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Syrien: Luftangriff auf MSF-Spital in Syrien fordert Todesopfer



Ein Luftangriff im Nordwesten Syriens hat ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Spital nach Angaben der Hilfsorganisation zerstört. Sieben Menschen seien getötet worden, acht Mitarbeiter würden noch vermisst, teilte MSF am Montag mit.

MSF-Syrien-Chef Massimiliano Rebaudengo verurteilte die Attacke als «gezielten Angriff» auf eine medizinische Einrichtung. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einem mutmasslich russischen Angriff mit mindestens neun Toten, darunter einem Kind.

In einer MSF-Erklärung hiess es, das Spital in der Provinz Idlib sei zweimal im Abstand von wenigen Minuten bombardiert und zerstört worden. Vier Raketen hätten das mit 30 Betten ausgestattete Gebäude mit seinen 54 Mitarbeitern getroffen.

Fünf Patienten starben laut MSF durch den Angriff, zudem ein betreuendes Familienmitglied und ein Spitalwächter. Vermisst würden noch acht Mitarbeiter, die aber vermutlich ebenfalls getötet worden seien. Auch ein unbekannte Zahl Patienten würden noch vermisst.

Die den syrischen Rebellen nahestehende Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien berichtete, bei dem Angriff habe es auch dutzende Verletzte gegeben.

Die Beobachtungsstelle stützt sich nach eigenen Angaben auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben sind angesichts der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Bereits zuvor angegriffen

Rebaudengo sagte, durch die Zerstörung des Spitals seien etwa 40'000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten. MSF unterstützte das Spital seit September unter anderem mit medizinischem Material.

Bereits zuvor sei das Spital angegriffen worden, weshalb MSF im vergangenen Dezember den Neubau des Spitals an einem neuen Ort unterstützt habe, hiess es in der MSF-Mitteilung.

Insgesamt unterstützt MSF in Syrien mehr als 150 Spitäler. Seit Jahresbeginn wurden mehrere davon bei Angriffen beschädigt. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem Luftangriff auf eine von MSF unterstützte Klinik im Süden Syriens drei Menschen gestorben. Im Oktober hatte Russland dementiert, für die Attacke eines Spitals in Idlib mit 13 Toten verantwortlich zu sein. (sda/afp/dpa)

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