vielzahl von Viren, Bakterien oder Parasiten zur Wehr setzen.

Doch die Vielfalt der spezifischen Immunzellen hat einen Haken: Von diesen Experten gibt es im Körper jeweils nur eine geringe Menge. Um eindringende Krankheitserreger tatsächlich besiegen zu können, müssen sie sich millionenfach vermehren. Und genau hier kommt der Unterschied zwischen Frauen und Männern zum Tragen.

Östrogen und Testosteron

Während das weibliche Hormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Immunzellen unterstützt, wirkt sich das männliche Hormon Testosteron genau gegenteilig aus. «Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern», erklärt Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg.

Hinzu kommt: Je höher der Testosteron-Spiegel ist, desto mehr wird das männliche Immunsystem geschwächt. Echte Kerle trifft es also noch härter.

Männer leben ungesünder als Frauen

Doch die Anfälligkeit allein mit dem Testosteron-geschwächten Immunsystem zu erklären, würde zu kurz greifen. «Auch weitere Faktoren spielen eine Rolle, die sich stärker auf das Verhalten und die Umwelt beziehen. Männer leben immer noch risikoreicher, sie ernähren sich ungesünder und sie lassen sich weniger diszipliniert impfen», sagt Grubeck-Loebenstein. Kurzum: Gänzlich können sich Männer nicht auf die Natur berufen – sie haben ihr Schicksal zumindest teilweise selbst in der Hand.

Auch wenn die Forschung über Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Krankheitsabwehr in den letzten Jahren zugenommen hat, hält Marcus Altfeld den Stand des Wissens immer noch für unzureichend: «Es wird heutzutage viel über personalisierte Medizin geredet, das Individuum soll immer stärkere Berücksichtigung in der Forschung finden. Dabei wissen wir noch nicht einmal genug über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.»

So manche Frau, die in einer Beziehung lebt, dürfte sich hingegen sehr gut über diese Unterschiede informiert fühlen – und zwar aus erster Hand. Sobald eine Erkältungswelle den Mann erwischt, sind Anfälligkeit und Wehleidigkeit selbsterklärend. Und am Ende hat Grönemeyer vielleicht doch ein bisschen recht, wenn er singt: «Männer brauchen viel Zärtlichkeit. Männer sind so verletzlich.» (whr/sda/dpa)

Nicht nur was für Frauen, auch Männer können es

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 21.11.2017 06:49
    Highlight Highlight Frauen werden (zumindest in Deutschland) 14 Prozent häufiger krankgeschrieben als Männer und haben 23 Prozent mehr Fehltage.
    Die Beobachtung, dass Männer noch BEVOR sie effektiv krank sind wehleidiger sind, kenne ich aber auch (u.a. aus eigener Erfahrung).

    Für mich ist die Antwort der Forscher deswegen nicht zufriedenstellend - sie erklärt die Fakten nicht ausreichend.
    15 3 Melden
  • AdiB 20.11.2017 10:23
    Highlight Highlight könnte es auch daran liegen das berufe im hoch- und tiefbau, kanalreinigung, gartenbau u.s.w praktisch nur männer ausüben und dass bei jeglicher witterung?
    dies hat diese schlaue studie nicht einberechnet. z.bsp. die baustelle meines schwagers ist im moment offen, es zieht überall durch. da ist es nicht verwunderlich wenn mal einer oder zwei krank werden.
    31 5 Melden
    • Mélisande 20.11.2017 21:17
      Highlight Highlight Geh mal ein paar Tage in eine Kita arbeiten (typischer Frauenberuf). Dort holst du dir garantiert einen Infekt😊
      10 20 Melden
  • TRL 20.11.2017 03:08
    Highlight Highlight Yeah, well, that's just, like, your opinion, man.
    Play Icon
    28 0 Melden
  • TRL 20.11.2017 02:59
    Highlight Highlight Wieder mal muss die „unantastbare“ Wissenschaft für so einen Schund herhalten. Dabei wissen wir nicht, ob es ImmunologINNEN gibt, die a) die Wirkung der Hormone anders beurteilen oder b) den Unterschied zwischen den Geschlechtern geringer einschätzen als die individuellen Unterschiede. Was wir (Leser) auch nicht wissen ist, ob andere Hormone oder Faktoren die Immunabwehr viel stärker beeinflussen.
    Und am Schluss gesellt sich natürlich noch die Ernährungswissenschaft dazu, deren Studien auch gerne „journalistisch verarbeitet“ werden...
    19 7 Melden
  • Stop Zensur 19.11.2017 23:46
    Highlight Highlight Gut zu sehen das Artikel, welche über stärken/schwächen nach Geschlecht berichten, doch nicht zu politisch inkorrekt sind.
    12 5 Melden
  • Professor Chaos 19.11.2017 20:22
    Highlight Highlight Komisch, bei uns in der Firma sind es die Männer die sich krank durch den Tag kämpfen während die Frauen Arztzeugnisse holen.
    78 20 Melden
    • Menel 20.11.2017 08:12
      Highlight Highlight Was sehr "sinnvoll" ist; die Viren haben nämlich auch ein Recht auf Leben und Weiterverteilung 🙈
      25 21 Melden
    • Zeyben 20.11.2017 21:13
      Highlight Highlight Muss man jetzt nicht verstehen.
      1 6 Melden
    • rodolofo 21.11.2017 07:56
      Highlight Highlight Dieses "Sich durch den Tag kämpfen" ist eben genau falsch.
      Schlafen und Ausschlafen ist doch die beste Medizin!
      9 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • go for it 19.11.2017 20:03
    Highlight Highlight 1. Der Titel ist irreführend. Er sollte lauten: Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Männer sind keine Weicheier. Ok, Clickbait…
    2. Ich jammere bei Grippe nicht und weiss jetzt warum – muss am tiefen Testosteronspiegel liegen.
    3. Damit erklärt sich sicher auch das seltene Phänomen, dass ich Frauen nicht sexuell belästige.
    4. Männerbashing ist sexy.
    85 8 Melden
  • Zeyben 19.11.2017 19:57
    Highlight Highlight Die Subsumtion im Titel ist ja völlig falsch und setzt falsche Anreize beim anderen Geschlecht.
    41 3 Melden
  • Schnuderbueb 19.11.2017 19:30
    Highlight Highlight Weichei? Ist mir doch Wurscht. Solange ich umsorgt und verwöhnt werde. Schliesslich lebt Mann nur einmal.
    30 5 Melden
  • Karl33 19.11.2017 19:11
    Highlight Highlight Gratuliere zu diesem männerverachtenden Artikel. Manchmal wundert man sich, wie tief das Niveau noch sinken kann.
    63 15 Melden
    • rodolofo 21.11.2017 07:58
      Highlight Highlight Erinnere Dich an Karl den Grossen, und dann geht's Dir gleich wieder ein wenig besser!
      1 7 Melden
  • yazzu 19.11.2017 18:24
    Highlight Highlight Mich würde interessieren, wieso Östrogen stimuliert und das Testosteron unterdrückt? Oder habe ich die Antwort schlicht überlesen?
    35 1 Melden
  • Flötist 19.11.2017 17:37
    Highlight Highlight Entweder hat der Schurnalist das Wort "Weichei" nicht verstanden oder hat beim Abschreiben nicht realisiert, dass die Forschungsergebnisse zeigen, dass die "Immunantwort" der Männer anders ist als jene der Frauen und dies nichts mit "Weichei" zu tun hat. Tja, Clickbait.
    176 14 Melden
  • Lezzelentius 19.11.2017 16:28
    Highlight Highlight Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Häufiger krank zu werden bedeutet nicht, dass man deshalb "intensiver weint" wenn man mal krank ist.
    120 8 Melden
  • Arthur Sunil 19.11.2017 16:21
    Highlight Highlight Juhu, ein sexistischer Männerbashing-Artikel am Internationalen Tag des Mannes.
    189 26 Melden
    • fant 19.11.2017 17:43
      Highlight Highlight Ich finde auch nicht alles was nach Gender klingt automatisch gut. Trotzdem finde ich diesen Artikel informativ und überhaupt kein "Männerbashing". Der Artikel spricht von "Testosteron schwächt das Immunsystem", ein Fakt. Und z.B. von "Männer ernähren sich ungesünder". Selbst wenn das kein Fakt ist, nehme ich das höchstens als "hey Mann, du kannst es auch beeinflussen", aber sicher nicht als Bashing. Warum so empfindlich?
      32 60 Melden
    • Arthur Sunil 19.11.2017 18:06
      Highlight Highlight Der Artikel beginnt mit einer Beleidigung schon im Titel, referenziert dann ein belangloses Lied, rezitiert längst bekannte Binsenweisheiten und "will Männer Hoffnung geben von Frauen ernst genommen zu werden". Zum Schluss kommt noch das übliche: "Ihr seid aber selber Schuld!". Ein seichter, beliebiger Artikel gespickt mit süffisantem Sexismus.
      81 15 Melden
    • Karl33 19.11.2017 19:12
      Highlight Highlight fant, weichei ist nun mal eine beleidigung. wenn du das nicht verstehst, hast du den sexismus schon sehr stark verinnerlicht.
      39 9 Melden
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